Was ist eine Myometriuminsuffizienz (post-Sectio)?
Vielleicht hast Du diesen Begriff im Zusammenhang mit Deiner Kaiserschnittnarbe gehört und fühlst Dich unsicher. Eine Myometriuminsuffizienz nach einem Kaiserschnitt (post-Sectio) beschreibt eine Schwächung oder Ausdünnung der Gebärmuttermuskulatur (Myometrium) genau im Bereich der Operationsnarbe.
Stell Dir die Gebärmutterwand als eine starke, dicke Muskelschicht vor. Bei einem Kaiserschnitt wird diese durchtrennt und heilt anschließend durch Narbenbildung. Manchmal verläuft diese Heilung nicht optimal, und das Narbengewebe ist dünner und weniger stabil als das umliegende, gesunde Muskelgewebe. Diese strukturelle Schwachstelle wird als Myometriuminsuffizienz bezeichnet.
Eine häufige Folge davon ist die Bildung einer sogenannten Isthmozele, auch bekannt als „Nische“ oder „Sectio-Nische“. Dies ist eine kleine, taschenartige Einbuchtung an der inneren Gebärmutterwand, in der sich Menstruationsblut ansammeln kann. Das kann zu verschiedenen Symptomen führen:
- Schmierblutungen oder bräunlicher Ausfluss nach der eigentlichen Periode
- Chronische Unterleibsschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
- In manchen Fällen Schwierigkeiten, erneut schwanger zu werden (sekundäre Infertilität)
Besonders wichtig wird eine Myometriuminsuffizienz bei einem erneuten Kinderwunsch. Die geschwächte Narbe stellt in einer Folgeschwangerschaft ein erhöhtes Risiko für eine Uterusruptur dar – ein seltenes, aber sehr ernstes Ereignis, bei dem die Gebärmutterwand unter der Belastung der Wehen reißen kann. Deshalb ist eine sorgfältige Diagnostik und Beratung vor einer weiteren Schwangerschaft entscheidend.
Wenn Du den Verdacht hast, betroffen zu sein, sprich bitte mit Deiner Gynäkologin oder Deinem Gynäkologen. Mittels Ultraschalluntersuchung lässt sich die Dicke des Myometriums an der Narbe gut beurteilen und das weitere Vorgehen individuell besprechen. Du bist mit diesem Thema nicht allein, und es gibt gute diagnostische und therapeutische Möglichkeiten.