Vulväres Varizen-Syndrom

Inhaltsverzeichnis

Bild von Julia Ronnenberg (Hebamme)

Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

Neben der Webseite biete ich auch verschiedene Kurse rund um Schwangerschaft und Rückbildung an, von denen du viele kostenlos testen kannst.

Was ist das Vulväre Varizen-Syndrom?

Das Vulväre Varizen-Syndrom beschreibt das Auftreten von Krampfadern (Varizen) im Bereich der Vulva, also den äußeren weiblichen Geschlechtsorganen. Stell dir diese als erweiterte, oft geschlängelte Venen vor, ähnlich wie du sie vielleicht von den Beinen kennst. Sie entstehen durch einen erhöhten Druck und einen gestörten Blutabfluss in den Beckenvenen.

Besonders häufig tritt dieses Phänomen während der Schwangerschaft auf, da der wachsende Uterus Druck auf die Venen ausübt und hormonelle Veränderungen die Venenwände weicher machen. Aber keine Sorge, in vielen Fällen bilden sich die Varizen nach der Geburt von selbst wieder zurück. Du bist mit diesem Thema nicht allein, auch wenn selten darüber gesprochen wird.

Typische Symptome: Wie fühlt es sich an?

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und reichen von kaum spürbar bis sehr belastend. Viele Frauen berichten über:

  • Ein Gefühl von Schwere, Druck oder Völlegefühl im Vulva- und Dammbereich.
  • Sichtbare, bläuliche oder violette, geschwollene Venen.
  • Juckreiz oder ein brennendes Gefühl.
  • Schmerzen, die sich bei langem Stehen, körperlicher Anstrengung oder gegen Ende des Tages verschlimmern.
  • Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr (Dyspareunie).
  • Eine Zunahme der Beschwerden kurz vor der Menstruation.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Hauptursache ist eine venöse Insuffizienz, bei der die Venenklappen nicht mehr richtig schließen und das Blut sich staut. Folgende Faktoren können dies begünstigen:

  • Schwangerschaft: Der häufigste Auslöser durch den Druck des Uterus und hormonelle Einflüsse.
  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Neigung zu Krampfadern kann das Risiko erhöhen.
  • Pelvic Congestion Syndrom (PCS): Ein chronischer Stauungszustand der Beckenvenen, der oft die eigentliche Ursache ist.
  • Mehrfache Schwangerschaften: Mit jeder weiteren Schwangerschaft steigt das Risiko.

Was du tun kannst: Diagnose und Behandlung

Wenn du die genannten Symptome bei dir feststellst, ist deine gynäkologische Praxis die erste Anlaufstelle. Die Diagnose erfolgt meist durch eine körperliche Untersuchung. Manchmal wird zusätzlich eine Doppler-Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um den Blutfluss in den Venen zu beurteilen.

Die Behandlung zielt vor allem darauf ab, die Symptome zu lindern:

  • Konservative Maßnahmen: Das Tragen von spezieller Kompressionskleidung, das Hochlagern der Beine und des Beckens sowie das Vermeiden von langem Stehen können Erleichterung bringen. Kühle Kompressen können ebenfalls helfen.
  • Medizinische Interventionen: Nach Abschluss der Familienplanung können Verfahren wie die Sklerotherapie (Verödung) oder eine Embolisation (Verschluss der betroffenen Vene) in Betracht gezogen werden, falls die Beschwerden stark sind und andauern.

Sprich offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Es gibt gute Möglichkeiten, dir zu helfen und deine Lebensqualität zu verbessern.

Quellenangaben

  • Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP). S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Krampfadererkrankung. AWMF-Registernr.: 037/018, Stand: 2019.
  • Gavornik P. (2021). Vulvar Varicosities in Pregnancy. Journal of Midwifery & Women’s Health.
  • Beard, R. W., & Highman, J. H. (1984). The pelvic congestion syndrome. In: Recent Advances in Obstetrics and Gynaecology.

Keine Einträge gefunden

Hämorrhoiden, ein wirklich unangenehmes Thema, welches selbst in unserer doch

Fast alle Schwangeren, die mir im Laufe meiner Tätigkeit als

Wenn deine Beckenbodenmuskulatur verhärtet ist, hast du wahrscheinlich einen verspannten

Mammacita Onlinekurse

Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keinen medizinischen Rat; konsultiere bei Problemen bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt.