Was ist ein Asynklitismus?
Wenn du während der Geburt den Begriff Asynklitismus hörst, beschreibt dies eine spezifische Einstellung des kindlichen Kopfes in deinem Becken. Es bedeutet, dass das Köpfchen deines Babys nicht perfekt zentriert, sondern leicht seitlich geneigt ist, während es sich seinen Weg durch den Geburtskanal bahnt. Das ist eine häufige und meist vorübergehende Erscheinung im Geburtsverlauf.
Stell dir vor, der Kopf deines Kindes muss wie ein Schlüssel passgenau durch das Schloss deines Beckens gleiten. Im Idealfall (synklitische Einstellung) liegt die Pfeilnaht des kindlichen Schädels genau in der Mitte zwischen deinem Schambein und deinem Kreuzbein. Bei einem Asynklitismus ist diese Naht zu einer Seite hin verschoben.
- Vorderer Asynklitismus: Die Pfeilnaht neigt sich in Richtung deines Kreuzbeins. Diese Variante ist häufiger und gilt als günstiger, da sie sich oft von selbst oder durch einfache Positionswechsel deinerseits korrigiert.
- Hinterer Asynklitismus: Die Pfeilnaht neigt sich in Richtung deines Schambeins. Diese Position kann den Geburtsfortschritt manchmal verlangsamen, da der Kopf mehr Mühe hat, sich durch das Becken zu drehen.
Ein leichter Asynklitismus ist ein cleverer Mechanismus der Natur, der es dem größten Umfang des Kopfes ermöglicht, die engsten Stellen des Beckens zu überwinden. In den meisten Fällen korrigiert dein Baby diese Neigung selbstständig im Laufe der Wehen. Nur in seltenen Fällen, wenn die Neigung stark ausgeprägt ist, kann sie zu einem Geburtsstillstand führen. Dein erfahrenes Geburtsteam erkennt einen Asynklitismus und wird dich anleiten, Positionen einzunehmen (z.B. den Vierfüßlerstand), die deinem Baby helfen, die optimale Position zu finden. Du bist dabei in sicheren und kompetenten Händen.