Was ist eine Zervikale Dystokie?
Vielleicht hast Du während Deiner Geburt oder in der Vorbereitung darauf den Begriff Zervikale Dystokie gehört. Es handelt sich hierbei um eine Form des Geburtsstillstands in der Eröffnungsphase. Einfach ausgedrückt bedeutet es, dass sich Dein Muttermund (Zervix) trotz regelmäßiger und starker Wehen nicht weiter oder nur sehr langsam öffnet. Diese Situation kann verunsichernd sein, aber es ist wichtig zu wissen, dass Dein Geburtsteam erfahren darin ist, Dich sicher zu begleiten.
Normalerweise bewirken die Wehen, dass der Gebärmutterhals dünner wird (verstreicht) und sich allmählich auf die für die Geburt notwendigen 10 Zentimeter erweitert. Bei einer zervikalen Dystokie ist dieser Mechanismus gestört. Man unterscheidet hier oft zwischen zwei Hauptursachen:
- Funktionelle Dystokie: Hierbei liegt keine körperliche Blockade vor. Ursachen können zum Beispiel Erschöpfung, Stress oder Angst sein, die zu einer Verkrampfung der Muskulatur führen und den natürlichen Geburtsprozess hemmen.
- Mechanische Dystokie: In diesem Fall gibt es ein physisches Hindernis. Das kann zum Beispiel Narbengewebe am Muttermund durch frühere Eingriffe (wie eine Konisation) oder eine ungünstige Position des kindlichen Kopfes sein, der nicht den richtigen Druck ausübt.
Die Diagnose wird gestellt, indem Dein Geburtsteam den Fortschritt über mehrere Stunden beobachtet. Sie beurteilen die Stärke Deiner Wehen (oft mithilfe eines CTG) im Verhältnis zur Veränderung am Muttermund. Bleibt eine Öffnung trotz guter Wehentätigkeit aus, spricht man von einer zervikalen Dystokie.
Abhängig von der Ursache und der Gesamtsituation gibt es verschiedene Wege, Dich und Dein Baby zu unterstützen. Dies kann von Positionswechseln und Entspannungstechniken über eine wirksame Schmerztherapie (z.B. eine PDA) bis hin zur Gabe von wehenfördernden Medikamenten (Oxytocin) reichen. Sollten diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen und das Wohl von Dir oder Deinem Kind es erfordern, kann ein Kaiserschnitt die sichere Alternative sein. Du bist in dieser Situation nicht allein, und es geht primär darum, den sichersten Weg für euch beide zu finden.