Post-Sectio-Narben-Sensibilitätsstörung

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist eine Post-Sectio-Narben-Sensibilitätsstörung?

Eine Post-Sectio-Narben-Sensibilitätsstörung beschreibt eine Veränderung der Gefühlswahrnehmung im Bereich Deiner Kaiserschnittnarbe und dem umliegenden Gewebe. Nach einem Kaiserschnitt ist es völlig normal, dass sich die Haut und die darunterliegenden Schichten anders anfühlen als zuvor. Dein Körper hat eine große Operation durchlebt, und die Heilung braucht Zeit. Diese Sensibilitätsstörung ist eine häufige und meist vorübergehende Begleiterscheinung dieses Prozesses.

Typische Symptome: Wie fühlt es sich an?

Die Veränderungen können sehr unterschiedlich sein und reichen von einem leichten Unbehagen bis hin zu stärkeren Missempfindungen. Vielleicht erkennst Du eines oder mehrere dieser Gefühle wieder:

  • Taubheit: Viele Frauen berichten von einem Gefühl, als wäre die Haut über und unter der Narbe “eingeschlafen” oder fremd. Berührungen fühlen sich gedämpft an.
  • Hypersensibilität: Das genaue Gegenteil kann der Fall sein. Schon die leichteste Berührung, zum Beispiel durch Kleidung, wird als unangenehm, brennend oder schmerzhaft empfunden.
  • Kribbeln oder Ameisenlaufen: Ein Gefühl, das oft mit der Regeneration von Nervenfasern einhergeht (Parästhesie).
  • Juckreiz: Besonders während der Heilungsphase ist Juckreiz ein häufiges Zeichen für die Reparaturprozesse im Gewebe.
  • Ziehende oder stechende Schmerzen: Diese können spontan oder bei bestimmten Bewegungen auftreten und deuten oft auf Verklebungen (Adhäsionen) oder eine Irritation des Narbengewebes hin.

Warum entstehen Sensibilitätsstörungen an der Kaiserschnittnarbe?

Die Ursache liegt in der Operation selbst. Bei einem Kaiserschnitt werden zwangsläufig mehrere Gewebeschichten durchtrennt, darunter auch feinste Hautnerven, die für die Übermittlung von Sinnesreizen zuständig sind. Dieser Vorgang wird auch als pelvine Denervierung bezeichnet. Während des Heilungsprozesses versucht Dein Körper, diese Nervenbahnen zu reparieren und neu zu vernetzen. Dieser Regenerationsprozess kann Monate bis Jahre dauern und führt zu den beschriebenen Missempfindungen. Zusätzlich kann die Bildung von festem Narbengewebe oder inneren Verwachsungen den Druck auf die Nervenenden erhöhen und die Symptome verstärken.

Was Du tun kannst und wann es besser wird

Das Wichtigste zuerst: Gib Dir und Deinem Körper Zeit. Die Nervenregeneration ist ein langsamer Prozess. Sanfte Unterstützung kann die Heilung jedoch positiv beeinflussen:

  • Sanfte Narbenmassage: Sobald die Wunde vollständig verheilt und geschlossen ist (nach Rücksprache mit Deiner Hebamme oder Deinem Arzt), können gezielte, sanfte Massagetechniken helfen, das Gewebe geschmeidig zu machen, Verklebungen zu lösen und die Nerven zu stimulieren.
  • Physiotherapie oder Osteopathie: Fachleute können Dir spezielle Techniken zur Narbenmobilisation zeigen und myofasziale Verspannungen im Beckenbereich lösen.
  • Achte auf Deine Kleidung: Trage bequeme, hochgeschnittene Unterwäsche und Hosen, die nicht direkt auf der Narbe reiben oder drücken.

In den meisten Fällen verbessert sich die Sensibilität über die Zeit deutlich. Die Taubheit lässt nach und die Überempfindlichkeit normalisiert sich. Solltest Du jedoch unter starken, anhaltenden Schmerzen leiden oder Dir unsicher sein, zögere bitte nicht, professionelle medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellenangaben

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). S3-Leitlinie: Die Sectio caesarea. AWMF-Registernr. 015/084.
  • Hofmeyr, G. J., & Horey, D. (2018). Caesarean section techniques. British Journal of Obstetrics and Gynaecology, 125(13), 1643.
  • Sinnecker, P. (2020). Kaiserschnittnarben behandeln: Ein Ratgeber für die Selbstbehandlung und für TherapeutInnen. Thieme Verlag.

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Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keinen medizinischen Rat; konsultiere bei Problemen bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt.