Der translabiale Ultraschall: Ein sanfter Blick auf deinen Beckenboden
Der translabiale Ultraschall, auch Perinealsonographie genannt, ist eine spezielle und schonende Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung deines Beckenbodens. Anders als beim transvaginalen Ultraschall wird der Schallkopf hierbei nicht in die Scheide eingeführt, sondern von außen sanft auf die Schamlippen (Labien) und den Damm (Perineum) aufgesetzt. Diese Methode liefert hochpräzise, dynamische Bilder der Beckenbodenmuskulatur und der umliegenden Organe.
Wie läuft die Untersuchung für dich ab?
Die Untersuchung ist für dich unkompliziert und in der Regel schmerzfrei. Du liegst bequem auf dem Untersuchungsstuhl, meist mit leicht gefüllter Blase. Auf den mit einer Schutzhülle überzogenen Ultraschallkopf wird etwas Gel aufgetragen, und dieser wird dann von außen auf den Bereich zwischen den Schamlippen platziert. Um die Funktion deines Beckenbodens unter Belastung zu beurteilen, wirst du möglicherweise gebeten, zu husten, zu pressen (Valsalva-Manöver) oder die Muskeln bewusst anzuspannen. So kann deine Ärztin oder dein Arzt in Echtzeit sehen, wie sich die Strukturen bewegen und ob Funktionseinschränkungen vorliegen.
Welche Diagnosen ermöglicht der translabiale Ultraschall?
Diese Untersuchung ist ein Goldstandard in der Urogynäkologie und liefert entscheidende Informationen bei verschiedenen Beschwerden. Sie ermöglicht eine detaillierte Beurteilung von:
- Beckenbodenmuskulatur: Insbesondere der wichtige Levator-Ani-Komplex kann exakt dargestellt werden. Verletzungen nach einer Geburt, wie eine Levatoravulsion (ein teilweiser oder vollständiger Abriss des Muskels vom Schambein), werden so zuverlässig sichtbar gemacht.
- Beckenorganprolaps (Senkung): Das genaue Ausmaß einer Senkung von Blase (Zystozele), Enddarm (Rektozele) oder Gebärmutter kann präzise vermessen werden.
- Funktion der Harnröhre: Bei Stressinkontinenz kann die Lage und Beweglichkeit der Harnröhre beurteilt werden, um die Ursache der Beschwerden zu klären.
- Zustand nach Operationen: Der Erfolg von Operationen am Beckenboden, zum Beispiel nach dem Einsatz von Netzen oder Bändern, kann sicher und schonend kontrolliert werden.