Bei einer Verletzung, die in die tieferen Hautschichten ragt, kommt es immer zu einer bleibenden Narbenbildung. So auch bei einem Kaiserschnitt.

Dabei verläuft die Narbenbildung in drei Stufen:

  • Reinigungsphase (ca. 1 – 4. Tag): direkt nach dem Kaserschnitt setzt die Blutgerinnung ein. Die Thrombozyten laufen auf Hochtouren und versuchen die Blutung zu stillen. Gleichzeitig werden Bakterien und Keime aus der Wunde entfernt. Es bildet sich Schorf auf der Wunde.
  • Heilungsphase (ca. 3. – 14. Tag): Es kommt zur Neubildung von Hautzellen. Die Wunde füllt sich mit Granulationsgewebe und wird langsam kleiner und die Wund schließlich verschlossen.
  • Wiederaufbauphase (ca. 4. – 21. Tag): Das Granulationsgewebe wird zu Narbengewebe umgebaut. Dazu wird dem Granulationsgewebe flüssigkeit entzogen. Der Körper bildet Kollagenphasern und die Wundoberfläche wird durch Epitelzellen verschlossen. Das neu gebildete Narbengewebe unterscheidet sich von der intakten Haut. Es hat keine Haare, Talg- und Schweißdrüsen sowie Pigmentzellen und ist wesentlich weniger elastisch.
  • Reifungsphase (bis zu 2 Jahren): In dieser Phase wird das bisher provisorische Ersatzgewebe in ein definitives (Narben)gewebe umgewandelt. Die eingelagerten Kollagenphasern werden umgebaut, Bindegewebszellen ausgereift und das Gewebe mit der Zeit fester und die Narbe kleiner.

Die oben aufgeführten Phasen der Wund- und Narbenheilung sollen Dir einen grobe Überblick geben und Dir zeigen, dass sich Deine Narbe durch diese Prozesse über einen sehr langen Zeitraum verändern kann.

Die Kaiserschnittnarbe im Verlauf

Die meisten Frauen wünschen sich eine Kaiserschnittnarbe, die möglichst unscheinbar verheilt. In den ersten Wochen nach dem Kaiserschnitt kann man sich jedoch schwer vorstellen, dass die Narbe, die zwischen 15 – 25 cm breit ist, jemals unauffällig abheilen kann.

Die Narbe in den ersten Wochen

Die Narbe ist:

  • lila oder rot
  • geschwollen
  • taub (manchmal bis zum Bauchnabel)
  • mit Schorf bedeckt

Die Narbe nach ein paar Monaten

Die Narbe:

  • verblasst immer mehr
  • die Schwellung lässt nach
  • gleicht sich dem Hautniveau an
  • Taubheitsgefühl wird meist weniger, kann aber auch noch anhalten

Wie bereits erwähnt kann die Reifungsphase der Narbe bis zu 2 Jahre dauern. Daher sei nicht beunruhigt, wenn Deine Kaiserschnittnarbe nach ein paar Monaten noch nicht so aussieht, wie Du es gerne hättest.

Pflege der äußeren Kaiserschnittnarbe

Neben der Veranlagung beeinflusst die Narbenpflege auch das Erscheinungsbild Deiner Kaiserschnittnarbe. In diesem Video erfährst Du wie Du Deine Narbe pflegen kannst.

Video -> Narbenpflege

Friktionsmassage

Bisher hast Du Dich vielleicht nur mit einer sanften Massage an Deine Kaiserschnittnarbe getraut. Nach 6-8 Wochen, wenn die Narbe fest genug verheilt ist, kannst Du mit einer sogenannten Friktionsmassage das Narbengewebe behandeln.

Ziele der Friktionsmassage sind:

  • Die Narbe flexibler und geschmeidiger zu machen
  • Verklebungen mit der Haut und den darunter liegenden Schichten zu lösen, so dass die verschiedenen Gewebsschichten frei beweglich sind.
  • Das Narbenbild zu verbessern.

Und so führst Du die Massage durch:

Video -> Selbstmassage

Die inneren Kaiserschnittnarben

Wusstest Du, dass durch den Kaiserschnitt neben der äußeren Hautnaht, weitere Verletzungen enstehen, die weit in Deinen Bauch bis zum Becken hineinreichen? Du kannst Dir diese Verletzungen wie einen Trichter vorstellen, der in Deinen Körper ragt. Dadurch bildet sich weitaus mehr Narbengewebe als die sichtbare Kaiserschnittnarbe.

