Urodynamischer Messplatz

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Der urodynamische Messplatz: Ein detaillierter Blick auf Deine Blasenfunktion

Vielleicht hast Du von Deinem Arzt oder Deiner Ärztin gehört, dass eine urodynamische Untersuchung ansteht und fragst Dich, was ein „urodynamischer Messplatz“ eigentlich ist. Stell ihn Dir als eine hochentwickelte Untersuchungseinheit vor – oft eine Kombination aus einem speziellen Stuhl und einer Toilette – die es uns ermöglicht, die Funktion Deines unteren Harntraktes (Blase, Harnröhre und Beckenboden) präzise zu analysieren. Diese Untersuchung ist ein entscheidender Schritt, um die genaue Ursache von Problemen wie Inkontinenz oder Blasenentleerungsstörungen zu verstehen.

Was passiert bei einer Untersuchung am urodynamischen Messplatz?

Wir wissen, dass eine solche Untersuchung mit Unsicherheiten verbunden sein kann. Deshalb ist es uns wichtig, Dir den Ablauf genau zu erklären. Ziel ist es, den natürlichen Prozess der Blasenspeicherung und -entleerung nachzuvollziehen und dabei wichtige Daten zu sammeln. Der Ablauf sieht in der Regel so aus:

  • Vorbereitung: Du nimmst auf dem speziellen Untersuchungsstuhl Platz. Um die Druckverhältnisse genau zu messen, wird ein sehr dünner Katheter mit Drucksensoren vorsichtig in Deine Blase und ein weiterer in den Enddarm oder die Vagina eingeführt. Das ist in der Regel nicht schmerzhaft, kann aber kurzzeitig als ungewohnt empfunden werden.
  • Füllphase (Zystometrie): Deine Blase wird langsam über den Katheter mit einer sterilen, körperwarmen Flüssigkeit gefüllt. Währenddessen bitten wir Dich, uns Deine Empfindungen mitzuteilen – wann Du den ersten Harndrang spürst, wann er stärker wird und wann er zwingend ist. Gleichzeitig messen wir kontinuierlich den Druck in Deiner Blase und im Bauchraum. So können wir die Aktivität Deines Blasenmuskels (Detrusor) beurteilen.
  • Entleerungsphase (Miktion): Wenn Deine Blase gefüllt ist, bitten wir Dich, in einen speziellen Trichter zu urinieren, der die Stärke des Harnstrahls und die entleerte Menge misst.
  • Provokationstests: Manchmal bitten wir Dich, zu husten oder zu pressen, um zu sehen, ob dabei Urin unwillkürlich verloren geht. Dies hilft uns, eine Stressinkontinenz zu diagnostizieren.

Warum diese Untersuchung so wichtig für Dich ist

Die am urodynamischen Messplatz gewonnenen Daten sind von unschätzbarem Wert. Sie geben uns ein objektives und detailliertes Bild davon, warum Deine Blase nicht so funktioniert, wie sie sollte. Liegt es an einem überaktiven Blasenmuskel, einem zu schwachen Schließmuskel oder einem Hindernis beim Wasserlassen? Die Ergebnisse ermöglichen es uns, eine präzise Diagnose zu stellen und eine maßgeschneiderte Therapie für Dich zu entwickeln. Anstatt zu raten, können wir gezielt behandeln – für eine deutliche Verbesserung Deiner Lebensqualität.

Quellenangaben

  • AWMF-Leitlinie „Harninkontinenz bei der Frau“, Registernummer 015/091, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).
  • Schmelz, H., Sparwasser, C., & Weidner, W. (Eds.). (2020). Facharztwissen Urologie. Springer-Verlag.
  • Pschyrembel Online, Stichwort: Urodynamik. (www.pschyrembel.de)

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Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keinen medizinischen Rat; konsultiere bei Problemen bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt.