Ernährung in der Schwangerschaft – so ermöglichst du deinem Baby den besten Start ins Leben 

Ernährung in der Schwangerschaft

Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und wenig Stress wirkt sich positiv auf unser körperliches und seelisches Wohl aus. Was im alltäglichen Leben wichtig ist, bekommt in der Schwangerschaft jedoch eine ganz besondere Bedeutung. Schließlich bist du dann nicht mehr nur für dich selbst verantwortlich, sondern auch für den kleinen Menschen, der in dir heranwächst. 

Damit dein Baby gesund ins Leben starten kann, solltest du deine Ernährung in der Schwangerschaft im Blick behalten. Worauf du dabei besonders achten musst, welche Nährstoffe für dich und dein Baby wichtig sind und welche Lebensmittel du als Schwangere meiden solltest, habe ich für dich in diesem Beitrag zusammengefasst. 

Wie sieht die richtige Ernährung in der Schwangerschaft aus? 

Im Grunde unterscheidet sich die Ernährung in der Schwangerschaft nicht grundlegend von der Ernährung vor der Schwangerschaft. Du solltest aber darauf achten, dass du die für Schwangere besonders wichtigen Mikronährstoffe in ausreichender Menge zu dir nimmst und auf die Qualität deiner Nahrung Wert legst. 

Deine Ernährung in der Schwangerschaft sollte sich möglichst an folgenden Punkten orientieren: 

  • Esse jeden Tag mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse. 
  • Bevorzuge komplexe statt einfacher Kohlenhydrate (beispielsweise Vollkornbrot statt Weißbrot).
  • Zweimal wöchentlich sollte frischer Fisch auf deinem Speiseplan stehen. 
  • Mageres Fleisch isst du in der Schwangerschaft am besten nur in Maßen (ca. 300 Gramm pro Woche).
  • Der überwiegende Teil deiner Ernährung in der Schwangerschaft sollte aus pflanzlichen Produkten mit reichlich Eiweiß bestehen.
  • Meide verarbeitete Lebensmittel, Industriezucker und gesüßte Getränke. 
  • In der Schwangerschaft ist es wichtig, dass du ausreichend trinkst, am besten 2-3 Liter Wasser, Kräutertees oder verdünnte Fruchtsäfte täglich.

Diese Vitamine stecken in unseren Lebensmitteln:

Vitamine Schwangerschaft

Welche wichtigen Nährstoffe sollten Schwangere zu sich nehmen? 

Wir müssen eine Vielzahl an Nährstoffen in ausreichender Menge zu uns nehmen, um unseren Körper mit lebenswichtigen Substanzen zu versorgen und genügend Energie zu haben. Einige dieser Nährstoffe sind in der Schwangerschaft besonders wichtig, weil nicht nur du sie brauchst, sondern auch dein Baby für eine gesunde Entwicklung. Deswegen hast du an vielen Nährstoffen in der Schwangerschaft einen erhöhten Bedarf.

Am einfachsten ist es alle wichtigen Nährstoffe mit einer Mischkost zu bekommen. Aber auch eine vegetarischen und vegane Ernährung in der Schwangerschaft ist unter Beachtung einiger Besonderheiten möglich.

Folgende Liste zeigt dir übersichtlich, welche Nährstoffe du in der Schwangerschaft vermehrt benötigst:  

