Nervus pudendus-Neuropathie (iatrogen)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist eine iatrogene Nervus pudendus-Neuropathie?

Es kann sehr beunruhigend sein, nach einem medizinischen Eingriff mit neuen oder unerwarteten Schmerzen konfrontiert zu sein. Eine iatrogene Nervus pudendus-Neuropathie ist genau das: eine Schädigung oder Funktionsstörung des Pudendusnervs, die unbeabsichtigt durch eine ärztliche Maßnahme verursacht wurde. Der Begriff „iatrogen“ bedeutet „durch einen Arzt verursacht“.

Der Nervus pudendus ist ein zentraler Nerv im Beckenbereich. Er ist verantwortlich für das Empfinden an den Genitalien, am Damm und im Analbereich sowie für die Steuerung wichtiger Muskeln wie des äußeren Harnröhren- und Analschließmuskels. Eine Schädigung dieses Nervs kann zu erheblichen und oft belastenden Symptomen führen.

Typische Symptome einer Pudendus-Schädigung

Die Beschwerden können sehr vielfältig sein und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Oftmals verstärken sie sich im Sitzen und besseren sich im Stehen oder Liegen. Vielleicht erkennst Du eines oder mehrere dieser Symptome wieder:

  • Brennende, stechende oder elektrisierende Schmerzen im Bereich von Vulva, Vagina, Damm oder Rektum.
  • Das Gefühl, auf einem Fremdkörper (z. B. einem Golfball) zu sitzen.
  • Taubheitsgefühle oder eine veränderte Sensibilität im Genitalbereich.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie), die oft als unerträglich beschrieben werden.
  • Probleme bei der Blasen- oder Darmentleerung, wie Harndrang oder Stuhlinkontinenz.

Wie entsteht eine iatrogene Schädigung des Nervs?

Der Pudendusnerv kann während verschiedener medizinischer Eingriffe im Becken gedehnt, gequetscht, eingeklemmt oder sogar direkt durchtrennt werden. Die Schädigung entsteht nicht durch einen Fehler, sondern ist oft eine seltene, aber bekannte Komplikation komplexer Eingriffe.

  • Chirurgische Operationen: Besonders Operationen zur Behebung eines Prolaps (z. B. sakrospinale Fixation), Hysterektomien oder komplexe Beckenbodenrekonstruktionen bergen ein Risiko. Der Nerv verläuft in einer anatomisch engen Region und kann durch Nähte, Klemmen oder chirurgische Instrumente beeinträchtigt werden.
  • Narbenbildung und Verwachsungen (Adhäsionen): Nach einer Operation kann sich Narbengewebe bilden, das den Nerv umschließt und unter chronischen Zug oder Druck setzt.
  • Geburtshilfliche Eingriffe: Obwohl oft als direkte Geburtsverletzung gesehen, können auch bestimmte Manöver oder ein unsachgemäßer Einsatz von Geburtszange oder Saugglocke den Nerv schädigen.
  • Strahlentherapie: Eine Bestrahlung des Beckens zur Krebsbehandlung kann das Nervengewebe langfristig schädigen.

Wenn Du solche Beschwerden nach einem Eingriff bei Dir feststellst, bist Du nicht allein. Es ist entscheidend, dass Du Dich an Spezialisten für Beckenbodenerkrankungen und Schmerztherapie wendest. Eine genaue Diagnose ist der erste Schritt zu einer wirksamen Behandlung und Linderung Deiner Symptome.

Quellenangaben

  • Robert, R., et al. (2021). Pudendal Nerve Entrapment: Diagnosis and Treatment. Springer.
  • Antolak, S. J., & Vural, A. (2018). Pudendal Neuralgia: A Comprehensive Guide for Clinicians and Patients.
  • AWMF-Leitlinie (S2k): Chronischer Unterbauchschmerz der Frau. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.

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