Die Malmström-Vakuumsaugglocke: Ein Pionier der Geburtshilfe
Vielleicht hast Du im Kontext einer Geburt schon einmal von einer Saugglocke gehört. Die Malmström-Vakuumsaugglocke ist ein historisch bedeutsames medizinisches Instrument, das speziell für die assistierte vaginale Geburt entwickelt wurde. Sie war eine der ersten weit verbreiteten Formen der Vakuumextraktion und hat als sanftere Alternative zur Geburtszange die Geburtshilfe maßgeblich geprägt.
Entwickelt in den 1950er Jahren vom schwedischen Gynäkologen Tage Malmström, unterscheidet sich dieses Instrument durch sein Material von vielen modernen Varianten:
- Material und Form: Die Malmström-Glocke besteht aus einer starren, pilzförmigen Metallkappe. Diese feste Struktur ermöglicht es, einen sehr starken und stabilen Unterdruck zu erzeugen.
- Funktionsweise: Die Glocke wird an den Kopf Deines Kindes angesetzt. Anschließend wird langsam ein Vakuum aufgebaut, wodurch sie festsaugt. An der Glocke ist eine Kette mit einem Griff befestigt, die es dem Geburtsteam erlaubt, während einer Wehe synchron mit Deinem Pressen sanft zu ziehen und Dein Baby auf seinem Weg durch den Geburtskanal zu unterstützen.
Der Einsatz einer Vakuumextraktion wird erwogen, wenn die Geburt in der Austreibungsphase nicht voranschreitet (Geburtsstillstand) oder wenn es Anzeichen gibt, dass Dein Baby schnell geboren werden muss, beispielsweise bei Auffälligkeiten im CTG. Obwohl die starre Malmström-Glocke heute oft durch weichere Kunststoff- oder Silikonmodelle (sogenannte Soft-Cups) ersetzt wurde, die als schonender für die Kopfhaut des Kindes gelten, bleibt ihr grundlegendes Wirkprinzip die Basis aller modernen Vakuumextraktoren. Die Wahl des Instruments hängt immer von der spezifischen Geburtssituation und der Erfahrung des Teams ab.