  • Vitamin B12 unterstützt die Blutbildung und ist wichtig für den Eiweiß- und Nervenstoffwechsel. Enthalten ist es beispielsweise in Rindfleisch, Fisch und Milchprodukten. 
  • Eisen wird für die Blutbildung benötigt. Da du als Schwangere eine erhöhte Blutmenge in deinem Körper hast, brauchst du in der Schwangerschaft besonders viel Eisen – vor allem ab der zweiten Schwangerschaftshälfte. Rindfleisch, Eier und Milchprodukte sind gute Eisenlieferanten. 
  • Folsäure ist für die Entwicklung deines Babys essenziell. Sie wird für die Zellteilung und Wachstumsprozesse im Körper benötigt. In Hülsenfrüchten, dunkelgrünem Gemüse und Nüssen findet sich besonders viel der wichtigen Folsäure. 
  • Calcium braucht dein Baby, um ein gesundes Skelett und starke Knochen zu entwickeln. Käse, Milchprodukte, Tofu und Mandeln sind beispielsweise reich an Calcium. 
  • Zink ist wichtig für das Immunsystem und den Stoffwechsel. Gut aufnehmen kannst du Zink über Nüsse, Linsen, Erbsen, Fleisch, Eier und Milchprodukte. 
  • Vitamin B6 wird für die Nerven und Abwehrkräfte benötigt. Vollkornprodukte, Kartoffeln, Fisch und Fleisch sind besonders reich an Zink. 
  • Vitamin A benötigt dein Baby für die Entwicklung seiner Lunge. Nimm aber auf keinen Fall auf eigene Faust Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin A ein – eine Überdosierung von Vitamin A kann zu Fehlbildungen führen. Viel Vitamin A findest du zum Beispiel in Kürbis, Karotten und Spinat. 
  • Vitamin C findet sich vor allem in Zitrusfrüchten, Paprika und Beeren und ist für den Aufbau des Bindegewebes und für das Immunsystem deines Babys von Bedeutung. 
  • Vitamin D ist beispielsweise in fettem Fisch, Eigelb und Pilzen enthalten und für den Stoffwechsel und die Knochenbildung wichtig. 
  • Omega-3-Fettsäuren werden für die Gehirnentwicklung und die Entwicklung der Sehfunktion benötigt. Seefisch und Öle enthalten überdurchschnittlich viele Omega-3-Fettsäuren. 
  • Jod findet sich vor allem in Salz, Fisch und Milchprodukten. Du und dein Baby brauchen es für die Schilddrüse. 
  • Magnesium kannst du über Vollkornprodukte und Nüsse wunderbar aufnehmen. Es unterstützt den Knochenaufbau und das Wachstum deines Babys. 

Unterscheidet sich die Ernährung in der Schwangerschaft von Trimester zu Trimester? 

Während deiner gesamten Schwangerschaft ist es empfehlenswert, leicht verdauliche und nicht blähende Lebensmittel zu dir zu nehmen und allgemein magenschonend zu essen. Allerdings haben die meisten Schwangeren in jedem Trimester andere Bedürfnisse, was das Essen angeht. Vielleicht geht es dir auch so? 

Ernährung in der Schwangerschaft

Was ist bei der Ernährung in der Schwangerschaft im 1. Trimester wichtig? 

In der Frühschwangerschaft leiden viele Frauen unter den typischen Beschwerden wie Übelkeit und Müdigkeit. Das liegt am Hormon Beta-HCG, das in den ersten Wochen der Schwangerschaft besonders hoch konzentriert ist und Übelkeit verursachen kann. Manche Frauen müssen sich im ersten Trimester auch gelegentlich übergeben. Übelkeit (Emesis) und Erbrechen (Hyperemesis) in der Schwangerschaft sind zwar nichts ungewöhnlich und meist kein Grund zur Sorge, jedoch können sie die Lebensqualität ganz schön einschränken.

Um der Übelkeit in der Schwangerschaft entgegenzuwirken, habe ich einige Tipps für dich:

1.     Stelle dir abends vorm Schlafengehen für den Morgen trockene Kekse oder trockenes Brot und einen Kräutertee bereit. Wenn du noch vor dem Aufstehen ein wenig davon isst und trinkst, kann das die Übelkeit mindern. 

2.     Denke daran, ausreichend zu trinken. 

3.     Statt drei großen Mahlzeiten ist es besser, wenn du über den Tag verteilt fünf bis sechs kleine Mahlzeiten zu dir nimmst. 

HIER findest Du weitere Tipps wie du Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft entgegenwirken kannst.

Worauf muss ich bei der Ernährung im 2. Trimester achten? 

