Zervikale Insuffizienz-Cerclage (transabdominal)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist eine Zervikale Insuffizienz-Cerclage (transabdominal)?

Die transabdominale Zervix-Cerclage (auch TAC genannt) ist ein spezialisierter operativer Eingriff, um Deinen Gebärmutterhals (Zervix) während einer Schwangerschaft zu stabilisieren und zu verschließen. Das Ziel ist es, eine Frühgeburt aufgrund einer Gebärmutterhalsschwäche (zervikale Insuffizienz) zu verhindern.

Der Begriff „transabdominal“ bedeutet, dass der Zugang zum Gebärmutterhals über die Bauchdecke erfolgt, im Gegensatz zur häufigeren transvaginalen Methode, bei der durch die Scheide operiert wird. Dieser Eingriff wird für besondere Situationen empfohlen, in denen ein vaginaler Zugang nicht möglich oder nicht erfolgversprechend ist.

Für wen ist eine transabdominale Cerclage geeignet?

Diese Methode ist eine wichtige Option, wenn andere Verfahren versagt haben oder von vornherein ausscheiden. Dein ärztliches Team könnte Dir eine TAC empfehlen, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Du hattest bereits eine oder mehrere späte Fehlgeburten oder extreme Frühgeburten trotz einer zuvor gelegten vaginalen Cerclage.
  • Dein Gebärmutterhals ist anatomisch sehr kurz, stark vernarbt oder durch frühere Eingriffe (z.B. eine Konisation) so verändert, dass eine vaginale Cerclage technisch nicht durchführbar ist.
  • Es liegt eine angeborene Fehlbildung des Gebärmutterhalses vor.

Wie läuft der Eingriff ab und was sind die Besonderheiten?

Der Eingriff wird meist schon vor einer geplanten Schwangerschaft oder in der sehr frühen Schwangerschaft (ca. 10. bis 14. Schwangerschaftswoche) durchgeführt. Er erfolgt in der Regel minimalinvasiv mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder seltener über einen kleinen Bauchschnitt (Laparotomie).

Dabei wird ein stabiles, nicht auflösbares Kunststoffbändchen sehr hoch am Übergang vom Gebärmutterkörper zum Gebärmutterhals platziert und sicher verknotet. Diese hohe Position sorgt für einen besonders stabilen Verschluss.

  • Hohe Stabilität: Die TAC gilt als die effektivste Methode zur Verhinderung einer Frühgeburt bei schwerer zervikaler Insuffizienz.
  • Dauerhafte Lösung: Das Bändchen verbleibt dauerhaft, auch für zukünftige Schwangerschaften. Es muss nicht erneut gelegt werden.
  • Geburt per Kaiserschnitt: Eine entscheidende Konsequenz ist, dass eine vaginale Geburt mit einer liegenden transabdominalen Cerclage nicht möglich ist. Das Kind muss daher immer per geplantem Kaiserschnitt (Sectio) entbunden werden, um eine Uterusruptur zu vermeiden.

Die Entscheidung für eine transabdominale Cerclage ist eine sehr persönliche und wichtige Weichenstellung. Lass Dich von Spezialisten umfassend beraten, um sicherzustellen, dass dies der richtige Weg für Dich und Deine Schwangerschaft ist.

Quellenangaben

  • AWMF-Leitlinie 015/025: “Prävention und Therapie der Frühgeburt”.
  • Alfirevic, Z., & Stampalija, T., & Medley, N. (2017). Cervical stitch (cerclage) for preventing preterm birth in singleton pregnancy. Cochrane Database of Systematic Reviews.
  • Debieve, F., & Votino, C. (2020). Transabdominal cervico-isthmic cerclage in the prevention of preterm birth. Journal of Visceral Surgery.

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