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Archiv für "Allgemein"

Beckenbodentraining für intensiveren Sex

Von Julia Ronnenberg | Allgemein

Wenn wir an den Beckenboden denken, denken wir meist an Inkontinenz und Organsenkung. Heute wird der Beckenboden mehr denn je thematisiert, daher wissen immer mehr junge Frauen von dieser fächerartigen Muskelplatte und ihren Funktionen.

Der Beckenboden als Liebesmuskel

Allerdings wird der Beckenboden häufig im gesundheitlichen Kontext genannt. Was ja auch richtig und wichtig ist, aber… häufig wird vergessen aber,  dass der Beckenboden ein Sexualorgan ist und für uns Frauen eine elementare Bedeutung beim Sex hat. Wird der Beckenboden gut trainiert, wird er besser durchblutet, was das sexuelle Empfinden und die Orgasmusfähigkeit steigern kann.

hochkomplexe Vorgänge bei sexueller Erregung

Was im weiblichen Körper bei sexueller Erregung stattfindet, ist hochkomplex! Durch die Schwellkörpermuskeln des Beckenbodens schwellen die Schamlippen an und verändern ihre Farbe, außerdem verengt sich der Scheideneingang . Diese Verengung führt dazu, dass sich die Scheide wie eine Manschette um den Penis legt und die Rezeptoren am Scheideneingang stärker stimuliert werden.

Die Klitoris, im unerregten Zustand so klein wie eine Perle ist von Blutgefäßen und etlichen 1000 Nervenzellen durchzogen. Sie besitzt Schwellkörper,  die paarig angelegt sind und in den Beckenboden eingebettet sind. Die Schwellkörpermuskeln des Beckenbodens pumpen Blut in die Schwellkörper der Klitoris, die dadurch anschwillt, sich aufrichtet und noch empfindlicher wird als sie eh schon ist.

Beim Orgasmus reagiert der Beckenboden durch rhythmisches Zusammenziehen der Muskeln. Diese Kontraktionen werden leichter bei einem trainierten Beckenboden ausgelöst.

Sex ist Beckenbodentraining

Andersherum profitiert auch der Beckenboden von Geschlechtsverkehr, da er dabei gut durchblutet wird, aber sich auch reflexartig kontrahiert. Viele Frauen spannen den Beckenboden auch bewusst an, um das Empfinden beim Partner zu steigern. Sex ist irgendwie auch Beckenbodentraining!

Gibt es auch zu viel Beckenbodentraining?

Immer wieder gibt es Frauen, die berichten, dass sie Schmerzen beim Sex hätten und es sich so anfühle als ob sie zu eng wären. Dieses Problem nennen Mediziner Vaginismus. Das Problem wird durch eine dauerhaft angespannte Beckenbodenmuskulatur ausgelöst. Die Ursachen dafür können vielfältig, aber auch durch ein zu viel an Beckenbodentraining erworben werden. Lernt der Beckenboden sich nur anzuspannen, aber nicht zu entspannen, kann der „Scheidenkrampf“ ein unerwünschter Nebeneffekt sein. Daher sollte man neben der Muskelanspnnung auch das bewusste Lösen des Beckenbodens üben.

Jede Frau ist anders

Wie das sexuelle Empfinden einer Frau ist und ob sie beim Sex regelmäßig zum Orgasmus kommt, hängt noch von vielen anderen, auch mentalen Faktoren ab. Jede Frau, jeder Körper ist einzigartig und man muss für sich selber herausfinden was das Richtige ist. Z.B. welche Art der Berührung man mag, welche Rahmenbedingungen wichtig sind um sich fallen lassen zu können etc.

Aber ein trainierter, gut durchbluteter Beckenboden leistet auf körperlicher Ebene seinen positiven Beitrag.

Vielleicht ist der Gedanke an sexuelle Erfüllung auch die schönere Motivation für Beckenbodentraining als an eine „undichte Blase“ zu denken. Wahrscheinlich motiviert es auch diejenigen, die aktuell nicht unter einem schwachen Beckenboden leiden.

 

 

Schwangerschaftsstreifen – kann ich etwas tun?