Das 2. Trimester erleben die meisten Schwangeren als das schönste: Die Übelkeit und andere anfänglichen Schwangerschaftsbeschwerden sind verschwunden, der Bauch ist aber noch nicht so groß, dass die Beweglichkeit eingeschränkt ist. 

Bei der Ernährung im 2. Trimester solltest du daran denken, dass sich dein Kalorienbedarf langsam erhöht. Du solltest ca. 200-300 zusätzliche Kalorien pro Tag zu dir nehmen. Das musst du aber nicht auf Biegen und Brechen einhalten. Höre auf deinen Körper und höre auf zu essen, wenn du satt bist. Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, sprich deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme an. 

Was ändert sich bei der Ernährung im 3. Trimester?

Auch im 3. Trimester ist dein Energiebedarf etwa 10 Prozent höher als der einer nicht schwangeren Frau. Du solltest also weiterhin etwa 200-300 zusätzliche Kalorien zu dir nehmen. 

Weil dein Babybauch wächst und deine Organe verschiebt, kann es im 3. Trimester wieder vermehrt zu Übelkeit und vor allem zu Sodbrennen kommen. Doch auch dagegen kannst du etwas unternehmen: 

  1. Iss langsam und kaue dein Essen gut. 
  2. Vermeide es, spät abends zu essen.
  3. Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt helfen, Sodbrennen und Übelkeit in Schach zu halten. 
  4. Meide Kohlensäure und saures, scharfes sowie fettiges Essen. 

TIPP: Eine kohlenhydratärmere Ernährung in den letzten Wochen vor dem ET kann sich positiv auf die erste Geburtsphase auswirken, in der der Muttermund sich öffnet. Mehr über die sogenannte Louwen Ernährung findest Du HIER.

schwangerschaft essen

Wie häufig sollte ich in der Schwangerschaft essen? 

In der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, dass dein Blutzucker nicht zu stark absinkt. Deswegen ist es gut, wenn du als Schwangere mehrere und dafür kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt isst. 

Es ist aber wichtig, dass du dich beim Essen wohlfühlst und das tust, was sich für dich gut anfühlt. Wenn du statt fünf oder sechs kleinen lieber drei normale Mahlzeiten und ein bis zwei Snacks am Tag zu dir nehmen möchtest, ist das ebenso in Ordnung, solange mit dir und deinem Baby alles okay ist.

Was hilft bei Heißhungerattacken in der Schwangerschaft? 

Von Heißhungerattacken in der Schwangerschaft bleibt wohl niemand verschont. Wenn möglich, solltest du den Heißhungerattacken nicht mit Schokolade oder Süßigkeiten begegnen, sondern auf gesunde Alternativen zurückgreifen. Babykarotten, Kirschtomaten, Snackgurken, Studentenfutter oder ein leckerer Joghurt mit frischem Obst sind bestens geeignet, um deinen Heißhunger zu stillen. Wenn es unbedingt etwas Süßes sein muss, versuche es mal mit dunkler Schokolade. 

Wenn du das Gefühl hast, dass du übermäßig oft und übermäßig starke Heißhungerattacken hast, erzähle deiner Hebamme davon und frage sie, was du tun kannst, um in der Schwangerschaft nicht zu viel zuzunehmen. Frauen, die am Anfang ihrer Schwangerschaft normalgewichtig sind, sollten im Verlauf der Schwangerschaft nicht mehr als 11-16 Kilogramm zunehmen. Warst du schon zu Beginn der Schwangerschaft übergewichtig, solltest du in der Schwangerschaft etwas weniger zunehmen. 

Wie sieht die richtige Ernährung bei Schwangerschaftsdiabetes aus? 

