Was ist eine Stressharninkontinenz (SUI)?
Unter einer Stressharninkontinenz, oft auch als Belastungsinkontinenz bezeichnet, versteht man den unwillkürlichen Urinverlust bei körperlicher Anstrengung. Wichtig ist hierbei zu wissen: Der Begriff „Stress“ bezieht sich nicht auf psychischen Druck, sondern auf den physikalischen Druck, der auf Deine Blase und den Beckenboden ausgeübt wird. Dies geschieht typischerweise bei Aktivitäten wie Husten, Niesen, Lachen, Springen oder dem Heben schwerer Gegenstände.
Die Ursache liegt meist in einer geschwächten Beckenbodenmuskulatur oder einem nicht mehr optimal funktionierenden Schließmuskel der Harnröhre. Normalerweise sorgt dieses stützende System dafür, dass die Harnröhre bei einer plötzlichen Druckerhöhung im Bauchraum fest verschlossen bleibt. Ist dieses System jedoch geschwächt, kann es dem Druck nicht mehr standhalten und es kommt zum ungewollten Urinverlust.
Typische Ursachen und Risikofaktoren sind:
- Schwangerschaft und vaginale Geburten, die den Beckenboden stark dehnen und belasten.
- Hormonelle Veränderungen in der Menopause, die die Elastizität des Gewebes verringern können.
- Chronische körperliche Belastungen wie starker Husten (z.B. bei Rauchern) oder regelmäßiges Heben schwerer Lasten.
- Übergewicht, da es den Druck im Bauchraum dauerhaft erhöht.
- Operationen im Beckenbereich.
Du bist damit nicht allein – die Stressharninkontinenz ist die häufigste Form der Blasenschwäche bei Frauen. Es ist wichtig, dass Du Dich nicht aus Scham zurückziehst. Es gibt viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten, von gezieltem Beckenbodentraining über medizinische Hilfsmittel bis hin zu operativen Verfahren. Sprich vertrauensvoll mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, um die beste Lösung für Dich zu finden.