Neuromodulation (sakrale)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist die sakrale Neuromodulation (SNM)?

Die sakrale Neuromodulation (SNM), oft auch als „Blasenschrittmacher“ oder „Darmschrittmacher“ bezeichnet, ist ein etabliertes und wirksames Therapieverfahren, das Dir helfen kann, die Kontrolle über Deine Blasen- und Darmfunktion zurückzugewinnen. Wenn konservative Behandlungen wie Medikamente oder Beckenbodentraining nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben, kann die SNM eine wertvolle Option sein.

Stell Dir vor, die Kommunikation zwischen Deinem Gehirn und den Nerven, die Deine Blase und Deinen Darm steuern, ist gestört. Die sakrale Neuromodulation zielt darauf ab, genau diese Verbindung zu „reparieren“ oder zu verbessern. Dabei wird ein kleines, implantiertes Gerät genutzt, das sanfte elektrische Impulse an die Sakralnerven sendet. Diese Nerven sind entscheidend für die Steuerung der Beckenbodenmuskulatur sowie der Blasen- und Darmfunktion. Durch diese Stimulation wird die fehlerhafte Nervenaktivität moduliert und eine normalere Funktion wiederhergestellt.

Das Verfahren wird vor allem bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

  • Überaktive Blase (OAB): Bei starkem, plötzlich auftretendem Harndrang, der oft zu unfreiwilligem Urinverlust (Dranginkontinenz) führt.
  • Stuhlinkontinenz: Wenn die Kontrolle über den Stuhlabgang beeinträchtigt ist.
  • Nicht-obstruktive Harnverhaltung: Bei Schwierigkeiten, die Blase vollständig zu entleeren, ohne dass eine physische Blockade vorliegt.
  • Chronische Schmerzsyndrome: In einigen Fällen auch zur Behandlung von chronischen Beckenschmerzen wie der Pudendusneuralgie.

Ein großer Vorteil der sakralen Neuromodulation ist, dass ihre Wirksamkeit vor der endgültigen Implantation in einer Testphase überprüft wird. Du trägst dabei für einige Wochen ein externes Gerät, um zu sehen, ob die Therapie bei Dir anschlägt. Nur wenn Du eine deutliche Verbesserung Deiner Symptome spürst, wird der kleine Impulsgeber dauerhaft unter die Haut implantiert. Es ist eine reversible und minimalinvasive Methode, die vielen Menschen bereits zu einer erheblich verbesserten Lebensqualität verholfen hat.

Quellenangaben

  • Interdisziplinäre S2e Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) und der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG).
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) zur Harninkontinenz.

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