Müdigkeit in der Schwangerschaft – Ursachen und Tipps 

Müdigkeit in der Schwangerschaft Beitragsbild

Es gibt kaum eine werdende Mutter, die sich im Laufe ihrer Schwangerschaft nicht hin und wieder müde und abgeschlagen fühlt. Wenn es Dir auch so geht, ist das in der Regel kein Grund zur Sorge. Müdigkeit in der Schwangerschaft ist vollkommen normal.

Wenn Du wissen möchtest, welche Ursachen Müdigkeit in der Schwangerschaft hat und was Du dagegen tun kannst, bist Du hier genau richtig. In diesem Beitrag erfährst Du alles Wichtige zur Schwangerschaftsmüdigkeit. 

Welche Gründe hat Müdigkeit in der Schwangerschaft? 

Ständige Müdigkeit in der Schwangerschaft wird hauptsächlich durch Deinen veränderten Hormonhaushalt hervorgerufen. Während der Schwangerschaft produziert Dein Körper das Gelbkörperhormon Progesteron, das sich auf verschiedene Weise auf Deinen ganzen Körper auswirkt:

  • In Deinem Körper verstärkt sich die Blutzirkulation 
  • Deine Gebärmutterschleimhaut verdickt sich 
  • Einige Muskelpartien in Deinem Körper werden gelockert
  • Dein Blutdruck und dein Blutzuckerspiegel sinken
  • Du hast einen verlangsamten Stoffwechsel
  • Dein Sauerstoffbedarf steigt an

All diese und weitere physische Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, können sich in den verschiedensten Schwangerschaftssymptomen äußern. Neben anfänglichem Erbrechen und Übelkeit zählt dazu auch Müdigkeit in der Schwangerschaft. 

Das ist kein Wunder – schließlich vollbringt Dein Körper in der Schwangerschaft wahre Höchstleistungen. Dein Knochenmark muss beispielsweise mehr Blutzellen produzieren als sonst, damit Dein Baby gut versorgt werden kann. Infolgedessen muss Dein Herz mehr arbeiten als gewöhnlich und die größere Blutmenge durch Deinen Körper pumpen. 

Dass Du Dich da hin und wieder schlapp und müde fühlst, ist vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. Vielleicht machst Du aber aucg die Erfahrung, dass die Müdigkeit nur phasenweise ist und Du im Laufe Deiner Schwangerschaft nicht durchgehend mit ständiger Müdigkeit zu kämpfen hast. Besonders stark betrifft es das erste und letzte Drittel der Schwangerschaft. 

Schwangerschaftsmüdigkeit im 1. Trimester 

Im ersten Trimester Deiner Schwangerschaft steigt nicht nur Dein Progesteronspiegel stark an. Auch Dein Stoffwechsel wird enorm angeregt, wodurch Dein Körper wesentlich mehr Energie benötigt als üblich. Zusätzlich produziert Dein Körper mehr Blut und Dein Blutdruck sinkt. 

All das führt unweigerlich dazu, dass viele Schwangere im ersten Trimester eine ständige Müdigkeit und Erschöpfung fühlen. Hinzu kommt ein oft weniger erholsamer Nachtschlaf als gewöhnlich, der meist einem vermehrten Harndrang und der Schwangerschaftsübelkeit geschuldet ist. Wenn du dich in den ersten 12 Wochen Deiner Schwangerschaft also besonders schlapp fühlt, geht es Dir so wie den meisten Frauen in der Frühschwangerschaft. 

Anzeichen Frühschwangerschaft, Schwangerschaftserbrechen

Schwangerschaftsmüdigkeit im 2. Trimester

Etwa zu Beginn des 2. Trimesters hat sich Dein Hormonhaushalt wieder eingependelt. Deswegen ist es sehr wahrscheinlich, dass Du in dieser Zeit weniger von Schwangerschaftsmüdigkeit geplagt wirst als in den ersten drei Monaten Deiner Schwangerschaft. 

