Peripartale Kardiomyopathie-Screening

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

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Was ist ein Peripartale Kardiomyopathie-Screening?

Das Peripartale Kardiomyopathie-Screening ist eine gezielte Vorsorgeuntersuchung, um eine seltene, aber ernstzunehmende Herzmuskelerkrankung – die peripartale Kardiomyopathie (PPCM) – frühzeitig zu erkennen. Diese Form der Herzschwäche tritt typischerweise gegen Ende der Schwangerschaft oder in den ersten Monaten nach der Geburt auf. Da die Symptome oft unspezifisch sind und leicht mit normalen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft verwechselt werden können, ist ein gezieltes Screening bei Risikopatientinnen entscheidend.

Warum ist dieses Screening so wichtig für dich?

Deine Gesundheit und die deines Kindes haben oberste Priorität. Eine unentdeckte PPCM kann schwerwiegende Folgen haben. Das Screening hilft uns, die Erkrankung zu einem Zeitpunkt zu diagnostizieren, an dem sie am besten behandelbar ist. Symptome wie Kurzatmigkeit, geschwollene Beine oder unerklärliche Erschöpfung können leicht als “normal” abgetan werden. Eine frühzeitige Diagnose durch das Screening ermöglicht jedoch den sofortigen Beginn einer Therapie, was die Chancen auf eine vollständige Erholung deines Herzens signifikant verbessert und langfristige Schäden verhindert.

Wie läuft das Screening ab?

Keine Sorge, das Screening ist für dich und dein Baby sicher und unkompliziert. Es umfasst in der Regel mehrere Schritte, die dein Arzt oder deine Ärztin individuell anpasst:

  • Anamnesegespräch: Wir sprechen ausführlich über dein Befinden, eventuelle Symptome und bekannte Risikofaktoren wie beispielsweise eine vorliegende Präeklampsie.
  • Körperliche Untersuchung: Dein Arzt hört dein Herz und deine Lunge ab und achtet auf Anzeichen einer Herzschwäche, wie zum Beispiel Wassereinlagerungen.
  • Blutuntersuchung: Ein spezifischer Blutwert (NT-proBNP) kann einen Hinweis auf eine Belastung des Herzens geben. Ist dieser Wert unauffällig, kann eine Herzschwäche oft ausgeschlossen werden.
  • Echokardiographie (Herzultraschall): Dies ist die wichtigste Untersuchung. Mit Ultraschall wird die Pumpfunktion deines Herzens schmerzfrei und detailliert dargestellt. So lässt sich eine PPCM sicher diagnostizieren oder ausschließen.

Wer sollte ein Screening in Betracht ziehen?

Ein generelles Screening für alle Schwangeren wird derzeit nicht empfohlen. Es richtet sich gezielt an Frauen mit einem erhöhten Risiko. Sprich deine Frauenärztin oder deinen Kardiologen aktiv an, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte auf dich zutreffen:

  • Du leidest an Präeklampsie oder einer anderen Form von schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck.
  • Du erwartest Mehrlinge.
  • Du bist älter als 30 Jahre.
  • Es gab bereits Herzerkrankungen in deiner Familie.
  • Du hattest bereits in einer früheren Schwangerschaft eine PPCM.

Dieses Screening ist ein wichtiger Baustein für deine Sicherheit in der sensiblen Zeit rund um die Geburt. Zögere niemals, bei Bedenken oder unklaren Symptomen ärztlichen Rat einzuholen.

Quellenangaben

  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zur Diagnose und Therapie der Peripartum-Kardiomyopathie.
  • Hilker, L., et al. (2020). Peripartum Cardiomyopathy: A Clinical Perspective on a Neglected Disease. Deutsches Ärzteblatt International.
  • Patienteninformation der Deutschen Herzstiftung e.V. zum Thema “Herzschwäche in der Schwangerschaft”.

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