Symphysen-Diastase (geburtstraumatisch)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

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Was ist eine Symphysen-Diastase (geburtstraumatisch)?

Eine geburtstraumatische Symphysen-Diastase bezeichnet das Auseinanderweichen der Schambeinfuge (Symphysis pubica) über das normale Maß hinaus infolge der Belastungen während der Geburt. Die Schambeinfuge ist eine knorpelige Verbindung, die die beiden vorderen Beckenknochen zusammenhält. Während der Schwangerschaft lockern Hormone wie Relaxin diese Verbindung, um dem Baby den Weg durch das Becken zu erleichtern. Bei einer Diastase kommt es jedoch zu einer übermäßigen Dehnung oder sogar zu einem Einriss der Bänder, was zu erheblicher Instabilität und Schmerzen führen kann.

Welche Symptome deuten auf eine Symphysen-Diastase hin?

Die Symptome können direkt nach der Geburt oder mit einigen Tagen Verzögerung auftreten. Vielleicht erkennst du einige dieser Anzeichen bei dir wieder:

  • Stechende oder ziehende Schmerzen im Bereich des Schambeins, die in den Rücken, die Hüften oder die Oberschenkel ausstrahlen können.
  • Schwierigkeiten beim Gehen, Treppensteigen oder beim Umdrehen im Bett. Der Gang wird oft als “Watschelgang” beschrieben.
  • Ein Gefühl der Instabilität im Becken, als ob es “auseinanderfallen” würde.
  • Hör- oder spürbare Klick- oder Knackgeräusche aus dem Becken bei bestimmten Bewegungen.
  • Schmerzen bei Belastung eines Beines, zum Beispiel beim Anziehen einer Hose.

Diese Beschwerden können deine Mobilität und Lebensqualität im Wochenbett stark beeinträchtigen. Es ist wichtig zu wissen, dass du mit diesen Schmerzen nicht allein bist und es wirksame Hilfe gibt.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine Symphysen-Diastase entsteht durch eine Kombination aus hormoneller Vorbereitung und mechanischer Überlastung während der Entbindung. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören:

  • Eine sehr schnelle oder eine sehr lange Geburt.
  • Ein hohes Geburtsgewicht des Kindes (Makrosomie).
  • Der Einsatz von Geburtszangen (Forceps) oder Saugglocke (Vakuumextraktion).
  • Eine vorherige Symphysenlockerung in einer früheren Schwangerschaft.
  • Eine ungünstige Geburtsposition, die starken Druck auf das Becken ausübt.

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Wenn du den Verdacht hast, eine Symphysen-Diastase zu haben, sprich unbedingt mit deiner Hebamme, deinem Gynäkologen oder einem spezialisierten Physiotherapeuten. Die Diagnose wird meist durch eine körperliche Untersuchung gestellt, bei der der Spalt an der Schambeinfuge getastet wird. Ein Ultraschall kann die Diagnose bestätigen und das Ausmaß der Diastase messen.

Die gute Nachricht ist: Die meisten Symphysen-Diastasen heilen mit konservativer Behandlung gut aus. Die Therapie konzentriert sich darauf, dein Becken zu stabilisieren und die Schmerzen zu lindern:

  • Schonung und Anpassung: Vermeide in der ersten Zeit schmerzhafte Bewegungen wie das Übereinanderschlagen der Beine oder das Heben schwerer Lasten.
  • Stabilisierungsgurt: Ein spezieller Beckengurt (Symphysengurt) hilft, die Beckenknochen zusammenzuhalten und gibt dir sofort mehr Stabilität.
  • Physiotherapie: Ein spezialisierter Beckenboden-Physiotherapeut kann dir gezielte Übungen zeigen, um die tiefen Rumpf- und Beckenbodenmuskeln zu aktivieren und das Becken wieder zu stabilisieren.
  • Schmerzmanagement: In Absprache mit deinem Arzt können schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente sinnvoll sein.

Die Heilung braucht Zeit und Geduld. Gib deinem Körper die Ruhe, die er benötigt, und hole dir professionelle Unterstützung, um den Prozess optimal zu begleiten.

Quellenangaben

  • AWMF S2k-Leitlinie: “Diagnostik und Therapie von Beckenringinstabilitäten”.
  • Goerke, K. & Valet, A. (2019). Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe. Elsevier.
  • Heller, M. (2018). Nach der Geburt: Wochenbett und Rückbildung. Georg Thieme Verlag.

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