Sectio-assoziierte Adnexitis

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist eine Sectio-assoziierte Adnexitis?

Eine Sectio-assoziierte Adnexitis ist eine Entzündung der Adnexe, also der Eileiter und Eierstöcke, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit einem Kaiserschnitt (Sectio caesarea) auftritt. Vielleicht hast Du nach Deiner Geburt plötzlich wieder starke Unterleibsschmerzen und fühlst Dich krank – diese Diagnose kann verunsichernd sein, besonders in der emotionalen Zeit des Wochenbetts. Es ist wichtig zu wissen, dass es sich um eine behandelbare Komplikation handelt und Du damit nicht allein bist.

Wie entsteht eine Entzündung nach dem Kaiserschnitt?

Während eines Kaiserschnitts wird die Bauchdecke und die Gebärmutter eröffnet. Dies kann, obwohl unter sterilen Bedingungen operiert wird, eine Eintrittspforte für Bakterien aus der Scheide oder der Gebärmutter sein. Diese Keime können aufsteigen und eine Entzündung der Eileiter (Salpingitis) und/oder der Eierstöcke (Oophoritis) verursachen. Meist handelt es sich um eine Mischinfektion durch verschiedene Bakterienarten. Manchmal kann auch eine bereits vor der Operation bestehende, aber unbemerkte Infektion durch den Eingriff aktiviert werden.

Welche Symptome deuten darauf hin?

Die Symptome einer Sectio-assoziierten Adnexitis ähneln denen einer „normalen“ Adnexitis, treten aber typischerweise im Wochenbett nach einer Sectio auf. Wenn Du eines oder mehrere der folgenden Anzeichen bei Dir bemerkst, zögere bitte nicht, umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen:

  • Starke, oft einseitige oder beidseitige Unterleibsschmerzen, die plötzlich einsetzen und sich bei Bewegung verschlimmern.
  • Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit.
  • Veränderter oder unangenehm riechender vaginaler Ausfluss.
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang.
  • Druckempfindlichkeit im Unterbauch bei der Tastuntersuchung.

Behandlung und Ausblick

Die gute Nachricht ist: Eine Adnexitis ist gut behandelbar. Die Therapie erfolgt in der Regel mit Antibiotika, oft zunächst intravenös im Krankenhaus. Zusätzlich sind körperliche Schonung und schmerzlindernde Medikamente sehr wichtig. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um Langzeitfolgen wie chronische Schmerzen oder die Bildung von Verwachsungen (Adhäsionen), die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könnten, zu verhindern. Dein Körper hat gerade eine enorme Leistung vollbracht – gib ihm die Zeit und die Unterstützung, die er zur Heilung braucht.

Quellenangaben

  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zu “Infektionen in Gynäkologie und Geburtshilfe”.
  • Stauber, M., & Weyerstahl, T. (2013). Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme.
  • Schneider, H., Husslein, P., & Schneider, K. T. M. (Eds.). (2016). Die Geburtshilfe. Springer.

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