Bei etwa 6 Prozent der Schwangeren wird eine Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) diagnostiziert. Doch nur die wenigsten davon müssen während der Schwangerschaft eine Insulintherapie beginnen. Bei etwas 80 Prozent der Betroffenen reicht eine Ernährungsumstellung aus, um die Schwangerschaftsdiabetes in den Griff zu bekommen. Wenn bei dir eine Schwangerschaftsdiabetes vorliegt, musst du unbedingt Folgendes beachten:

  • Auf deinem Speiseplan sollten wenig Weizen-, dafür aber viele Vollkornprodukte stehen. 
  • Vermeide Zucker in seiner reinen Form so gut es geht. 
  • Gemüse und Hülsenfrüchte sind bei Schwangerschaftsdiabetes gut geeignet. 
  • Iss Obst wegen des Fruchtzuckers nur in Maßen. 
  • Mageres Fleisch und mageren Fisch darfst du ruhig öfter verzehren. 
  • Iss bis zu 6 kleine Mahlzeiten am Tag, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. 
  • Achte darauf, dass du täglich mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit zu dir nimmst. Stilles Wasser und Kräutertees sind am besten geeignet, auf gesüßte Getränke solltest du ganz verzichten.  
  • Eiweiß fungiert als natürliche Blutzuckerbremse. Fettarme Milchprodukte sind für dich also besonders wichtig. 
  • Insgesamt solltest du täglich nicht mehr als 60-80 Gramm qualitativ hochwertiges Fett zu dir nehmen.
  • Übrigens kann eine bewusste Ernährung unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte auch dazu beitragen, einer Schwangerschaftsdiabetes vorzubeugen. 
eisenmangel schwangerschaft
Eisenhaltige Lebensmittel

Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen? 

Leider gibt es einige Lebensmittel, die in der Schwangerschaft keinesfalls auf deinem Speiseplan stehen sollten, weil sie deinem Baby unter Umständen schaden könnten. Auf welche Lebensmittel du in der Schwangerschaft besser verzichten solltest, kannst du hier nachlesen. 

Finger weg vom Alkohol!

Alkohol gehört zu den Genussmitteln, die in der Schwangerschaft absolut tabu sind. Babys von Müttern, die in der Schwangerschaft regelmäßig Alkohol konsumiert haben, leiden oft am sogenannten fetalen Alkoholsyndrom (FAS). Das FAS kann unter anderem zu Wachstumsveränderungen und Schädigungen des zentralen Nervensystems führen. Wenn du in der Schwangerschaft Alkohol trinkst, wird dein Kind darunter also womöglich sein ganzes Leben leiden. 

Man weiß nicht welche Menge an Alkohol kritisch ist, aber man geht davon aus, dass auch geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft einem Baby schaden können und gerade in der Frühschwangerschaft zu schweren Entwicklungsstörungen oder gar einer Fehlgeburt führen können. Daher solltest du also besser ganz auf alkoholische Getränke verzichten, solange du schwanger bist – und solange du stillst. 

Eiweißreiche Lebensmittel

Tiefsee- und Raubfisch sowie roher Fisch 

Sogenannte Tiefsee- und Raubfische (beispielsweise Thunfisch, Heilbutt, Haifisch, Schwertfisch, Barsch und Aal) können unter Umständen Quecksilber enthalten. Da Quecksilber giftig ist und vor allem im zentralen Nervensystem ungeborener Kinder Schaden anrichten kann, wird Schwangeren empfohlen, darauf zu verzichten, Tiefsee- und Raubfische auf ihren Speiseplan zu setzen. 

Als eher unbedenklich gilt: Lachs, Hering und Makrele

Gehörst Du zu den Sushi Liebhabern, würde ich aufgrund des Infektionsrisikos mit Listerien und Salmonellen, sowie des erhöhten Quecksilbergehaltes vieler Fischsoren, würde ich Sushi in der Schwangerschaft lieber meiden. Nach der Geburt kannst du dann wieder sofort Sushi genießen. Über die Muttermilch sind Listerien und Salmonellen nicht übertragbar.

