Peripartaler Beckengürtelschmerz (PPBGS): Was du wissen musst
Fühlt sich dein Becken instabil an oder schmerzt es bei bestimmten Bewegungen? Du könntest von peripartalem Beckengürtelschmerz (PPBGS) betroffen sein, einer sehr häufigen Beschwerde während der Schwangerschaft und im Wochenbett. Es handelt sich dabei um Schmerzen, die im Bereich der drei Beckengelenke auftreten: dem Schambeinfugengelenk (Symphyse) vorne und den beiden Iliosakralgelenken (ISG) hinten.
Die Ursachen sind vielfältig und oft ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren. Hormonelle Veränderungen, insbesondere das Hormon Relaxin, lockern die Bänder deines Beckens, um es auf die Geburt vorzubereiten. Gleichzeitig führen das wachsende Gewicht deines Babys und die veränderte Körperhaltung zu einer erhöhten Belastung der Gelenke und der umliegenden Muskulatur. Oft entsteht dadurch ein muskuläres Ungleichgewicht oder ein Beckenboden-Hypertonus, was die Schmerzen verstärken kann.
Typische Symptome von PPBGS können sein:
- Stechende oder ziehende Schmerzen im Bereich des Schambeins, des unteren Rückens, der Hüften, des Damms oder an der Innenseite der Oberschenkel.
- Schwierigkeiten beim Gehen, Treppensteigen oder beim Umdrehen im Bett.
- Schmerzen beim Auseinanderspreizen der Beine, z.B. beim Aussteigen aus dem Auto.
- Ein hörbares oder spürbares “Klicken” oder “Knacken” im Beckenbereich.
- Schmerzen, die sich bei Belastung verschlimmern und in Ruhe bessern.
Wichtig zu wissen ist: Du musst diese Schmerzen nicht aushalten. Peripartaler Beckengürtelschmerz ist gut behandelbar. Eine gezielte physiotherapeutische Behandlung, die auf die Stabilisierung deines Beckens und die Entspannung verspannter Muskulatur abzielt, kann oft eine deutliche Linderung bringen. Sprich deine Hebamme, Gynäkologin oder deinen Gynäkologen darauf an, damit du die richtige Unterstützung erhältst.