Funktionelle Beckenboden-MRT

Inhaltsverzeichnis

Bild von Julia Ronnenberg (Hebamme)

Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

Neben der Webseite biete ich auch verschiedene Kurse rund um Schwangerschaft und Rückbildung an, von denen du viele kostenlos testen kannst.

Was ist eine Funktionelle Beckenboden-MRT?

Die Funktionelle Beckenboden-MRT, oft auch als dynamische Beckenboden-MRT oder MR-Defäkographie bezeichnet, ist eine spezielle bildgebende Untersuchung. Anders als bei einem herkömmlichen, statischen MRT, das nur Bilder im Ruhezustand aufnimmt, ermöglicht dieses Verfahren, Deinen Beckenboden in Aktion zu beobachten. Du wirst während der Untersuchung gebeten, bestimmte Manöver durchzuführen, wie zum Beispiel das Anspannen der Muskeln oder das Pressen, als würdest Du auf die Toilette gehen. So können wir genau sehen, wie sich Deine Organe (Blase, Gebärmutter und Enddarm) und die Beckenbodenmuskulatur unter Belastung verhalten.

Warum wird eine Funktionelle Beckenboden-MRT durchgeführt?

Diese Untersuchung ist besonders wertvoll, wenn Du unter Beschwerden leidest, deren Ursache nicht eindeutig ist. Sie hilft uns, die genauen Gründe für Symptome wie Stuhlentleerungsstörungen, Inkontinenz oder ein Gefühl von Senkung und Druck im Becken zu finden. Wir können präzise diagnostizieren:

  • Senkungszustände (Prolaps): Zum Beispiel eine Rektozele (Aussackung des Enddarms), eine Zystozele (Blasensenkung) oder eine Enterozele (Dünndarmsenkung).
  • Muskuläre Defekte: Ein Abriss der Beckenbodenmuskulatur von der Beckenwand (Levatoravulsion), der oft nach Geburten auftritt.
  • Funktionelle Störungen: Eine unkoordinierte Bewegung der Muskeln während der Darmentleerung, die zu Verstopfung führen kann.

Die detaillierten Bilder sind eine unverzichtbare Grundlage, um für Dich die bestmögliche und individuell passende Therapie zu planen – sei es eine konservative Behandlung wie Physiotherapie oder eine operative Korrektur.

Wie kannst Du Dich auf die Untersuchung vorbereiten?

Die Vorbereitung ist in der Regel unkompliziert. Meistens genügt eine leichte Entleerung des Darms vor der Untersuchung. Um die Organe besser sichtbar zu machen, wird oft ein spezielles Gel in die Vagina und den Enddarm gefüllt. Das mag sich ungewohnt anfühlen, ist aber schmerzfrei und entscheidend für die Bildqualität. Du brauchst keine Angst davor zu haben; das medizinische Personal wird jeden Schritt einfühlsam erklären und Dich begleiten. Die Untersuchung selbst findet im Liegen statt und dauert etwa 20 bis 30 Minuten und kommt vollständig ohne Röntgenstrahlung aus. Das Wichtigste ist, dass Du Dich so gut wie möglich entspannst und den Anweisungen folgst.

Quellenangaben

  • AWMF S2k-Leitlinie “Diagnostik und Therapie des Deszensus Genitalis der Frau”. Registernummer 015/006.
  • Lienemann, A., & Sprenger, D. (2018). Funktionelle MRT-Diagnostik des Beckenbodens. Der Radiologe, 58(8), 707-718.
  • Beer, A., et al. (2020). Imaging of the Pelvic Floor. Rofo – Fortschritte auf dem Gebiet der Rontgenstrahlen und der Bildgebenden Verfahren, 192(08), 735-748.

Gehört zu den Themen Enterozele, Levatoravulsion, Rektozele, Zystozele

Keine Einträge gefunden

Der Beckenboden – ein Netzgeflecht aus Bindegewebe, Bändern und unterschiedlichen

Fast 30% Prozent aller Frauen leiden im ersten Lebensjahr nach

In den letzten Jahren wurde dem Beckenboden nach und nach

Mammacita Onlinekurse

Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keinen medizinischen Rat; konsultiere bei Problemen bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt.