Was ist ein Intramurales Sectio-Narben-Keloid?
Wenn du diesen Begriff hörst, klingt er vielleicht zunächst sehr komplex und beunruhigend. Lass uns das gemeinsam aufschlüsseln. Ein intramurales Sectio-Narben-Keloid ist eine spezielle und seltene Form der Narbenbildung, die nach einem Kaiserschnitt (Sectio) direkt in der Wand deiner Gebärmutter (Myometrium) auftreten kann.
Stell es dir so vor: Während bei den meisten Frauen die Narbe in der Gebärmutter glatt und stabil verheilt, kann es in seltenen Fällen zu einer überschießenden Heilungsreaktion kommen. Dein Körper produziert dabei zu viel Kollagen und Bindegewebe. Das Ergebnis ist keine flache, unauffällige Narbe, sondern eine verdickte, wulstige Gewebestruktur – ein sogenanntes Keloid. “Intramural” bedeutet dabei, dass sich dieses Keloid vollständig innerhalb der Gebärmuttermuskulatur befindet und nicht unbedingt von außen sichtbar ist.
Abgrenzung zur Isthmozele (Sectio-Nische)
Es ist wichtig, ein intramurales Keloid von einer Isthmozele, auch Sectio-Nische genannt, zu unterscheiden. Während eine Isthmozele eine Ausdünnung oder eine Art “Tasche” im Narbenbereich darstellt (also ein Gewebedefekt), ist das Keloid das genaue Gegenteil: eine übermäßige Ansammlung von Narbengewebe (ein Gewebeüberschuss).
Welche Symptome können auf ein intramurales Keloid hinweisen?
Die Symptome sind oft unspezifisch und können von Frau zu Frau variieren. Nicht jede Frau mit einem solchen Keloid hat Beschwerden. Wenn jedoch Symptome auftreten, können sie Folgendes umfassen:
- Chronische Schmerzen im Unterbauch, oft zyklusunabhängig
- Verstärkte oder schmerzhafte Menstruationsblutungen (Dysmenorrhoe)
- Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
- Sekundäre Unfruchtbarkeit, da das Keloid die Einnistung einer Schwangerschaft behindern kann
- Ein erhöhtes Risiko für Komplikationen in einer nachfolgenden Schwangerschaft, wie z.B. eine Uterusruptur
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose eines intramuralen Keloids ist anspruchsvoll und erfordert spezialisierte bildgebende Verfahren. Meist wird es durch einen hochauflösenden transvaginalen Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) entdeckt. Ein erfahrener Arzt kann die verdickte, unregelmäßige Narbenstruktur erkennen.
Die Behandlung richtet sich ganz nach deinen individuellen Symptomen und deinem Kinderwunsch. Bei milden oder keinen Beschwerden kann eine beobachtende Haltung ausreichen. Bei Schmerzen oder unerfülltem Kinderwunsch kann eine operative Sanierung, meist minimalinvasiv mittels Laparoskopie (Bauchspiegelung), in Erwägung gezogen werden. Dabei wird das überschüssige Narbengewebe entfernt und die Gebärmutterwand sorgfältig rekonstruiert. Deine Situation und deine Bedürfnisse stehen dabei immer im Mittelpunkt der Therapieentscheidung.