Levatorschaden

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist ein Levatorschaden?

Wenn du den Begriff „Levatorschaden“ hörst, fühlst du dich vielleicht verunsichert. Lass uns das gemeinsam und in Ruhe aufschlüsseln. Ein Levatorschaden ist eine Verletzung des wichtigsten Beckenbodenmuskels, des sogenannten Musculus levator ani. Stell dir diesen Muskel wie eine stabile Hängematte vor, die deine Beckenorgane – also Blase, Gebärmutter und Darm – von unten stützt und an ihrem Platz hält. Er spielt eine entscheidende Rolle für die Kontinenz und die Stabilität deines gesamten Rumpfes.

Ein Schaden an dieser zentralen Struktur entsteht meistens im Rahmen einer vaginalen Geburt. Durch die extreme Dehnung, die erforderlich ist, um dein Baby zur Welt zu bringen, kann der Levator-Muskel verletzt werden. Man unterscheidet dabei verschiedene Arten von Schäden:

  • Levatoravulsion: Dies ist die schwerwiegendste Form. Hierbei reißt der Muskel teilweise oder vollständig von seiner Befestigung am Schambein ab. Man spricht auch von einem Abriss.
  • Überdehnung: Der Muskel wird über sein elastisches Limit hinaus gedehnt, was zu einer dauerhaften Schwächung und Funktionsstörung führen kann, ohne dass ein Riss vorliegt.
  • Mikrotraumata: Kleinere, diffuse Verletzungen im Muskelgewebe selbst.

Ein Levatorschaden ist keine Seltenheit und du bist damit nicht allein. Die Folgen können von einer leichten Beckenbodenschwäche über eine Stressinkontinenz bis hin zu einem Beckenorganprolaps (Senkung) reichen. Viele Frauen spüren ein Gefühl der „Offenheit“ oder Instabilität im Beckenbereich. Wichtig ist zu wissen: Ein Levatorschaden ist eine medizinisch ernstzunehmende Verletzung, die eine gezielte Diagnostik (z.B. durch einen spezialisierten Ultraschall) und eine individuelle Therapie erfordert. Physiotherapie und andere Behandlungsansätze können dir helfen, deine Funktion und Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Quellenangaben

  • Dietz, H. P. (2013). Pelvic floor trauma in childbirth. Australian and New Zealand Journal of Obstetrics and Gynaecology, 53(3), 220–230.
  • Abramov, Y., & Rotstein, Z. (2011). Childbirth-induced pelvic floor trauma: a unifying pathogenetic theory. Gynecological Endocrinology, 27(6), 385-391.
  • AWMF S2k-Leitlinie (015/083): Prävention, Diagnostik und Therapie des weiblichen Deszensus genitalis.

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