Detrusorhyperaktivität

Inhaltsverzeichnis

Bild von Julia Ronnenberg (Hebamme)

Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

Neben der Webseite biete ich auch verschiedene Kurse rund um Schwangerschaft und Rückbildung an, von denen du viele kostenlos testen kannst.

Was ist eine Detrusorhyperaktivität?

Vielleicht kennst Du das Gefühl: Plötzlich und ohne Vorwarnung überkommt Dich ein extrem starker Harndrang, der sich kaum unterdrücken lässt. Hinter diesem Symptom, das oft als „überaktive Blase“ (OAB) bezeichnet wird, steckt in vielen Fällen eine Detrusorhyperaktivität. Dabei handelt es sich um unwillkürliche, also nicht von Dir steuerbare, Kontraktionen Deines Blasenmuskels (Musculus detrusor vesicae).

Stell Dir Deine Blase wie einen Ballon vor, dessen muskuläre Wand der Detrusor ist. Normalerweise zieht sich dieser Muskel nur dann zusammen, wenn die Blase voll ist und Du Dich bewusst für das Wasserlassen entscheidest. Bei einer Detrusorhyperaktivität kommt es jedoch zu einer fehlerhaften Signalübertragung zwischen Blase und Gehirn. Der Detrusormuskel zieht sich schon bei geringer Füllmenge oder auch ganz spontan zusammen. Diese plötzlichen Kontraktionen erzeugen den überwältigenden, oft als „imperativ“ beschriebenen Harndrang.

Fachlich wird unterschieden zwischen:

  • Idiopathische Detrusorhyperaktivität: Hierfür lässt sich keine eindeutige Ursache finden. Sie ist die häufigste Form.
  • Neurogene Detrusorhyperaktivität: Diese wird durch eine nachweisbare neurologische Erkrankung ausgelöst, zum Beispiel durch Multiple Sklerose, einen Schlaganfall oder eine Rückenmarksverletzung.

Wichtig zu wissen ist, dass dieser Zustand nicht zwingend mit einem Urinverlust (Dranginkontinenz) einhergehen muss. Die Goldstandard-Methode zur Sicherung der Diagnose ist die urodynamische Untersuchung (Blasendruckmessung). Nur sie kann die unwillkürliche Muskelaktivität objektiv messen und von anderen Ursachen für Harndrang abgrenzen. Wenn Du solche Symptome bei Dir feststellst, ist ein Gespräch mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt der erste wichtige Schritt. Es gibt heute sehr gute und individuelle Behandlungsmöglichkeiten, die Deine Lebensqualität entscheidend verbessern können.

Quellenangaben

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). S2k-Leitlinie „Harninkontinenz der Frau“. AWMF-Registernummer: 015-091.
  • Abrams, P., Cardozo, L., Fall, M., et al. (2002). The standardisation of terminology of lower urinary tract function. Neurourology and Urodynamics, 21(2), 167–178.

Keine Einträge gefunden

Mammacita Onlinekurse

Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keinen medizinischen Rat; konsultiere bei Problemen bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt.