Was ist eine Placenta Percreta?
Eine Placenta Percreta ist die schwerste Form einer Plazenta-Anwachsstörung, die auch als Placenta Accreta Spektrum (PAS) bezeichnet wird. Bei dieser sehr seltenen, aber ernsten Schwangerschaftskomplikation wachsen die Zotten der Plazenta (dein Mutterkuchen) nicht nur an der Gebärmutterwand fest, sondern sie durchdringen die gesamte Muskelschicht der Gebärmutter (das Myometrium) vollständig. Oftmals wachsen sie sogar in benachbarte Organe wie die Harnblase oder den Darm ein.
Wir verstehen, dass eine solche Diagnose beunruhigend ist. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass du bei frühzeitiger Erkennung und mit der Betreuung durch ein spezialisiertes Team in einem Perinatalzentrum die bestmögliche Versorgung erhältst. Der Hauptrisikofaktor für die Entwicklung einer Placenta Percreta sind vorangegangene Operationen an der Gebärmutter, insbesondere Kaiserschnitte, da die Plazenta sich bevorzugt im Bereich von Narbengewebe einnistet.
Diagnose und Management einer Placenta Percreta
Die Diagnose wird in der Regel während der Schwangerschaft mittels hochauflösender Ultraschalluntersuchungen (insbesondere Doppler-Sonographie) gestellt. Manchmal wird zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT) zur genaueren Beurteilung der Invasionstiefe herangezogen. Diese frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um die Geburt sorgfältig planen zu können.
Das Management einer Placenta Percreta erfordert ein multidisziplinäres Team aus erfahrenen Geburtshelfern, Chirurgen, Anästhesisten und Neonatologen. Die Entbindung erfolgt geplant per Kaiserschnitt, meist einige Wochen vor dem errechneten Termin, um das Risiko von Wehen und unkontrollierbaren Blutungen zu minimieren. Um eine lebensbedrohliche postpartale Hämorrhagie (PPH) zu verhindern, ist der Standardeingriff eine geplante Kaiserschnitt-Hysterektomie. Das bedeutet, dass während des Kaiserschnitts die Gebärmutter mitsamt der festgewachsenen Plazenta entfernt wird. Dieser Schritt ist oft notwendig, um deine Gesundheit zu schützen.
Dein Betreuungsteam wird alle Optionen ausführlich mit dir besprechen und dich auf diesem Weg eng und empathisch begleiten. Die Priorität liegt immer auf deiner Sicherheit und der deines Babys.