Was ist ein Blasenhalsdeszensus?
Ein Blasenhalsdeszensus beschreibt das Absinken des Blasenhalses, also des Übergangsbereichs zwischen deiner Harnblase und der Harnröhre. Normalerweise wird dieser Bereich durch eine stabile Haltestruktur aus Beckenbodenmuskulatur und Bindegewebe in seiner Position gehalten. Wenn diese Stützfunktion nachlässt, kann der Blasenhals absinken und seine Position verändern, besonders unter Belastung.
Dieses Absinken ist oft mit einer urethralen Hypermobilität verbunden, was bedeutet, dass sich auch die Harnröhre zu stark bewegt. Die häufigste und oft belastendste Folge ist die Stressinkontinenz (auch Belastungsinkontinenz genannt). Das bedeutet, dass bei körperlicher Anstrengung wie Husten, Niesen, Lachen oder Heben unwillkürlich Urin abgeht, weil der Verschlussmechanismus der Harnröhre nicht mehr zuverlässig funktioniert.
Die Ursachen für einen Blasenhalsdeszensus liegen meist in einer Schwächung des Beckenbodens. Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören:
- Schwangerschaften und vaginale Geburten
- Chronische Belastungen wie starkes Husten oder schweres Heben
- Hormonelle Veränderungen, insbesondere in den Wechseljahren
- Eine angeborene Bindegewebsschwäche
Ein Blasenhalsdeszensus ist eine Form der Beckenbodensenkung und kann eine Vorstufe oder ein Teil einer größeren Blasensenkung (Zystozele) sein. Die gute Nachricht ist: Du bist damit nicht allein und es gibt wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Je nach Ausprägung reichen die Therapieoptionen von gezieltem Beckenbodentraining über die Versorgung mit einem Pessar bis hin zu operativen Eingriffen, die den Blasenhals wieder stabilisieren. Ein Gespräch mit deiner Gynäkologin oder einem Urogynäkologen kann dir Klarheit und den richtigen Weg zur Besserung aufzeigen.