Was ist eine Adhäsiolyse (post-Sectio)?
Eine Adhäsiolyse ist ein operativer Eingriff, bei dem Verwachsungen (Adhäsionen) im Bauchraum gelöst werden. Der Zusatz „post-Sectio“ bedeutet, dass diese Verwachsungen eine Folge eines vorangegangenen Kaiserschnitts (Sectio caesarea) sind. Du kannst Dir Adhäsionen wie feine, aber sehr zähe Stränge aus Narbengewebe vorstellen, die im Zuge des natürlichen Heilungsprozesses nach einer Operation entstehen können.
Normalerweise gleiten Organe wie die Gebärmutter, der Darm oder die Blase reibungslos aneinander vorbei. Wenn jedoch Verwachsungen entstehen, können diese Organe miteinander oder mit der Bauchwand „verkleben“. Dies kann zu einer Reihe von Beschwerden führen und die normale Funktion der Organe beeinträchtigen.
Typische Symptome, die auf behandlungsbedürftige Verwachsungen hindeuten können, sind:
- Chronische, ziehende oder stechende Schmerzen im Unterbauch, oft im Bereich der Kaiserschnittnarbe.
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie).
- Verdauungsprobleme wie Blähungen, Verstopfung oder sogar ein Darmverschluss in seltenen Fällen.
- Blasenfunktionsstörungen, wie ein häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen.
- Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen bei bestimmten Haltungen, z. B. beim Aufrichten.
Der Eingriff selbst wird heute meist minimal-invasiv mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt. Dabei löst der Operateur die bindegewebigen Stränge sehr präzise, um die natürliche Beweglichkeit und Anatomie der Organe wiederherzustellen. Eine Adhäsiolyse wird in der Regel dann empfohlen, wenn die Verwachsungen starke Schmerzen verursachen, die Lebensqualität erheblich einschränken oder die Organfunktion stören.
Wenn Du unter unklaren, chronischen Schmerzen nach einem Kaiserschnitt leidest, ist es wichtig, dies ärztlich abklären zu lassen. Eine Adhäsiolyse kann für betroffene Frauen oft eine große Erleichterung bedeuten und zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen.