Landau-Reflex (hypoton)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist der Landau-Reflex (hypoton)?

Der Landau-Reflex ist eine wichtige posturale Reaktion, die bei Säuglingen typischerweise zwischen dem 3. und 12. Lebensmonat auftritt. Er ist ein zentraler Indikator für die neuromotorische Entwicklung Deines Kindes. Um ihn auszulösen, wird Dein Baby in Bauchlage waagerecht in der Luft gehalten, wobei eine Hand den Brustkorb stützt. Ein reifer Reflex zeigt sich, indem Dein Kind den Kopf anhebt, den Rücken durchstreckt und die Beine anhebt – es sieht aus wie ein kleiner „Flieger“.

Von einem hypotonen Landau-Reflex sprechen Fachleute, wenn diese Reaktion nur sehr schwach oder gar nicht erfolgt. Das Baby hängt dabei eher schlaff in der Schwebe, der Kopf und die Beine fallen nach unten. Dies deutet auf eine herabgesetzte Muskelgrundspannung (Muskelhypotonie) hin.

Was bedeutet eine hypotone Reaktion?

Ein schwacher oder fehlender Landau-Reflex ist kein Grund zur Panik, aber ein wichtiges Signal, das einer ärztlichen Abklärung bedarf. Es ist ein klinisches Zeichen für eine niedrige Körperspannung. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und reichen von einer harmlosen, vorübergehenden Entwicklungsverzögerung bis hin zu muskulären oder neurologischen Besonderheiten.

Mögliche Hintergründe können sein:

  • Allgemeine Muskelhypotonie: Eine generelle Schwäche im Muskeltonus, die oft als „floppy infant“ (schlaffes Kind) beschrieben wird.
  • Zentrale Koordinationsstörung (ZKS): Eine Störung in der Verarbeitung von Bewegungsabläufen im zentralen Nervensystem.
  • Verzögerte motorische Entwicklung: Manchmal benötigt ein Kind einfach mehr Zeit, um bestimmte motorische Meilensteine zu erreichen.

Was kannst Du tun?

Wenn Du bemerkst, dass Dein Baby in Bauchlage schlaff wirkt oder den Kopf kaum anhebt, sprich Deine Beobachtung vertrauensvoll bei Deiner Kinderärztin oder Deinem Kinderarzt an. Sie oder er kann den Reflex professionell beurteilen und im Gesamtkontext der Entwicklung Deines Kindes einordnen. Oft sind keine weiteren Maßnahmen nötig. Sollte jedoch eine motorische Förderung sinnvoll sein, können Therapien wie die Physiotherapie nach Vojta oder Bobath die Entwicklung gezielt unterstützen und die Muskelspannung Deines Kindes auf sanfte Weise stärken.

Quellenangaben

  • Vojta, V., & Peters, A. (2007). Das Vojta-Prinzip: Muskelspiele in Reflexfortbewegung und motorischer Ontogenese. Springer Medizin Verlag.
  • Flehmig, I. (2007). Normale Entwicklung des Säuglings und ihre Abweichungen. Thieme Verlag.
  • Largo, R. H. (2019). Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren. Piper Verlag.

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