Von Julia Ronnenberg | Allgemein

“Ich habe gecremt und gecremt und am Ende hat es doch nichts genützt. Mein Bauch ist überall gerissen.”

Diesen Satz sagte einmal Christina eine frisch gebackene Mama während eines Wochenbettbesuchs zu mir. Sie war überglücklich und natürlich stolz ihren kleinen Schatz zur Welt gebracht zu haben, aber sie wollte auch ihren Körper wiederhaben. So wie er einmal vor der Schwangerschaft war.

Wie Christina geht es vielen Frauen nach der Schwangerschaft. Schätzungsweise 3/4 alle Frauen bekommen im Laufe der Schwangerschaft Dehnungsstreifen an Bauch, Brust, oder Oberschenkeln.

Was sind das für unliebsame Streifen, die sich bei vielen Frauen in den letzten Wochen der Schwangerschaft bemerkbar machen und wie lassen sie sich verhindern? Lassen sie sich überhaupt verhindern und wenn sie erstmal da sind, wie bekommt man sie wieder weg? Diesen Fragen möchte ich im Folgenden nachgehen.

Was sind Schwangerschaftsstreifen (Striae)?

Schwangerschaftsstreifen sind irreparable Bindegewebsrisse in der Lederhaut (Unterhaut), die überwiegend aus Bindegewebe und subkutanem Fettgewebe besteht. Kommt es zu Überdehnung der Haut können schmerzlose Risse im Bindegewebe entstehen. In der Schwangerschaft wird unser Bindegewebe hormonell aufgelockert, um das Wachstum von Bauch und Brust, sowie die Geburt zu ermöglichen. Diese Auflockerung ist also sehr sinnvoll, die Dehnungsstreifen häufig der Preis dafür.

Das typisches Erscheinungsbild der Schwangerschaftsstreifen ist anfangs rot oder rosa, manchmal auch bläulich-violett, die Oberfläche ist leicht vertieft. In der Schwangerschaft treten sie meist am Bauch, unterhalb des Bauchnabels auf, können aber auch die Brust und die Oberschenkel betreffen.

Wer ist besonders betroffen?

Ich habe in meiner Praxis häufig beobachtet, dass überwiegend sehr junge Frauen (unter 25) sehr starke Ausprägungen von Dehnungsstreifen hatten. Meine Beobachtung wurde in einer Studie mit 800 Frauen bestätigt. Auch dort waren es überwiegend junge Frauen, die betroffen waren.

Weiter sind besonders häufig Frauen von Schwangerschaftsstreifen betroffen:

  • die blond und hellhäutig sind
  • die schon vor der Schwangerschaft einen erhöhten BMI hatten
  • die ein Baby mit einem höheren Geburtsgewicht zur Welt gebracht hatten
  • deren Mutter und Großmutter auch Schwangerschaftsstreifen hatten

Kann ich mit Cremes, oder Ölen den Streifen vorbeugen?

Gerne würde ich Frauen wie Christina eine befriedigende Antwort auf diese Frage geben. Leider ist die Studienlage sehr dünn.

Folgende Maßnahmen werden von Hebammen oft empfohlen, die Wirkung ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt.

  • sanfte Ölmassage der Haut während der gesamten Schwangerschaft
  • Wechselduschen
  • Bürstenmassagen z.B mit einem Massagehandschuh
  • Zupfmassagen, mit Daumen und Zeigefinger die Haut zupfen
  • Bewegung/Sport

Eine sanfte Massage fördert die Durchblutung der Haut. Verschiedene natürliche Körperöle können ebenfalls gut helfen, die Elastizität zu erhalten. Diese enthalten Nährstoffe wie Vitamin E und A, welche wichtig für Struktur und Aufbau unserer Haut sind. Zusammen mit den enthaltenen Fettsäuren wird Deine Haut geschmeidig gehalten, auch kann so die Feuchtigkeit speichern. Spezielle Schwangerschaftsöle sind genau auf die Bedürfnisse werdender Mütter abgestimmt.

Bei wechselwarmen Duschen wird durch den raschen Wechsel von heißer und kalter Temperatur die Durchblutung und der Stoffwechsel angeregt. Auch wunderbar zur Vorbeugung von Krampfadern.