Rohmilchprodukte und Edelschimmelkäse

Rohmilch und aus Rohmilch hergestellte Produkte können Listerien, Salmonellen, Tuberkulosebakterien und Escherichia coli enthalten. Erwachsene können eine Infektion mit den genannten Bakterien in der Regel mit der richtigen medizinischen Behandlung gut verkraften, ungeborene Kinder allerdings nicht. Als Schwangere solltest du Rohmilch und daraus hergestellte Produkte also möglichst meiden. Auch vom Verzehr von Edelschimmelkäse wird Schwangeren abgeraten. 

Achte im Zweifelsfall im Supermarkt auf das Etikett der Lebensmittel. Produkte, die mit Rohmilch hergestellt wurden, müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Findest du keine Kennzeichnung auf dem Etikett, kannst du davon ausgehen, dass das Produkt mit wärmebehandelter bzw. pasteurisierter Milch hergestellt wurde und dementsprechend für dich und dein Baby ungefährlich ist. 

Weich gekochte Eier, rohes Fleisch und Innereien 

Rohe und weich gekochte Eier können Listerien und Salmonellen enthalten und sind deswegen in der Schwangerschaft zum Verzehr ungeeignet. Während eine Listeriose beim Ungeborenen zu einer schweren Infektion führen kann, schaden Salmonellen in erster Linie dir und deinem Baby nicht direkt.

Rohes Fleisch sollte hingegen nicht auf dem Speiseplan einer Schwangeren stehen, weil es Toxoplasmose-Erreger enthalten kann. Die Parasiten können beim ungeborenen Kind Missbildungen verursachen und im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen. Salami, Tatar, roher Schinken und Mettwurst sind in der Schwangerschaft also beispielsweise nicht geeignet. Fleischwurst, Gelbwurst und Lyoner kannst du aber zum Beispiel bedenkenlos verzehren. 

Tipp: Sollte dich mal der Salamihunger packen, denn viele Frauen haben in der Schwangerschaft Lust auf etwas Herzhaftes, Salziges, kannst du diesen durch angebratene Salami, Speck oder Schinken mit Ei stillen.

Leber enthält viel Vitamin A, was deinem Baby in einer Überdosierung schaden kann. Wenn, dann verzehre Leber daher nur in kleinen Mengen, besser gar nicht. Das gleiche gilt für Innereien: Sie können Schadstoffe enthalten, mit denen dein Baby besser nicht in Berührung kommen sollte. 

Lebensmittel reich an Omega 3

Ungewaschenes Obst/Gemüse und abgepackte Salate 

Obst und Gemüse darfst du in der Schwangerschaft reichlich essen, aber bitte nur gründlich gewaschen! Keime auf ungewaschenem Obst und Gemüse können zwar dir nicht viel anhaben, können für dein Baby aber gefährlich werden. So können über ungewaschenen Salat unter Umständen Toxolasmose oder Listerien übertragen werden, die du wahrscheinlich kaum bemerkst, die deinem Kind bei einer Infektion jedoch ernsthaft Schaden können.

Auf abgepackte Salate oder Salate vom Buffet solltest du in der Schwangerschaft verzichten, weil sich an den Schnittstellen Pflanzensäfte sammeln, an denen sich Bakterien überdurchschnittlich schnell vermehren können. Sie sind quasi eine Brutstätte für Bakterien und da das Immunsystem in der Schwangerschaft geschwächt ist, solltest du deinem baby zuliebe den Salat besser selber abwaschen.

Honig – ja oder nein?   

Der Genuss von Honig in der Schwangerschaft ist umstritten. Sicher hast du schon gehört, dass Honig Listerien enthalten kann. Das sind Bakterien, die die Infektionskrankheit Listeriose auslösen können. Die Grippe-ähnliche Erkrankung kann für dein Baby gefährlich sein.

Allerdings hat Honig einen so hohen Zuckergehalt und darüber hinaus von Natur aus eine antibakterielle Wirkung, dass eine Infektion höchst unwahrscheinlich ist. Du musst in der Schwangerschaft also nicht ganz auf Honig verzichten. Achte aber darauf, ihn nur in Maßen zu genießen – der hohe Zuckergehalt im Honig könnte sonst eine Schwangerschaftsdiabetes begünstigen. 

