Fetales Pulsoximetrie-Monitoring

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

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Was ist das Fetale Pulsoximetrie-Monitoring?

Das Fetale Pulsoximetrie-Monitoring ist ein spezielles Überwachungsverfahren, das während der Geburt eingesetzt werden kann, um die Sauerstoffsättigung im Blut deines Babys direkt zu messen. Stell es dir ein wenig so vor wie den kleinen Clip mit dem roten Licht, den du vielleicht vom Finger kennst – nur eben speziell entwickelt für dein Kind, noch bevor es geboren ist. Dieses Verfahren liefert dem Geburtsteam wertvolle zusätzliche Informationen über das Wohlbefinden deines Babys, insbesondere wenn andere Überwachungsmethoden wie das CTG uneindeutige Ergebnisse zeigen.

Wann und warum wird dieses Verfahren angewendet?

Die fetale Pulsoximetrie kommt nicht standardmäßig bei jeder Geburt zum Einsatz. Sie ist eine ergänzende Methode, die vor allem dann in Betracht gezogen wird, wenn das Kardiotokogramm (CTG), auch Herzton-Wehenschreiber genannt, auffällige oder schwer zu interpretierende Muster aufweist. Das Hauptziel ist es, eine mögliche fetale Hypoxie – also eine Unterversorgung des Babys mit Sauerstoff – sicherer zu erkennen und von unbedenklichen CTG-Veränderungen zu unterscheiden.

Der Einsatz kann dabei helfen:

  • Sicherheit zu erhöhen: Es gibt dem Team ein klareres Bild von der Sauerstoffversorgung deines Kindes.
  • Unnötige Eingriffe zu vermeiden: Wenn die Sauerstoffsättigung stabil ist, kann dies trotz eines auffälligen CTG entwarnend wirken und möglicherweise einen nicht notwendigen Kaiserschnitt verhindern.
  • Entscheidungen zu unterstützen: Die Messwerte helfen Ärztinnen und Hebammen, den besten Zeitpunkt und die beste Art der Entbindung für dich und dein Baby zu bestimmen.

Wie funktioniert die Fetale Pulsoximetrie?

Für die Messung ist es notwendig, dass die Fruchtblase bereits gesprungen ist und der Muttermund etwas geöffnet ist. Ein dünner, weicher Sensor wird vorsichtig durch die Vagina eingeführt und an der Wange oder Schläfe deines Babys platziert. Der Sensor sendet rotes und infrarotes Licht durch die Haut deines Kindes und misst, wie viel Sauerstoff an die roten Blutkörperchen gebunden ist.

Dieser Vorgang ist für dein Baby in der Regel nicht schmerzhaft und gilt als sicheres Verfahren. Die Werte werden kontinuierlich auf einem Monitor angezeigt und zusammen mit den Herztönen und der Wehentätigkeit ausgewertet.

Was bedeuten die gemessenen Werte?

Die Sauerstoffsättigung (SpO₂) des Fötus ist natürlicherweise niedriger als nach der Geburt. Als Grenzwert gilt in der Regel ein Wert von 30 %.

  • Ein Wert von über 30 % gilt als beruhigend und zeigt an, dass das Baby aktuell ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist.
  • Fällt der Wert für eine gewisse Zeit unter 30 %, ist das ein Warnsignal, das auf eine beginnende Sauerstoffunterversorgung hindeuten kann. Das geburtshilfliche Team wird dann die Situation neu bewerten und gegebenenfalls Maßnahmen einleiten, um die Geburt zu beschleunigen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die fetale Pulsoximetrie immer nur ein Teil des Gesamtbildes ist. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen wird niemals allein auf Basis dieses einen Wertes getroffen, sondern immer im Zusammenspiel mit dem CTG, dem Geburtsfortschritt und deinem allgemeinen Zustand.

Quellenangaben

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). S3-Leitlinie: Vaginale Geburt am Termin. AWMF-Registernummer 015/083, 2020.
  • Goeschen, K., & Rath, W. (2018). Fetale Pulsoxymetrie. In: Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Berlin, Heidelberg.
  • East, C. E., et al. (2014). Fetal pulse oximetry for fetal assessment in labour. Cochrane Database of Systematic Reviews.

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