Nicht zuletzt ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr wichtig, um die Haut zu entlasten und die Bildung von Dehnungsstreifen abzumildern.

Verschwinden die Streifen nach der Schwangerschaft wieder?

Betrachten Frauen ihren Bauch kurze Zeit nach der Geburt, sind viele erschreckt. “Ich sehe ja noch aus wie im 5. Monat, mein Bauch ist runzelig und weich wie Pudding”, beklagen sich viele Frauen.

Ist der Bauch noch recht groß, was  an der noch nicht zurückgebildeten Gebärmutter und an der überdehnten Bauchdecke liegen kann, erscheinen auch die Dehnungsstreifen noch sehr breit.

Die gute Nachricht ist: bildet sich die Gebärmutter und die überdehnte Bauchdecke zurück, wird langsam der Hautüberschuss weniger und die Dehnungsstreifen werden schmaler. Außerdem verblassen die Streifen mit der Zeit und erscheinen weiß. Die schlechte Nachricht ist: obwohl die Streifen sich zurückbilden verschwinden die Streifen niemals ganz und können sich sogar bei einer Folgeschwangerschaft verschlimmern.

Was kann helfen?

Öl-, oder Crememassagen unterstützen die Rückbildung der Gebärmutter und der Haut nach der Schwangerschaft. Grundsätzlich tut man seinem Körper damit etwas Gutes. Ich finde es außerdem eine Wertschätzung seinem eigenen Körper gegenüber, wenn man dem Bauch auch nach der Schwangerschaft Beachtung und Pflege schenkt, statt ihn mit einem argwöhnischen Blick zu betrachten. Z.B. mit einer Wochenbett-Bauch-Massage. Das Erscheinungsbild der Schwangerschaftsstreifen wird sich dadurch leider nicht verändern.

Hautärztliche Behandlungsmethoden:

Ich bin Hebamme und kein Hautarzt. Damit gehört die Haut nicht zu meinem Spezialgebiet. Für den Artikel habe ich mich allerdings mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten beschäftigt, die Dehnungsstreifen positiv beeinflussen können.

Wichtig ist meiner Meinung nach sich realistische Ziele zu setzen, denn es kann zwar eine Verbesserung erzielt werden, aber bei keiner dieser Methoden werden die Steifen vollständig verschwinden.

Alle Behandlungen haben gemeinsam, dass sie Geduld erfordern und die Kosten von der Krankenkasse nicht getragen werden.

Peeling mit Glykol- oder Ascorbinsäure

Das Peeling mit Fruchtsäuren hilft die abgestorbenen Hautzellen abzustoßen, stimuliert gleichzeitig die Zellneubildung und lässt Dehnungsstreifen verblassen.

Nachteil: 

die Glykolsäure muss wochenlang angewendet werden. Die Methode bedarf Geduld und Disziplin, die Kosten liegen bei 400-600 Euro

Cremes mit Vitamin A Säure (VAS, Retinoide)

durch die Anwendung mit vitamin-A-säurehaltigen Cremes wird die Bildung von Kollagen und Elastin stimuliert, wodurch die Lederhaut dicker und stärker wird. Ein Effekt zeigt sich nach frühestens 6 Monaten

Nachteil:

da der Wirkstoff Nebenwirkungen haben kann, sind die Cremes verschreibungspflichtig, pro 20g Tube liegen die Kosten bei ≈ 50 Euro, über einen Zeitraum von mehreren Monaten wird auch diese Behandlung nicht ganz günstig, es ist Geduld erforderlich bis sich ein positiver Effekt zeigt

In der Schwangerschaft und Stillzeit sind Cremes mit VAS kontraindiziert

Laserbehandlungen

es gibt verschiedene Laserarten zur Behandlung von Schwangerschaftsstreifen, die von Hautärzten durchgeführt werden.

Nachteil:

es sind ca. 3-4 Behandlungen notwendig, um einen positiven Effekt zu erkennen, daher eine recht teure Behandlungsmethode. Um die 1500 Euro muss man an Behandlungskosten rechnen.

