Was ist eine Amnioinfusion?
Die Amnioinfusion ist ein geburtshilfliches Verfahren, bei dem während der Geburt eine erwärmte, sterile Flüssigkeit (meist eine Kochsalzlösung) über einen dünnen Katheter direkt in deine Gebärmutter geleitet wird. Stell es dir wie ein sanftes Auffüllen des Fruchtwassers vor, um die Bedingungen für dein Baby zu verbessern und den Geburtsverlauf positiv zu unterstützen.
Warum wird eine Amnioinfusion durchgeführt?
Dieses Verfahren wird gezielt eingesetzt, um die Sicherheit für dein Baby während des Geburtsprozesses zu erhöhen. Die häufigsten Gründe sind:
- Entlastung der Nabelschnur: Wenn zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist (Oligohydramnion), kann die Nabelschnur während der Wehen komprimiert werden. Dies zeigt sich oft durch bestimmte Muster in den Herztönen deines Babys, sogenannte variable Dezelerationen im CTG. Die zugeführte Flüssigkeit schafft ein schützendes Polster um die Nabelschnur und bewahrt sie vor Druck.
- Verdünnung von Mekonium: Hat dein Baby bereits vor der Geburt Kindspech (Mekonium) ins Fruchtwasser abgesetzt, kann die Amnioinfusion helfen, dieses zu verdünnen. Dadurch wird das Risiko verringert, dass dein Baby das dicke Mekonium einatmet und ein sogenanntes Mekoniumaspirationssyndrom entwickelt.
Wie läuft die Amnioinfusion ab?
Für die Amnioinfusion ist es notwendig, dass deine Fruchtblase bereits gesprungen ist. Ein dünner, weicher Katheter wird vorsichtig durch den Muttermund neben den Kopf deines Babys in die Fruchthöhle eingeführt. Über diesen Schlauch fließt die sterile Lösung langsam und kontrolliert ein. Während des gesamten Vorgangs werden die Herztöne deines Babys und deine Wehentätigkeit mittels CTG (Kardiotokographie) engmaschig überwacht, um sicherzustellen, dass die Maßnahme den gewünschten positiven Effekt hat und es deinem Baby gut geht.