Solltest Du Dich aber auch im 2. Trimester hin und wieder müde fühlen, ist auch das kein Grund zur Sorge. Eine Schwangerschaft verläuft nicht nach einem genauen Plan und wird von Frau zu Frau unterschiedlich erlebt: Während die einen im 2. Trimester energiegeladen sind, eine längere Reise mit ihrem Partner unternehmen und es als schönste Zeit der Schwangerschaft empfinden, brauchen andere auch in dieser Zeit besonders viel Ruhe und Schlaf. Deswegen ist es wichtig, dass Du auf Deinen Körper hörst und Dir Ruhe gönnst, wann immer Du sie brauchst. 

Schwangerschaftsmüdigkeit im 3. Trimester 

Bricht das 3. Trimester an, hast Du wahrscheinlich bereits einen recht beachtlichen Babybauch, über den Du dich sicherlich einerseits wahnsinnig freust, der Dich andererseits aber auch erheblich einschränkt: Vielleicht findest Du keine bequeme Schlafposition mehr, leidest unter Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen oder musst nachts mehrmals zur Toilette, weil Dein Baby vermehrt auf Deine Blase drückt. 

Du ahnst es: Müdigkeit in der Schwangerschaft ist deswegen auch im 3. Trimester nicht ungewöhnlich!

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Was tun gegen Müdigkeit in der Schwangerschaft?

Doch nun zur guten Nachricht: Du kannst einiges gegen Deine vermehrte Müdigkeit in der Schwangerschaft unternehmen und so dafür sorgen, dass Du Deine Schwangerschaft trotz gelegentlicher Erschöpfung genießen kannst. 

Ich habe für dich im Folgenden einige Tipps gegen Müdigkeit in der Schwangerschaft zusammengestellt. 

1. Mache regelmäßig Pausen und schlafe ausreichend 

Du hast in der Schwangerschaft natürlicherweise vermehrt das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung. Diesem Bedürfnis solltest Du – wann immer möglich – unbedingt nachkommen. Versuche in der Nacht mindestens acht Stunden zu schlafen und möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen. Besonders am Ende der Schwangerschaft kann dir ein Stillkissen beim Schlafen helfen. Dieses kannst du beim Schlafen auf der Seite zwischen Deine Knie legen und es zusätzlich nutzen, um Deinen Rücken zu stabilisieren. Auch ein Mittagsschlaf kann Dir dabei helfen, Deine Kraftreserven wieder aufzufüllen.  

2. Ernähre Dich ausgewogen und gesund   

Auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung solltest Du immer achten. In der Schwangerschaft ist es aber besonders wichtig, dass Du Wert auf die Qualität Deiner Nahrungsmittel legst. Um Deinen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen abzudecken, solltest Du ausreichend Obst, Gemüse, Eier, Nüsse sowie Vollkorn- und Milchprodukte zu Dir nehmen. Insgesamt solltest Du Dich ballaststoffreich ernähren und auch Fisch und Fleisch auf Deinem Speiseplan nicht vergessen. 

Ernährung in der Schwangerschaft

3. Nimm ausreichend Flüssigkeit zu dir

Achte darauf, täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu Dir zu nehmen – am besten Wasser, ungesüßten Tee (Schwangerschaftstees) oder Fruchtsaftschorlen. Damit kannst Du auch den besonders häufig im 1. Trimester der Schwangerschaft (durch niedrigen Blutdruck) auftretenden Kopfschmerzen entgegenwirken. 

4. Bleibe aktiv und tue etwas für Deinen Körper 

Natürlich sollst Du Dich in der Schwangerschaft schonen und auf Deinen Körper hören. Regelmäßige Aktivitäten und sanfter Sport können Dir aber dabei helfen, mehr Energie zu haben und der Müdigkeit in der Schwangerschaft etwas entgegenzusetzen. Spaziergänge, Dehnübungen, Beckenbodentraining und Walken sind beispielsweise geeignet, um Deinen Kreislauf in Schwung zu bringen und auch in der Schwangerschaft fit zu bleiben. Bei einer gesunden Schwangeren spricht rein gar nichts gegen sportliche Betätigung. Im Gegenteil! Du schlägst quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Du tust aktiv etwas gegen Deine Müdigkeit und machst Dich körperlich schon lange vor der Geburt fit.

Wenn Du unsicher bist, welcher Sport in der Schwangerschaft für Dich geeignet ist, frage Deinen Arzt oder Deine Ärztin beziehungsweise Deine Hebamme um Rat. 

Extreme Müdigkeit in der Schwangerschaft – Welche anderen möglichen Ursachen gibt es? 

