Geburtsstillstand

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

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Was ist ein Geburtsstillstand?

Liebe werdende Mama, der Begriff „Geburtsstillstand“ (auch protrahierte Geburt oder Dystokie genannt) klingt zunächst beunruhigend, doch es ist wichtig zu verstehen, was dahintersteckt. Man spricht von einem Geburtsstillstand, wenn der Geburtsprozess trotz regelmässiger und kräftiger Wehen für mehrere Stunden nicht mehr voranschreitet. Das bedeutet konkret: Der Muttermund öffnet sich nicht weiter oder dein Baby tritt nicht tiefer in das Becken ein.

Diese Situation ist eine der häufigsten Gründe für medizinische Interventionen während der Geburt. Dein Geburtsteam wird dich und dein Baby in dieser Phase besonders sorgfältig überwachen, um sicherzustellen, dass es euch beiden gut geht und die bestmögliche Entscheidung für den weiteren Geburtsverlauf getroffen wird.

Mögliche Ursachen für einen Geburtsstillstand

Die Gründe für einen Geburtsstillstand sind vielfältig und werden in der Geburtshilfe oft mit den „drei Ps“ erklärt:

  • Power (Die Wehen): Manchmal sind die Kontraktionen der Gebärmutter nicht stark oder koordiniert genug, um den Muttermund effektiv zu öffnen oder das Baby durch das Becken zu schieben. Man spricht hier auch von einer Wehenschwäche.
  • Passenger (Das Kind): Die Lage, Haltung oder Grösse deines Babys kann den Geburtsfortschritt erschweren. Eine ungünstige Einstellungsanomalie, wie eine Sternengucker-Position (posteriore Hinterhauptslage), oder ein hohes Geburtsgewicht können dazu führen, dass das Baby nicht optimal durch das Becken passt.
  • Passage (Der Geburtsweg): In selteneren Fällen kann die Form oder Grösse deines knöchernen Beckens (ein sogenanntes „enges Becken“) den Weg für das Baby erschweren. Auch die Weichteile des Geburtskanals spielen eine Rolle.

Was passiert bei einem Geburtsstillstand?

Wenn dein medizinisches Team einen Geburtsstillstand feststellt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Geburt wieder in Gang zu bringen. Die Wahl der Methode hängt von der spezifischen Situation, der Phase der Geburt und dem Wohlbefinden von dir und deinem Baby ab.

Mögliche Massnahmen können sein:

  • Positionswechsel: Oft kann schon eine andere Körperhaltung helfen, dem Baby den Weg zu erleichtern.
  • Amniotomie: Das künstliche Öffnen der Fruchtblase kann die Wehen verstärken.
  • Wehenfördernde Mittel: Die Gabe von Oxytocin über einen Tropf kann die Wehentätigkeit intensivieren.
  • Operative Geburtsbeendigung: Wenn diese Massnahmen nicht zum Erfolg führen oder es dem Baby nicht gut geht, kann eine vaginale operative Entbindung (mittels Saugglocke oder Zange) oder ein Kaiserschnitt (Sectio) notwendig werden, um die Geburt sicher für euch beide abzuschliessen.

Wichtig: Ein Geburtsstillstand ist keine Seltenheit und bedeutet nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. Es ist eine komplexe medizinische Situation, in der dein Geburtsteam dich kompetent und einfühlsam begleiten wird, um die sicherste Lösung für dich und dein Kind zu finden.

Quellenangaben

  • AWMF S3-Leitlinie (015/083): Die vaginale Geburt am Termin. Stand: Dezember 2020.
  • Goer, H., & Romano, A. (2012). Optimal Care in Childbirth: The Case for a Physiologic Approach. Classic Day Publishing.
  • Pschyrembel Online. Geburtsstillstand. Abruf von: pschyrembel.de.

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Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keinen medizinischen Rat; konsultiere bei Problemen bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt.