Post-Sectio-Faszien-Schmerz (chronisch)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist Post-Sectio-Faszien-Schmerz (chronisch)?

Vielleicht kennst du das: Dein Kaiserschnitt ist schon Monate oder sogar Jahre her, aber du spürst immer noch einen ziehenden, stechenden oder brennenden Schmerz im Bereich deiner Narbe und des Unterbauchs. Dieser langanhaltende Schmerz, der über die normale Heilungsphase von drei bis sechs Monaten hinausgeht, wird als chronischer Post-Sectio-Faszien-Schmerz bezeichnet. Er entsteht nicht in der Hautnarbe selbst, sondern in den tieferen Schichten des Bindegewebes, den sogenannten Faszien, die bei der Operation durchtrennt wurden.

Die Ursachen: Warum schmerzt die Faszie nach einem Kaiserschnitt?

Während des Heilungsprozesses kann es in den Faszien-Schichten zu verschiedenen Veränderungen kommen, die Schmerzen auslösen. Dein Körper ist ein Meister der Reparatur, aber manchmal läuft dieser Prozess nicht ganz reibungslos ab. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Narbenbildung und Verklebungen (Adhäsionen): Die durchtrennten Faszien-Schichten können bei der Heilung miteinander oder mit anderen Strukturen wie der Blase oder dem Darm verkleben. Diese Verklebungen schränken die Beweglichkeit des Gewebes ein und verursachen bei Bewegung oder Dehnung einen Zwick- oder Zerrschmerz.
  • Nervenirritationen: Bei der Operation können winzige Hautnerven durchtrennt oder im Narbengewebe eingeklemmt werden. Dies kann zu brennenden, kribbelnden oder stechenden Schmerzen führen, die oft auch in benachbarte Bereiche ausstrahlen.
  • Myofasziale Triggerpunkte: Als Reaktion auf den Schmerz und die veränderte Statik kann sich die umliegende Bauch- und Beckenbodenmuskulatur dauerhaft verspannen (Hypertonus). In diesen verspannten Muskeln können sich schmerzhafte Punkte, sogenannte Triggerpunkte, bilden, die den Schmerz aufrechterhalten.
  • Gestörte Gewebearchitektur: Die Narbe selbst stellt eine Unterbrechung in der sonst so perfekt organisierten Faszien-Spannung dar. Diese Störung kann zu Fehlbelastungen und Schmerzen an ganz anderer Stelle führen.

Typische Symptome, die du kennen solltest

Post-Sectio-Faszien-Schmerz fühlt sich für jede Frau etwas anders an. Möglicherweise erkennst du einige dieser Symptome wieder:

  • Ein tiefliegender, oft schwer zu lokalisierender Schmerz im Unterbauch.
  • Stechende oder brennende Schmerzen direkt an oder um die Narbe.
  • Schmerzen, die sich bei bestimmten Bewegungen verschlimmern, z. B. beim Aufrichten aus dem Liegen, beim Heben oder bei sportlichen Aktivitäten.
  • Ein Gefühl von Enge, Spannung oder einer „inneren Bremse“ im Bauchbereich.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) oder bei der Blasenentleerung.

Was du tun kannst: Wege zur Linderung

Das Wichtigste zuerst: Du bist mit diesen Schmerzen nicht allein und musst sie nicht als „normal“ akzeptieren. Es gibt wirksame Behandlungsansätze. Ein erster Schritt ist die Konsultation eines spezialisierten Gynäkologen, Osteopathen oder Physiotherapeuten mit Erfahrung in der postpartalen Behandlung. Gezielte manuelle Therapien zur Narben- und Faszienlösung, spezielle Dehnübungen und eine Stärkung der Tiefenmuskulatur können die Verklebungen lösen, die Gewebespannung normalisieren und dir helfen, wieder schmerzfrei und beweglich zu werden.

Quellenangaben

  • Leitlinie S3: „Die Sectio caesarea“, AWMF-Register Nr. 015/084, Stand: 2020.
  • Schleip, R. (2017). Faszien-Fitness: Vital, elastisch, dynamisch in Alltag und Sport. Riva Verlag.

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