Was ist eine ektopische Ureterozele?
Stell dir den Weg des Urins von der Niere zur Blase wie einen kleinen Schlauch vor. Dieser Schlauch heißt Harnleiter (Ureter). Manchmal bildet sich am Ende dieses Schlauches, genau dort, wo er in die Blase mündet, eine Art ballonartige Aussackung. Das ist eine Ureterozele.
Der Begriff “ektopisch” bedeutet, dass diese Ureterozele und die Mündung des Harnleiters nicht an der korrekten Stelle in der Blase liegen. Stattdessen münden sie an einem falschen Ort, zum Beispiel im Blasenhals, in der Harnröhre oder bei Mädchen sogar in der Vagina. Dies ist eine angeborene Fehlbildung, die häufig im Zusammenhang mit einem gedoppelten Nieren- und Harnleitersystem auftritt.
Welche Symptome können bei einer ektopischen Ureterozele auftreten?
Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und hängen von der genauen Lage und Größe der Ureterozele ab. Vielleicht erkennst du eines der folgenden Anzeichen bei dir oder deinem Kind wieder:
- Harnwegsinfektionen: Wiederkehrende oder hartnäckige Infektionen sind ein häufiges Symptom, da der Urin nicht richtig abfließen kann und sich staut.
- Harninkontinenz: Oft zeigt sich ein ständiges, unkontrollierbares Tröpfeln von Urin (Harnträufeln), obwohl die Blase normal entleert wird.
- Blasenentleerungsstörungen: Es kann zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen kommen, wie einem schwachen Strahl, Pressen beim Urinieren oder dem Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können.
- Bauch- oder Flankenschmerzen: Ein Rückstau von Urin bis in die Niere kann zu Druckgefühl oder Schmerzen führen.
Diagnose und Behandlungsansätze
Wenn der Verdacht auf eine ektopische Ureterozele besteht, wird dein Arzt oder deine Ärztin verschiedene bildgebende Verfahren nutzen, um eine genaue Diagnose zu stellen. Dazu gehören meist eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Blase, eine Röntgenuntersuchung während des Wasserlassens (Miktionszystourethrogramm, MCU) oder eine Blasenspiegelung (Zystoskopie).
Die gute Nachricht ist: Es gibt effektive Behandlungsmöglichkeiten. Die Therapie richtet sich ganz nach deinen individuellen Symptomen und dem Befund. Oft kann die Ureterozele durch einen kleinen endoskopischen Eingriff (Schlitzung oder Punktion) eröffnet werden, um den Urinabfluss wiederherzustellen. In komplexeren Fällen kann eine operative Neupflanzung des Harnleiters in die Blase (Harnleiterneuimplantation) notwendig sein. Dein Behandlungsteam wird gemeinsam mit dir den besten Weg für deine Gesundheit finden.