Mein Fazit:

Es ist nicht sicher, ob man durch Massagen in der Schwangerschaft die Dehnungsstreifen verhindern kann. Sicher dagegen ist, dass sie mit der Zeit von selber verblassen und schmaler werden, allerdings nie ganz verschwinden werden, auch mit teuren Behandlungsmethoden nicht.

Ich kann jede Frau verstehen, die über ihre Schwangerschaftsstreifen unglücklich ist und diese wieder loswerden möchte. Sie sind aber auch ein Zeichen dafür, dass Du einem, oder mehreren Kindern das Leben geschenkt hast. Vielleicht sollten wir Frauen daher unsere Schwangerschaftsstreifen wie eine Trophäe mit Stolz tragen.

Das würde zumindest unseren Geldbeutel schonen und uns viel Kummer ersparen.

Rückbildung nach einem Kaiserschnitt – gibt es Unterschiede?

Von Julia Ronnenberg | Allgemein

In Deutschland wird annähernd jedes 3. Kind per Kaiserschnitt geboren. Damit ist der Kaiserschnitt längst zu einem Routineeingriff geworden und für uns Hebammen Alltag in der Wochenbettbetreuung. Für die betroffenen Frauen stellt eine Kaiserschnittgeburt allerdings meist eine Ausnahmesituation dar, die Fragen und Unsicherheiten aufwirft. Eine Frage, die mir von Frauen nach einem Kaiserschnitt schon häufig gestellt worden ist, ist folgende: “Warum soll ich nach einem Kaiserschnitt einen Rückbildungskurs machen? Ich habe doch nicht vaginal geboren?“ Wenn Du auch zu den 30% gehörst, die eine Kaiserschnittgeburt hatten, hast Du Dich ähnliches vielleicht auch schon gefragt. Diese und andere Fragen in dem Zusammenhang möchte ich Dir in diesem Artikel beantworten.

Der Beckenboden leistet Schwerstarbeit

Während der Schwangerschaft leistet der Beckenboden Schwerstarbeit. Die Gebärmutter hat vor der Schwangerschaft ein Gewicht von 120g und entspricht in etwa der Größe einer Birne. Im Laufe der Schwangerschaft nimmt sie die Größe eines ca. 2 kg schweren Medizinballs an. Dazu kommt das Gewicht vom Baby, des Fruchtwassers und der Plazenta. Insgesamt dürfte der Beckenboden um die 6-7 Kilo mehr tragen als vor der Schwangerschaft. Erschwerend kommt hinzu, dass durch das Hormon Progesteron als körpereigene Geburtsvorbereitung die Muskulatur aufgelockert wird. Der Beckenboden muss nicht nur mehr tragen, sondern kann auch seine Aufgaben nur schwerer erfüllen. Egal wie ein Baby die Welt erblickt hat, alleine durch die Schwangerschaft wird der Beckenboden geschwächt. 

Wann darf ich nach einem Kaiserschnitt mit Rückbildungsgymnastik beginnen?

Es spricht nichts dagegen mit leichten Wochenbettübungen bereits in der zweiten Woche nach der Geburt zu beginnen. Diese Übungen sollten mobilisieren, den Rücken entlasten, den Beckenboden reflektorisch aktivieren und die Muskelvenenpumpe anregen. Es geht dabei nicht um Kräftigung. Mit kräftigender Rückbildungsgymnastik sollte erst 8-10 Wochen nach der Geburt begonnen werden. In der vorherigen Zeit sollte sich der Körper erholen und heilen können. Belastet man sich körperlich zu früh, kann es zu Verwachsungen und Keloidbildung (wulstige Narbe) kommen. 

Unterschiede zu Rückbildung nach „normaler“ Geburt

Rückbildungsgymnastik nach einem Kaiserschnitt unterscheidet sich nur geringfügig von Rückbildungsgymnastik nach einer vaginalen Geburt. Nach einem Kaiserschnitt sollten Übungen, bei denen die Bauchdecke stark überdehnt wird (z.B Cobra, heraufschauender Hund)) und Übungen bei denen die geraden Bauchmuskeln trainiert werden (Sit-ups, Crunches allgemein auf- und abrollende Bewegungen, Klappmesser etc.), gemieden werden, damit sich eine Rectusdiastase (Spalt zwischen der geraden Bauchmuskulatur) schließen kann und um die Kaiserschnittnarbe nicht zu stark zu belasten. Eine Kaiserschnittnarbe braucht etwa 10-12 Monate bis die Narbenbildung abgeschlossen ist. Die sichtbare Hautnarbe heilt sehr schnell ab, es sind die tieferen Gewebeschichten, die Monate brauchen, um abzuheilen.