Obwohl Müdigkeit in der Schwangerschaft meist keinen Anlass zur Sorge bietet, kann es für das Gefühl der Erschöpfung auch andere Gründe geben als einen durcheinandergebrachten Hormonhaushalt. 

Wenn Du beispielsweise eine extreme Müdigkeit trotz Schlaf empfindest oder Dich wirklich immer müde fühlst, empfehle ich Dir, mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin zu sprechen, um folgende Ursachen für die ständige Müdigkeit auszuschließen:

1. Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft  

Bei einigen Frauen kommt es während der Schwangerschaft zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Das bedeutet, dass die Schilddrüse nicht mehr ausreichend Schilddrüsenhormone herstellen kann. Die Folge können Konzentrationsschwierigkeiten, Haarausfall und eine starke Müdigkeit sein. Eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft sollte unbedingt behandelt werden, um Schäden für Dein Baby auszuschließen. Wenn Du den Eindruck hast, dass Du in der Schwangerschaft übermäßig müde bist, lass also unbedingt Deine Schilddrüsenwerte checken. 

2. Eisenmangel in der Schwangerschaft 

Im Laufe der Schwangerschaft steigt dein Eisenbedarf auf das Doppelte Deines üblichen Bedarfs an. Das liegt unter anderem daran, dass Dein Körper jede Menge neue rote Blutkörperchen bilden muss, um sowohl Dein Baby als auch Dich mit ausreichend Sauerstoff versorgen zu können – und dazu benötigt Du vermehrt Eisen. Wenn Du Deinem Körper über die Nahrung nicht genügend Eisen zuführst, kommt es zu einer Blutarmut (Anämie). Diese kann sich bei Dir durch Schlafprobleme, Nervosität und auch eine ständige Müdigkeit bemerkbar machen. Dein Arzt oder Deine Ärztin kann im Rahmen einer Blutuntersuchung feststellen, ob Deine Eisenwerte im Normbereich liegen oder Du das Spurenelement extern zuführen solltest, um Deinen Bedarf zu decken. 

3. Pränatale Depression 

Sie kommt nicht sehr häufig vor, kann aber jeden treffen: Die Rede ist von einer sogenannten pränatalen Depression, die sich durch eine anhaltende Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Müdigkeit bemerkbar macht. Stellst Du diese Symptome bei dir fest, solltest Du unbedingt mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin sprechen und Deine Schwangerschaftsdepression behandeln lassen. 

Tipp: Lass bei Deinen Eisenwerten auch den Eisenspeicher “Ferritin” untersuchen. Dieser ist wesentlich aussagekräftiger als lediglich der Hb, der meist bei den Vorsorgeuntersuchungen gemessen wird.

Müdigkeit in der Schwangerschaf mit Sport begegnen

Müdigkeit zählt meist zu den normalen Schwangerschaftsanzeichen 

Eine Schwangerschaft ist für Deinen Körper eine Herausforderung: Die hormonelle Umstellung, ein niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft, Schlafprobleme und ein erhöhter Sauerstoffbedarf sorgen bei fast allen werdenden Müttern dann und wann für Müdigkeit. Meist ist die Schwangerschaftsmüdigkeit im 1. und 3. Trimester am stärksten ausgeprägt, sie kann aber auch im 2. Trimester Dein Begleiter sein.

Was gegen die Müdigkeit hilft, sind unter anderem eine gesunde Ernährung, regelmäßige Ruhepausen und ausreichend Bewegung, mit der Du Deinen Kreislauf auf Trab halten kannst. 

Obwohl Müdigkeit in der Schwangerschaft meist harmlos ist, solltest Du bei einigen Anzeichen wachsam sein. Leidest Du beispielsweise ständig unter Müdigkeit, Schlappheit und Antriebslosigkeit, kann das ein Anzeichen für eine pränatale Depression sein. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft oder Eisenmangel können dazu führen, dass Du Dich dauermüde fühlst. 

Gehe also im Zweifelsfall auf Deinen Arzt oder Deine Ärztin zu und lass Dich umfassend untersuchen. So kann die Ursache für Deine Müdigkeit schnell gefunden und wirksam behandelt werden. 

Hebamme Julia Ronnenberg am Laptop

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