Was ist ein Uterusnarbendefekt (Isthmozele)?
Liebe Leserin, vielleicht hast Du diesen Begriff im Zusammenhang mit einem früheren Kaiserschnitt gehört und fühlst Dich nun unsicher. Das ist absolut verständlich. Ein Uterusnarbendefekt, medizinisch auch Isthmozele oder umgangssprachlich Sectio-Nische genannt, ist eine kleine, sackartige Ausbuchtung oder eine Verdünnung der Gebärmutterwand genau an der Stelle der inneren Kaiserschnittnarbe.
Stell Dir vor, die Muskelschicht der Gebärmutter (das Myometrium) heilt nach der Operation nicht vollständig und ebenmäßig zusammen. An der Narbe entsteht eine kleine Nische, in der sich Flüssigkeit, wie zum Beispiel Menstruationsblut, sammeln kann. Dies ist keinesfalls ein Grund zur Panik, kann aber bei manchen Frauen zu bestimmten Symptomen führen.
Typische Anzeichen einer Isthmozele können sein:
- Postmenstruelle Schmierblutungen: Oft tritt eine bräunliche Schmierblutung einige Tage nach dem Ende Deiner eigentlichen Periode auf. Das liegt daran, dass sich altes Menstruationsblut in der Nische sammelt und nur verzögert abfließt.
- Chronische Unterleibsschmerzen: Manche Frauen berichten von einem anhaltenden, ziehenden Schmerz im Beckenbereich oder verstärkten Schmerzen während der Periode.
- Sekundäre Unfruchtbarkeit: In einigen Fällen kann die in der Nische angesammelte Flüssigkeit die Umgebung für Spermien oder die Einnistung einer befruchteten Eizelle negativ beeinflussen.
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie).
Wie wird eine Isthmozele festgestellt und behandelt?
Die Diagnose erfolgt in der Regel sehr unkompliziert durch einen hochauflösenden vaginalen Ultraschall. Deine Gynäkologin oder Dein Gynäkologe kann die Nische dabei genau ausmessen und die verbliebene Dicke der Gebärmutterwand beurteilen. Es ist wichtig zu wissen, dass nicht jede Isthmozele behandelt werden muss. Viele Frauen leben beschwerdefrei damit.
Eine Behandlung wird meist nur dann empfohlen, wenn Du unter den Symptomen leidest oder ein unerfüllter Kinderwunsch besteht. Je nach Befund reichen die Therapieoptionen von hormonellen Ansätzen bis zu einem minimal-invasiven operativen Eingriff (meist eine Hysteroskopie), bei dem die Nische korrigiert wird. Wenn Du den Verdacht hast, betroffen zu sein, sprich offen mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. Du bist mit diesem Thema nicht allein, und es gibt gute Möglichkeiten, Dir zu helfen.