Uterine Hyperstimulation

Inhaltsverzeichnis

Bild von Julia Ronnenberg (Hebamme)

Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

Neben der Webseite biete ich auch verschiedene Kurse rund um Schwangerschaft und Rückbildung an, von denen du viele kostenlos testen kannst.

Was ist eine Uterine Hyperstimulation?

Eine uterine Hyperstimulation, umgangssprachlich auch als „Wehensturm“ bekannt, beschreibt eine übermäßig starke oder zu häufige Wehentätigkeit der Gebärmutter während der Geburt. Dein Körper leistet unter der Geburt Unglaubliches, doch manchmal kann die Aktivität deines Uterus zu intensiv werden. Dies ist eine Situation, die dein Geburtsteam sehr ernst nimmt und genau überwacht, um die Sicherheit für dich und dein Baby jederzeit zu gewährleisten.

Wann spricht man von einer Hyperstimulation?

Medizinisch wird von einer uterinen Hyperstimulation oder einer Tachysystole gesprochen, wenn eines der folgenden Kriterien über einen Zeitraum von 30 Minuten erfüllt ist:

  • Mehr als fünf Wehen innerhalb von 10 Minuten.
  • Einzelne Wehen, die länger als zwei Minuten andauern.
  • Wehen, die so kurz aufeinanderfolgen, dass die Gebärmutter dazwischen nicht vollständig entspannen kann.

Diese Kriterien werden mithilfe des CTG (Kardiotokogramm) erfasst, das sowohl die Wehentätigkeit als auch die Herztöne deines Babys aufzeichnet.

Ursachen und mögliche Auswirkungen

Die häufigste Ursache für eine uterine Hyperstimulation ist die medizinische Einleitung oder Verstärkung der Wehen, beispielsweise durch Medikamente wie Oxytocin oder Prostaglandine. Der Körper kann darauf sehr sensibel reagieren. Das Hauptrisiko einer zu starken Wehentätigkeit besteht darin, dass die Blut- und Sauerstoffversorgung der Plazenta und damit deines Babys zwischen den Wehen nicht ausreichend wiederhergestellt wird. Dies kann zu Stress beim Kind führen, was sich in Veränderungen der kindlichen Herztöne im CTG zeigt. In sehr seltenen Fällen kann eine extreme Belastung das Risiko einer Uterusruptur erhöhen.

Wie wird eine uterine Hyperstimulation behandelt?

Wenn dein Geburtsteam eine Hyperstimulation feststellt, wird es sofort handeln. Die gängigsten Maßnahmen sind:

  • Reduzierung der Medikation: Läuft ein Wehentropf (z.B. mit Oxytocin), wird dessen Dosis sofort reduziert oder die Gabe komplett gestoppt.
  • Lagerungswechsel: Oft hilft es schon, wenn du dich auf die Seite legst, um den Druck auf die großen Blutgefäße zu verringern und die Durchblutung der Plazenta zu verbessern.
  • Wehenhemmung (Tokolyse): Falls die starken Wehen anhalten, kann ein wehenhemmendes Medikament verabreicht werden, um der Gebärmutter eine Pause zu verschaffen.

Dein Wohlbefinden und die Sicherheit deines Babys stehen immer an erster Stelle. Eine uterine Hyperstimulation ist eine ernstzunehmende, aber in der Regel gut beherrschbare Komplikation, auf die Hebammen und Ärzte bestens vorbereitet sind.

Quellenangaben

  • AWMF-Leitlinie (015/083): Die Sectio caesarea. Stand: März 2020.
  • Schneider, H., Husslein, P., & Schneider, K. T. M. (Eds.). (2019). Die Geburtshilfe. Springer.
  • American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG). (2019). Practice Bulletin No. 207: Fetal Heart Rate Monitoring.

Keine Einträge gefunden

Vielleicht hast Du schon einmal von der sogenannten Geburtseinleitung gehört.

Die Monate der Schwangerschaft scheinen rückblickend wie im Flug vergangen

Eine Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit und vielleicht machst Du

Mammacita Onlinekurse

Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keinen medizinischen Rat; konsultiere bei Problemen bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt.