Was ist ein Deflexions-Arrest?
Wenn du während der Geburt den Begriff “Deflexions-Arrest” hörst, kann das zunächst beunruhigend klingen. Lass uns gemeinsam und in Ruhe anschauen, was das bedeutet. Ein Deflexions-Arrest ist eine Form des Geburtsstillstandes, bei der der Geburtsvorgang ins Stocken gerät, weil das Köpfchen deines Babys eine ungünstige Haltung eingenommen hat.
Normalerweise ist der Kopf des Kindes stark gebeugt, das Kinn liegt also auf der Brust. In dieser Flexionshaltung bietet der Kopf den kleinstmöglichen Umfang, um durch dein Becken zu passen. Bei einer Deflexion (von lat. deflectere = abbiegen, ablenken) ist der Kopf hingegen nach hinten gestreckt oder überstreckt. Je nach Ausprägung spricht man von einer Vorderhaupts-, Stirn- oder Gesichtslage. Durch diese gestreckte Haltung vergrößert sich der Durchmesser des Kopfes, der durch das Becken treten muss. Der “Arrest” bedeutet, dass der Kopf in dieser Position stecken bleibt und die Geburt nicht weiter voranschreitet.
Wie wird ein Deflexions-Arrest festgestellt?
Deine Hebamme oder dein Arzt stellt die Haltung des kindlichen Kopfes durch eine vaginale Untersuchung fest. Dabei tasten sie die Fontanellen und Schädelnähte deines Babys, um die genaue Position und Haltung zu bestimmen. Auch ein unzureichendes Tiefertreten des Kopfes trotz starker Wehen kann ein Hinweis sein. Manchmal wird zusätzlich ein Ultraschall eingesetzt, um die Diagnose zu sichern.
Was sind die nächsten Schritte?
Die wichtigste Botschaft ist: Dein Geburtsteam ist auf solche Situationen vorbereitet und weiß genau, was zu tun ist, um die Sicherheit für dich und dein Baby zu gewährleisten. Die Maßnahmen hängen von der genauen Art der Deflexion und dem Fortschritt der Geburt ab:
- Lagerungswechsel: Manchmal können bestimmte Positionen, die du einnimmst (z. B. der Vierfüßlerstand), dem Baby helfen, seinen Kopf in eine günstigere Position zu drehen.
- Beendigung der Geburt: Wenn die Geburt in der Austreibungsphase zum Stillstand kommt und sich die kindlichen Herztöne (CTG) verschlechtern, muss die Geburt zügig beendet werden. Je nach Situation kann dies eine operative vaginale Entbindung mittels Saugglocke (Vakuumextraktion) oder Zange (Forceps) bedeuten.
- Kaiserschnitt (Sectio): Ist eine vaginale Geburt aufgrund der Kopfhaltung nicht möglich oder zu riskant, ist ein Kaiserschnitt der sicherste Weg, um dein Kind auf die Welt zu holen. Dies ist insbesondere bei einer Stirnlage häufig der Fall.
Ein Deflexions-Arrest ist eine unvorhersehbare Komplikation, die nichts mit deinem Verhalten oder deiner Vorbereitung zu tun hat. Vertraue auf die Expertise deines Geburtsteams, dessen oberstes Ziel es ist, dich und dein Kind gesund durch diese Herausforderung zu begleiten.