Beckenboden-Myofascial-Release

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist Beckenboden-Myofascial-Release?

Beckenboden-Myofascial-Release ist eine spezialisierte, manuelle Therapieform, die darauf abzielt, Schmerzen und Verspannungen im Beckenboden zu lindern. Stell Dir Dein Muskel- und Fasziengewebe wie ein feines, aber starkes Netz vor, das Deine Beckenorgane stützt. Manchmal können in diesem Netz durch Stress, Verletzungen, Geburten oder Operationen schmerzhafte “Knoten” oder Verklebungen entstehen. Die myofasziale Entspannungstechnik löst genau diese Punkte durch sanften, gezielten und langanhaltenden Druck.

Wie funktioniert die myofasziale Entspannung des Beckenbodens?

Diese Behandlung wird von speziell ausgebildeten Physiotherapeutinnen oder Osteopathinnen durchgeführt. Sie nutzen ihre Hände, um das verhärtete oder verklebte Gewebe (die Faszien und Muskeln) im Beckenbereich aufzuspüren. Durch sanften, anhaltenden Druck wird dem Gewebe Zeit gegeben, sich zu “entspannen” und in seinen ursprünglichen, flexiblen Zustand zurückzufinden. Die Behandlung kann sowohl äußerlich (im Bereich des Bauches, der Hüften und des Gesäßes) als auch innerlich (vaginal oder rektal) erfolgen, um die tiefliegenden Strukturen des Beckenbodens direkt zu erreichen. Es ist eine sehr behutsame Methode, die auf die Reaktionen Deines Körpers eingeht.

Wann kommt Beckenboden-Myofascial-Release zum Einsatz?

Diese Therapieform ist besonders wirksam, wenn Deine Beschwerden auf eine überaktive oder verspannte Beckenbodenmuskulatur (Hypertonus) zurückzuführen sind. Typische Anwendungsgebiete sind:

  • Beckenboden-Hypertonus: Ein chronisch verspannter, “übertrainierter” Beckenboden, der Schmerzen verursacht.
  • Myofasziale Schmerzsyndrome: Schmerzen, die direkt von Muskeln und Faszien im Becken ausgehen.
  • Dyspareunie: Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr, die oft durch verspannte Muskulatur entstehen.
  • Narben und Adhäsionen: Verklebungen und Verhärtungen nach Geburten (z. B. nach einem Dammriss oder Kaiserschnitt) oder gynäkologischen Operationen.
  • Vaginismus und Vulvodynie: Schmerzzustände im Genitalbereich, die häufig mit einer myofaszialen Dysfunktion einhergehen.
  • Blasen- und Darmentleerungsstörungen: Wenn Verspannungen das vollständige Entleeren erschweren.

Wenn Du Dich in diesen Beschreibungen wiederfindest, könnte Myofascial Release ein wichtiger Baustein auf Deinem Weg zur Besserung sein. Es ist eine Therapie, die Dir hilft, wieder ein besseres Körpergefühl zu entwickeln und die Kontrolle über Deine Beckengesundheit zurückzugewinnen.

Quellenangaben

  • Heller, M. (2021). Pelvic Pain, Third Edition: A Musculoskeletal Approach to Treatment. Thieme.
  • Prendergast, S., & Rummer, E. (2019). Myofascial Pelvic Pain. In: The Overactive Pelvic Floor. Springer, Cham.
  • Shah, A. P., & Shrikhande, A. (2023). An Algorithmic Approach to Female Pelvic Pain. Journal of Women’s Health Physical Therapy.

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