Beschwerden als Warnzeichen

Treten Schmerzen im Narbenbereich auf, ist dies als Warnzeichen zu verstehen und die Übung sollte beendet werden.

Das A und O ist die  Körpermitte

Das sogenannte Muskelkorsett besteht aus den verschiedenen Bauchmuskeln und dem tiefen Rückenmuskel. Diese Muskeln arbeiten eng zusammen. Sie umschließen den Rumpf wie ein Korsett, daher der Name. Zusammen mit dem Beckenboden stabilisiert das Muskelkorsett die Wirbelsäule und entlastet sie. Außerdem ermöglicht es uns eine aufrechte Haltung, vielseitige Bewegungen des Rumpfes, sowie die Bauchpresse (beim Toilettengang, bei der Geburt). Optimalerweise arbeiten Bauch- Rücken- und Beckenbodenmuskeln in einem ausgewogenen Kräfteverhältnis zusammenarbeiten. Ist eine Muskelgruppe dieser Funktionsgemeinschaft geschwächt, muss ein anderer dafür um so mehr leisten.

Bei einem Kaiserschnitt werden alle drei Bauchmuskelschichten verletzt. Heute wird in den meisten deutschen Kliniken der “sanfte” Kaiserschnitt (nach Misgav-Ladach) durchgeführt wird, bei dem weniger Körpergewebe verletzt wird. Trotzdem werden auch bei dieser Methode alle Bauchmuskelschichten durchtrennt. An dieser Stelle bleibt lebenslang eine Narbe, die eine Schwachstelle darstellt. Da die Bauchmuskulatur nach einem Kaiserschnitt geschwächt ist, muss die Rückenmuskulatur, die als Gegenspieler zu den Bauchmuskeln arbeitet, zum Ausgleich mehr arbeiten.

Empfehlenswerte Übungen

Es werden besonders Übungen empfohlen, die die tiefe Muskulatur und damit das gesamte Muskelkorsett stärken. Dazu gehören:

  • allgemein empfohlene Rückbildungsübungen unter Aussparung der geraden Bauchmuskulatur
  • Balanceübungen (Einbeinstand .z.B. der Baum), Balanceboard, Wackelbrett…)
  • kurze Stützpositionen im Vierfüßlerstand
  • kurzer Seitstütz

Was kann passieren wenn ich keine Rückbildung mache?

Kräftigst Du Deinen Körper nach einer Geburt nicht gezielt (dabei ist egal ob vaginal, oder per Kaiserschnitt geboren wurde) KANN es zu folgenden Spätfolgen kommen:

  • Fehlhaltungen
  • Fehlstellung des Beckens
  • Inkontinenz
  • Organsenkung
  • Druckgefühl im Becken
  • sexuelles Missempfinden
  • Bandscheibenvorfall

Oft treten solche Beschwerden erst Jahre später auf und natürlich MÜSSEN sie NICHT bei jeder Frau auftreten, die auf Rückbildungsgymnastik verzichtet hat. Inkontinenz z.B. (unkontrollierter Abgang von Urin, Darmgasen, oder Stuhl) tritt nach einem Kaiserschnitt seltener auf (ca.15%), mit steigendem Alter (ab 50J) gleicht sich die Zahl der betroffenen Frauen allerdings denen an, die vaginal geboren hatten.

Daher rate ich Dir in jedem Fall Deinen Körper nach der Schwangerschaft zu stärken, um Dich fit, stark und vital zu fühlen und dies auch langfristig zu bleiben.

 

 

Dammmassage – Was kann sie wirklich?

Von Julia Ronnenberg | Allgemein

Wird ein Baby auf natürlichem (vaginalem) Wege geboren, müssen sich die Scheide und der Beckenboden maximal dehnen. Der Schwangerschaft bereitet sich zwar der Körper bereits durch hormonelle Veränderungen auf die Geburt vor, indem das Gewebe aufgelockert und dadurch dehnfähiger wird, häufig reicht das alleine aber nicht aus.