FAQ zum Thema Ernährung in der Schwangerschaft

Als werdende Mama willst du für dein Baby von Anfang an das Beste. In der Schwangerschaft tust du deinem Baby etwas Gutes, wenn du dir etwas Gutes tust – denn dein Kind ist untrennbar mit dir verbunden und wird von dem, was du isst, miternährt. 

Wusstest du, dass dein Baby im Verlauf des 3. Trimesters Geschmacksknospen und eine Vorliebe für bestimmte Geschmäcker herausbildet? Was du in der Schwangerschaft isst, entscheidet dementsprechend maßgeblich über die späteren Vorlieben deines Kindes mit. 

Kein Wunder also, dass das Thema Ernährung in der Schwangerschaft für werdende Mütter eine wichtige Rolle spielt. Deswegen habe ich für dich die am häufigsten gestellten Fragen im Zusammenhang mit Ernährung in der Schwangerschaft gesammelt. 

Lebensmittel reich an komplexen Kohlenhydraten

Kann ich mich in der Schwangerschaft vegetarisch oder vegan ernähren? 

Unter werdenden Müttern gibt es immer mehr, die sich vegetarisch oder vegan ernähren und das auch in der Schwangerschaft weiterhin tun möchten. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine pflanzliche Ernährung in der Schwangerschaft, solange du darauf achtest, dass dein Baby mit allen wichtigen Spurenelementen und Nährstoffen versorgt wird. 

Wenn du dich in der Schwangerschaft also vegetarisch oder vegan ernähren möchtest, sprich mit deinem Arzt oder deiner Hebamme, ob du Nahrungsergänzungsmittel benötigst. Vor allem Vitamin-B12, Omega-3-Fettsäuren und Eisen müssen bei vegetarischer und veganer Ernährung in der Schwangerschaft häufig extern zugeführt werden. 

Muss man in der Schwangerschaft für zwei essen? 

Den Spruch, man müsse in der Schwangerschaft für zwei essen, hat mit Sicherheit jeder schon einmal gehört. Das ist jedoch nicht richtig. Im ersten Trimester einer Schwangerschaft benötigst du keine zusätzliche Energie, solltest also nicht mehr als deine übliche Kalorienanzahl zu dir nehmen. 

Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft erhöht sich dein Kalorienbedarf um ca. 250 Kilokalorien pro Tag – das entspricht in etwa zwei Kinderriegeln oder einem halben Liter Orangensaft. Deinen erhöhten Nährstoffbedarf solltest du also keinesfalls darüber decken, dass du einfach doppelt so viel isst wie sonst, sondern über qualitativ hochwertige Nahrungsmittel. Wie so oft gilt also auch bei der Ernährung in der Schwangerschaft: Auf die Qualität kommt es an, nicht auf die Quantität!

Was sollte ich in der Schwangerschaft meiden? 

In der Schwangerschaft empfiehlt es sich generell, auf magenschonendes Essen zu achten. Blähende Lebensmittel und sehr fettiges, stark gewürztes oder saures Essen können schnell zu Übelkeit und Sodbrennen führen. 

Wenn du merkst, dass du zu Übelkeit und Sodbrennen in der Schwangerschaft neigst, kann es dir helfen, mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu dir zu nehmen. 

Außerdem kann man grob sagen, dass rohe tierische Lebensmittel in der Schwangerschaft nicht verzehrt werden sollten.

Darf ich in der Schwangerschaft Kaffee trinken? 

Hier eine gute Nachricht für alle Kaffeefreunde: Du darfst in der Schwangerschaft Kaffee trinken – allerdings nur in geringen Mengen. Etwa 200-300 Milligramm Koffein täglich machen deinem Baby nichts aus. Das entspricht aber leider nur ca. zwei Tassen Kaffee, je nach Stärke etwas mehr oder etwas weniger. Aber immerhin: Du musst auf deinen morgendlichen Kaffee nicht verzichten. 

