Fallschirmreflex (Parachute Reflex)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist der Fallschirmreflex (Parachute Reflex)?

Die Entwicklung Deines Babys ist eine Reise voller faszinierender Meilensteine. Einer der wichtigsten Schutzmechanismen, die es dabei lernt, ist der Fallschirmreflex. Er gehört zu den sogenannten posturalen Reaktionen (Haltungsreaktionen) und ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie der kleine Körper sich auf die zunehmende Mobilität vorbereitet.

Wenn Du Dein Baby in Bauchlage hältst und es plötzlich und sicher nach unten absenkst (als ob es fallen würde), wird es reflexartig seine Arme nach vorne strecken und die Hände öffnen. Diese Bewegung sieht so aus, als würde es sich auf dem Boden abstützen wollen, um den Kopf und das Gesicht zu schützen. Diese instinktive Reaktion ist entscheidend für die Sicherheit Deines Kindes, sobald es beginnt, sich selbstständig fortzubewegen.

Im Gegensatz zu vielen anderen frühkindlichen Reflexen, die mit der Zeit verschwinden (integriert werden), bleibt der Fallschirmreflex ein Leben lang erhalten. Er tritt typischerweise im Alter von sechs bis neun Monaten auf und ist ein wichtiges Anzeichen für eine gesunde neuromotorische Entwicklung. Er zeigt, dass das Gehirn und die Muskeln Deines Kindes gut zusammenarbeiten, um den Körper im Gleichgewicht zu halten und auf unvorhergesehene Lageveränderungen zu reagieren.

  • Entwicklungszeitpunkt: Entwickelt sich meist zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat.
  • Funktion: Dient als Schutzmechanismus, um bei einem Sturz nach vorne den Kopf und Oberkörper abzufangen.
  • Bedeutung: Ein wichtiges Zeichen für eine reifende Motorik und Koordination. Das Fehlen oder eine stark asymmetrische Ausführung kann auf eine neurologische Thematik hinweisen und sollte kinderärztlich abgeklärt werden.
  • Dauer: Dieser Reflex bleibt ein Leben lang bestehen und schützt uns auch als Erwachsene beim Stolpern.

Quellenangaben

  • Vojta, V., & Peters, A. (2007). Das Vojta-Prinzip: Muskelspiele in Reflexfortbewegung und motorischer Ontogenese. Springer Medizin Verlag.
  • Zafeiriou, D. I. (2004). Primitive reflexes and postural reactions in the neurodevelopmental examination. Pediatric Neurology, 31(1), 1-8.

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