Es macht Sinn auch diesen Narben ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Denn nicht selten kommt es durch den Heilungsprozess zu körperlichen Einschränkungen, die vor der Geburt nicht da waren. Warum es oft nicht ausreicht nur die äußere Kaiserschnittnarbe zu behandeln, erfährst Du im nächsten Video.

Video -> innere Verletzungen

Du musst mit den Einschränkungen nicht leben

Auch Jahre später lassen sich Narben erfolgreich behandeln und führen so zu einer Verbesserung der Lebensqualität. Nimm daher Probleme und Einschränkungen ernst und suche Dir einen geeigneten Therapeuten.

Video -> Einschränkungen

Schau Dir passend zum Thema die Experteninterviews mit Michaela Liedler und Frau Dr. Sonja Reitz an.

Neuraltherapie

Bei der Neuraltherapie wird die Narbe mit einem Lokalanästhetikum (=Betäubungsspritze wie beim Zahnarzt) unterspritzt um kurzfristig die Reizung, die durch die Narbe entsteht, zu blockieren. In dieser Zeit hat der Körper die Möglichkeit, die Selbstregulation wiederherzustellen. Außerdem wirkt das Lokalanästhetikum antientzündlich und senkt die Anspannung über Regulation des sympathischen Nervensystems.

Die Neuraltherapie ist eine ganzheitliche Regulationstherapie. Sie basiert auf der Schulmedizin und verfolgt das Ziel das körperliche Gleichgewicht wiederherzustellen.
Im menschlichen Körper treten ständig kleinere Störungen auf, welche durch Regelsysteme wieder ausgeglichen werden. Kommt es zu größeren Störherden oder zu einer großen Anzahl an Störfeldern, kann die Selbstregulation nicht mehr stattfinden. Dies kann sich in Funktionseinschränkungen und Schmerzen ausdrücken. Bei der Neuraltherapie werden durch genaue Anamnese die Störfelder wie Narben oder Entzündungsherde lokalisiert und durch Einspritzen kleiner Mengen eines örtlichen Betäubungsmittels vorübergehend ausgeschaltet. Dem Körper wird damit die Möglichkeit gegeben, sein Gleichgewicht wiederzufinden.
Je nach Ausprägung der Störung wird diese Therapie ein- bis mehrmals durchgeführt bzw. von anderen Therapiemaßnahmen begleitet.

Diese sollen Funktionsstörungen des gesamten Organismus lösen, das Nervensystem aktivieren oder dämpfen und somit die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.

alleinige Injektion eines Lokalanästhetikums wie beispielsweise Lidocain sein. Tritt dadurch schon eine Schmerzlinderung auf, wird dies als Sekundenphänomen bezeichnet.

In manchen Fällen reicht eine einmalige Neuraltherapie-Sitzung aus. Manchmal sind aber auch mehrere Sitzungen nötig.

Unbehandelte Narben können Schmerzen und Beschwerden in anderen Körperregionen verursachen. Diese Begebenheit wird in der Neuraltherapie als Störfeld bezeichnet. Ein Störfeld ist jede Stelle und jedes Organ, das krankhaft verändert ist oder war und die Fähigkeit angenommen hat, über die nächste Umgebung hinaus Erkrankungen hervorzurufen oder zu erhalten; einem Störfeld kommt somit eine pathologische Fernwirkung zu. Diese sind eine Dauerstresssituation, welche Abwehrkräfte erschöpfen und schließlich zur Entgleisung führen können.

Narben können den energetischen Fluss negativ beeinflussen. Bei der Narbenentstörung wird das betroffene Gewebe mit Pulsationssmassage gelockert und mit Lokalanästhetikum unterspritzt. Meist kommt Lidocain 1 % intrakutan injiziert. (i. c.) zur Anwendung, da sich dieser Wirkstoff gut verteilt und verträglich ist. 

https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/alternative-heilmethoden/neuraltherapie/

Kaiserschnitttape

Das Kinesiotaping ist in den letzten Jahren immer populärer geworden, um die Narbenbildung positiv zu beeinflussen.

Durch ein elastisches Tape, welches auf den Narbenbereich angebracht wird, erhält das Gewebe bei Bewegung eine Art Dauermassage. Die Haut wird angehoben und das darunter liegende Gewebe gegeneinander verschoben. Dadurch entsteht mehr Raum im Wundbereich. Die Narbe wird entlastet, der Druck auf die Schmerzrezeptoren reduziert und dadurch Schmerzen gelindert. Also eine wunderbare, einfach Möglichkeit sich und seiner Narbe etwas Gutes zu tun.

Das Kaiserschnitttape kann ab Tag 7 angelegt werden.

Und so legst Du ein Kinesiotape bei der Kaiserschnittnarbe an:

Video -> Kinesiotape