Was kann ich essen, wenn ich in der Schwangerschaft Verstopfung habe? 

Verstopfung in der Schwangerschaft ist nicht ungewöhnlich. Der Darm arbeitet durch die hormonelle Umstellung etwas langsamer und mit fortschreitender Schwangerschaft hat dieser auch nicht mehr so viel Platz wie vorher. Eine ballaststoffreiche Ernährung und der Verzicht auf blähende Lebensmittel kann dir helfen, die Verstopfung zu lösen oder erst gar nicht entstehen zu lassen. 

Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 Litern am Tag wichtig. Dabei solltest du hauptsächlich Wasser, ungesüßten Kräutertee und verdünnte Fruchtsäfte trinken. Eine moderate Bewegung, beispielsweise ein Spaziergang nach dem Essen, kann ebenfalls helfen, deine Verdauung in Gang zu bringen und Verstopfung oder auch Hämorrhoiden (die gerne durch Verstopfungen begünstigt werden) in der Schwangerschaft zu vermeiden. 

Ansonsten kannst Du es auch mit Trockenobst wie getrockneten Pflaumen, Datteln und Aprikosen, Flohsamen, Leinsamen oder Pflaumesaft versuchen. Wenn das nicht hilft, kannst du in der Apotheke kleine Minieinläufe (Microklist) kaufen, die dir das Abführen erleichtern.

Kann ich Allergien bei meinem Baby mit der richtigen Ernährung vorbeugen? 

Vor gar nicht allzu langer Zeit hat man werdenden Müttern empfohlen, keine Lebensmittel zu essen, die als Auslöser für Allergien bekannt sind. Heute wird davon allerdings abgeraten, da es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel das Allergierisiko beim Kind minimieren kann. Das gilt auch für die Stillzeit. Schwangere und Stillende sollten ausgewogen und gesund essen, um ihr Baby bestmöglich mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Ist scharfes Essen in der Schwangerschaft okay? 

Grundsätzlich ist es in Ordnung, in der Schwangerschaft scharfe Speisen zu dir zu nehmen, wenn du es verträgst. Wenn du bemerkst, dass du nach dem Genuss von scharfem Essen vermehrt unter Übelkeit leidest oder Sodbrennen bekommst, ist es besser, wenn du auf scharfes Essen in der Schwangerschaft verzichtest. Auch bei erhöhtem Blutdruck wäre ich mit scharfen Speisen eher vorsichtig.

Ist Zimt in der Schwangerschaft schädlich? 

Auch einige Gewürzen wird nachgesagt, wehenfördernd zu sein. Zu diesen zählen neben Zimt auch Kardamom, Eisenkraut, Ingwer, Oregano, Nelke, Chili, Basilikum und Thymian sowie Oregano. 

Das bedeutet allerdings nicht, dass du in der Schwangerschaft auf diese Gewürze verzichten musst. Du müsstest wahnsinnig viel von diesen Gewürzen zu dir nehmen, um tatsächlich Wehen auszulösen. In Maßen im Essen sind die genannten Gewürze also in der Schwangerschaft ungefährlich. Droht bei dir alleridngs eine Frühgeburt, würde ich auf diese Gewürze vorsichtshalber verzichten.

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

Hat der Artikel dir gefallen?

Meld dich jetzt zu meinem Hebammennewsletter an und ich melde mich bei dir sobald ich einen neuen Artikel veröffentlicht habe.

Du bekommst garantiert keinen Spam und kannst dich auch jederzeit wieder abmelden.

    Ich freue mich auf dich!

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    × Wie kann ich dir helfen?

    Hebammen-Newsletter

    Meld dich jetzt zu meinem Newsletter an und ich schicke dir regelmäßig neue Artikel von mir zu rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby:

    Du bekommt nur E-Mails zu den Themen Schwangerschaft, Geburt usw. und kannst dich jederzeit wieder abmelden.

     

    Alles Liebe, deine