Zervixkarzinom in der Schwangerschaft

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

Neben der Webseite biete ich auch verschiedene Kurse rund um Schwangerschaft und Rückbildung an, von denen du viele kostenlos testen kannst.

Was ist ein Zervixkarzinom in der Schwangerschaft?

Die Diagnose Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist immer ein tiefgreifendes Ereignis. Erhältst du sie während einer Schwangerschaft, wirft dies unzählige Fragen und Ängste auf. Ein Zervixkarzinom in der Schwangerschaft ist eine seltene, aber sehr ernste Situation, bei der eine bösartige Tumorerkrankung des Gebärmutterhalses bei einer schwangeren Person diagnostiziert wird. Die gute Nachricht ist: Auch in dieser komplexen Lage gibt es etablierte Vorgehensweisen, die das Wohl von dir und deinem Kind in den Mittelpunkt stellen.

Diagnostik: Wie wird der Krebs sicher festgestellt?

Vielleicht wurde bei deiner Vorsorgeuntersuchung ein auffälliger Pap-Abstrich festgestellt. Um eine genaue Diagnose zu stellen, ohne das Baby zu gefährden, werden spezielle Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören:

  • Kolposkopie: Eine lupenähnliche Untersuchung des Muttermundes, um veränderte Bereiche genau zu betrachten.
  • Biopsie: Die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe vom Muttermund. Dies ist auch in der Schwangerschaft ein sicheres und notwendiges Verfahren, um die Diagnose zu sichern.
  • Bildgebende Verfahren: Je nach Schwangerschaftswoche kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) ohne Kontrastmittel eingesetzt werden, um die Ausbreitung des Tumors zu beurteilen.

Diese Schritte sind entscheidend, um das genaue Stadium der Erkrankung (das sogenannte Staging) zu ermitteln. Das Staging ist die wichtigste Grundlage für die Planung der weiteren Therapie.

Therapie: Ein individueller Weg für dich und dein Kind

Die Behandlungsstrategie ist ein Balanceakt und wird in einem spezialisierten, interdisziplinären Team aus Gynäkologen, Onkologen und Neonatologen individuell für dich festgelegt. Die Entscheidung hängt von drei zentralen Faktoren ab: dem Tumorstadium, der Schwangerschaftswoche bei Diagnosestellung und deinen persönlichen Wünschen.

  • Bei sehr frühen Stadien und früher Schwangerschaft: Manchmal ist es möglich, mit der Behandlung zu warten, bis das Kind eine ausreichende Lungenreife entwickelt hat. In ausgewählten Fällen kann auch eine Operation (Konisation) durchgeführt werden, um den Tumor zu entfernen und die Schwangerschaft fortzusetzen.
  • Bei fortgeschrittenen Stadien oder späterer Schwangerschaft: Das Hauptziel ist es, die Schwangerschaft so lange wie möglich sicher fortzuführen. Die Geburt wird geplant, sobald das Kind lebensfähig ist. Häufig wird eine Chemotherapie in Erwägung gezogen, die in der Regel ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel als relativ sicher für das Kind gilt.

Geburt und Nachsorge

Bei einem Zervixkarzinom wird die Geburt fast immer per Kaiserschnitt (Sectio) geplant. Dies verhindert, dass Tumorzellen während einer vaginalen Geburt im Geburtskanal verteilt werden. Oft wird der Kaiserschnitt mit der radikalen Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) kombiniert, sobald das Kind sicher entbunden ist. Die eigentliche Krebstherapie (Bestrahlung, Chemotherapie) beginnt dann in der Regel nach der Geburt und dem Wochenbett. Du stehst vor einer großen Herausforderung, aber wisse, dass du von einem Expertenteam eng begleitet wirst, das alles dafür tut, das bestmögliche Ergebnis für dich und dein Baby zu erzielen.

Quellenangaben

  • Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientinnen mit Zervixkarzinom.
  • Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO): Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie gynäkologischer Tumoren (Kommission Mamma).
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Krebsinformationsdienst: Gebärmutterhalskrebs: Diagnose und Behandlung.

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