Was ist eine Fetale Mikroblutuntersuchung (FMBU)?
Die Fetale Mikroblutuntersuchung, oft als FMBU oder Fetalblutanalyse abgekürzt, ist ein diagnostisches Verfahren während der Geburt. Es dient dazu, die Sauerstoffversorgung deines Babys direkt und präzise zu überprüfen, insbesondere wenn die Herztöne im CTG (Kardiotokogramm) unklar oder auffällig sind.
Dabei wird eine winzige Menge Blut – meist nur ein kleiner Tropfen – aus der Kopfhaut deines Babys entnommen, während es sich noch im Geburtskanal befindet. Diese Probe wird sofort analysiert, um den pH-Wert und den Laktatwert (Milchsäure) zu bestimmen. Ein normaler pH-Wert und ein niedriger Laktatwert zeigen, dass dein Baby gut mit Sauerstoff versorgt ist. Abweichende Werte können auf einen Sauerstoffmangel (fetale Asphyxie) und eine damit verbundene Übersäuerung des Blutes (Azidose) hinweisen.
Die FMBU ist ein wichtiges Instrument, um die Sicherheit deines Kindes zu gewährleisten. Sie hilft dem geburtshilflichen Team, die Situation besser einzuschätzen und unnötige Interventionen wie einen Kaiserschnitt zu vermeiden, wenn es dem Baby eigentlich gut geht. Gleichzeitig ermöglicht sie ein schnelles Handeln, falls tatsächlich eine Notsituation vorliegt.
Wann kommt die FMBU zum Einsatz?
- Bei unklaren oder besorgniserregenden Mustern im CTG, um die Dringlichkeit einer Intervention zu klären.
- Bei Verdacht auf eine beginnende fetale Azidose (Übersäuerung des Blutes).
- Zur Überprüfung des fetalen Wohlbefindens bei einem Geburtsstillstand oder einer verlängerten Austreibungsphase.
- Um eine fundierte Entscheidung über die Notwendigkeit einer operativen Geburtsbeendigung (z.B. Vakuumextraktion oder Kaiserschnitt) zu treffen.