Wie pflege ich meine Kaiserschnittnarbe? - Mammacita

Wie pflege ich meine Kaiserschnittnarbe?

Von Julia Ronnenberg | Allgemein

In Deutschland kommt es bei 30% der Geburten zu einem Kaiserschnitt. 5% der Frauen entscheiden sich heute sogar ganz bewusst für diesen Schritt. Doch ein Kaiserschnitt sorgt für eine Wunde, die danach natürlich gepflegt werden muss, denn schlussendlich willst Du sicherlich eine schöne, unauffällige Narbe haben. Was Du am Anfang nicht glauben wirst: Irgendwann wird Dich nur mehr ein kleiner dünner Strich an Deinen Kaiserschnitt erinnern. Doch dafür musst Du Deine Narbe gut pflegen.

Der Kaiserschnitt und seine Narbe

Wenn es zu einem Kaiserschnitt kommt, entsteht eine größere Wunde. Diese braucht natürlich ihre Zeit zum Heilen. Meist bleibst Du mit einem Kaiserschnitt fünf Tage im Krankenhaus, damit der Heilungsprozess der Wunde besser kontrolliert werden kann. Wie lange eine Wunder zur Heilung braucht, ist natürlich verschieden. Meist ist die Wunde äußerlich nach rund 14 Tagen komplett verheilt.

Muss ich die Narbe pflegen? Welche Cremes oder Salben gibt es?

Nachdem die Wunder verheilt ist, kommt es natürlich zu einer Narbe. Dies ist vollkommen normal und der gewöhnliche Wundheilungsprozess der Haut. Es ist keine Frage, dass die meisten Frauen ein wenig Angst vor dieser Narbe haben. Für das Baby nimmst Du ohnehin schon so einiges ganz einfach in Kauf, ohne Dich zu beklagen.

Der Kaiserschnitt ist meist 10 bis 14 Zentimeter lang und wird in der Regel an der Schamhaargrenze gesetzt. An dieser Stelle kann die Narbe gut verdeckt werden. Selbst im Bikini oder in Unterwäsche sieht man sie so gut wie nie. Zu Beginn wird die Narbe rot sein und kann sogar ein wenig wulstig wirken. Darüber hinaus kann sie Dir auch Schmerzen verursachen oder brennen. Manchmal gibt es eine Schwellung rund um die Narbe durch entstandenes Wundwasser, oder die Narbe ist druckempfindlich oder beginnt im Laufe der Heilung zu jucken. Es kann sogar zu einem Taubheitsgefühl in der ersten Zeit kommen, welches bei den meisten Frauen innerhalb der ersten Monate wieder verschwindet. Dies gilt als ziemlich normal.

Den Heilungsprozess Deiner Narbe kannst Du in jedem Fall unterstützen und dazu beitragen, dass die Narbe sich besser und schneller zurückbildet. Ich habe gute Erfahrungen mit einer sanften Massage mit Johanniskraut-Öl, dem Narbengel von Wala, oder Kelofibrase von Sandoz gemacht. Aber man kann auch eine Calendulacreme, Bepanthen, oder eine andere fetthaltige Salbe verwenden.

Nach rund 2 bis 3 Wochen nach der Geburt kannst Du vorsichtig mit einer Massage der Narben beginnen. Dafür solltest Du auf kreisende, leichte Bewegungen setzen. Vor dem Massieren musst Du in jedem Fall Deine Hände waschen!

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Wie förderst Du den Heilungsprozess noch?

Natürlich solltest Du Dir als Mama zuerst einmal ein wenig Ruhe gönnen. Wichtig dabei sind die ersten 6 bis 8 Wochen. Häufig klagen Frauen am späten Nachmittag, oder am Abend über eine schmerzende, oder geschwollene Narbe. Schone Dich in dieser Zeit so gut es geht und verzichte auf schweres Heben und ruckartige Bewegungen. Wenn Du merkst, dass Deine Narbe schmerzt, gönne Dir wieder ein wenig mehr Ruhe und hol Dir Unterstützung.

Die Hygiene ist ebenfalls ein wichtiges Gebot. Verzichte zuerst auf das Baden, denn dieses würde Dein Gewebe zu sehr aufweichen. Dusche lieber stattdessen und trockne Deine Narbe danach sanft ab. In der ersten Zeit solltest Du dabei natürlich sehr vorsichtig sein und diese behutsam abtupfen.

Zudem kannst Du auf lockere, weiche Kleidung setzen, die weder reibt noch kratzt, oder eine Binde auf die Narbe legen. Gut geeignet sind für die erste Zeit Unterhosen, die etwas höher geschnitten sind. Speziell für Frauen nach einem Kaiserschnitt gibt es die Kaiserschlüpfer, die dem Bauch Halt geben und durch eine kleine Tasche mit einem Kühlpad die Narbe kühlen, wenn man das möchte.

Außerdem solltest Du der Narbe kein direktes Sonnenlicht verpassen, da es sonst schnell zu Pigmentstörungen kommen könnte. Das Narbengewebe könnte außerdem bei der Regeneration gestört werden.

Meine Kaiserschnittnarbe ist noch immer taub. Kann ich dagegen etwas tun?

Viele Frauen habe nach einigen Wochen keine Schmerzen mehr, werden das Taubheitsgefühl jedoch nicht so schnell los. Da bei dem Kaiserschnitt Nerven durchtrennt wurden, sind diese Taubheitsgefühle normal. Diese betreffen generell die Stelle rund um die Narbe. Mit der Zeit wachsen die Nerven wieder zusammen und das Gefühl lässt nach. Das tägliche Massieren kann dabei helfen, denn die Narbe wird somit besser durchblutet und die Wundheilung wird gefördert. Zudem kannst Du Dich regelmäßig mit einer weichen Babybürste in diesem Bereich massieren. Dies sorgt ebenfalls für eine gute Durchblutung der Stelle. Wenn Du noch nach langer Zeit ein Taubheitgefühl rund um die Narbe spürst, kannst Du es auch mit einer Narbenentstörung bei einem Heilpraktiker versuchen.

Wann hat die Kaiserschnittnarbe ihr Endstadium erreicht?

Nach rund drei Monaten hat die äußere Narbe ihr Endstadium erreicht. Manchmal dauert es auch ein wenig länger. Sobald die Narbe nicht mehr rot ist, sondern weiß, kannst Du davon ausgehen, dass sie ihr Endstadium erreicht hat. Dann kannst Du sie dennoch weiterhin pflegen, denn auch danach kann sie noch flacher werden.

Was kann ich tun, wenn ich zu Keloidnarben neige?

Keloide sind Narben, die besonders wulstig sind und mit der Zeit sogar immer größer werden können. Je nachdem, wie stark keloidig die Narbe ist, kannst Du Dich in diesem Fall auch für einen operativen Eingriff entscheiden. So kann die Narbe beispielsweise auch nochmals Herausgeschnitten oder mit einem Laser behandelt werden. Dazu muss sie jedoch vollkommen verheilt sein.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich für Silikon-Narbenpflaster zu entscheiden. Die Pflaster werden einige Monate lang jeden Tag getragen und sollen somit die Narbe abflachen. Auch spezielle Silikon-Cremen gegen Narben kannst Du in solchen Fällen anwenden. In einigen Krankenhäusern gibt es spezielle Narbensprechstunden, wo Du Dich beraten lassen kannst.

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Über diesen Autor

Ich bin Julia, seit 15 Jahren arbeite ich als freiberufliche Hebamme und teile hier mein Wissen rund um Schwangerschaft und Geburt.

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