Circa 85% der Erstgebährenden haben nach der Geburt eine Verletzung im Dammbereich (Bereich zwischen Scheide und After). Meist müssen Dammverletzungen durch ein paar Stiche verschlossen werden. In der Regel heilen Dammverletzungen innerhalb der ersten Wochen wieder gut ab. Sie können aber auch Schmerzen verursachen und das Risiko von Beckenbodenschwäche und Inkontinenz erhöhen.

Dammverletzungen durch Massage vorbeugen

Ab der 34.SSW kannst Du neben der mentalen Vorbereitung auf die Geburt, und der bewussten Beckenboden An- und Entspannung, den Bereich zwischen Scheide und Anus massieren, um so den Beckenboden auf die Geburt vorzubereiten.

Durch das Massieren mit einem geeigneten Öl wird das Gewebe im Scheiden-Damm-Bereich besser durchblutet, es wird weicher und dehnbarer. Entsteht bei der Geburt des Kopfes ein Gefühl von Spannung, Dehnung und großem Druck, wirst Du Deinen Beckenboden besser entspannen können, da dieses Gefühl nicht ganz neu für Dich ist.

In einer Studie mit annähernd 2500 Frauen ((Beckmann und Garrett 2006), konnte der positive Effekt durch Dammmassage nachgewiesen werden. Besonders Frauen, die ihr erstes Kind erwarteten, profitierten in der Studie von der Dammmassage und hatten weniger Dammrisse und Dammschnitte als Frauen, die ihre Dammgewebe in den letzten Wochen der Schwangerschaft nicht massierten.

Bei Mehrgebährenden konnte allerdings kein Unterschied beobachtet werden. Wahrscheinlich ist das auf die Vordehnung des Beckenbodens während der vorherigen Geburt(en) zurückzuführen.

Durchführung der Massage

Für die Dammmassage empfiehlt sich ein neutrales Öl, wie ein Weizenkeimöl, oder Johanniskrautöl, sowie ein spezielles Dammmassageöl (Weleda, Ingeborg Stadelmann). Parfümierte Öle sollte man aufgrund von Allergiegefahr an der empfindlichen Scheidenschleimhaut nicht verwenden.

Massiert wird ab der 34.SSW, 2-3 Mal pro Woche für ca. 5 Minuten.

Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, umso schwerer ist es den Damm zu erreichen. Häufig funktioniert es gut beim Sitzen auf der Toilette, oder wenn man einen Fuß auf den Badewannenrand, oder einen Hocker stellt.

Der Daumen wird einige Zentimeter  in die Scheide eingeführt. Anschließend wird der Daumen mit leichtem Druck Richtung After und zu den Seiten bewegt (u-förmig). Es sollte kein sanftes Streicheln sein, sondern ein Ziehen oder ein leicht unangenehmer Druck zu spüren sein. Diese Stärke wird ein paar Tage beibehalten, bis sich der Körper daran gewöhnt hat. Danach kann man die Dehnung verstärkt werden, oder die Massage mit zwei Fingern fortgesetzt werden.

 

Auch der Partner kann mithelfen

Für einige Paare ist es in Ordnung, wenn der Partner die Dammmassage übernimmt. So kann sich der werdende Vater aktiv an der Geburtsvorbereitung beteiligen und setzt sich gleichzeitig mit der nahenden Geburt seines Kindes auseinander. Der Partner beginnt die Massage mit einem Zeigefinger, später kann die Massage mit Zeige- und Mittelfinger durchgeführt werden.

Keine Garantie für eine Geburt ohne Verletzungen

Die Dammmassage ist eine harmlose geburtsvorbereitende Möglichkeit mit keinerlei Nebenwirkungen. Jedoch ist sie keine Garantie für eine Geburt ohne Dammschnitt oder Dammriss. Eine Geburt wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Neben der Dehnbarkeit und Elastizität des Dammes, beeinflussen unter anderem auch die Geburtsposition, die Wehenstärke und die Art der Geburtshilfe, ob es während der Geburt zu Verletzungen des Dammes kommt.

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