Fetale Infektion (transplazentar)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

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Fetale Infektion (transplazentar): Was bedeutet das?

Wenn wir von einer fetalen Infektion (transplazentar) sprechen, meinen wir eine Ansteckung Deines ungeborenen Kindes, die direkt über die Plazenta (Mutterkuchen) erfolgt. Die Plazenta ist eigentlich eine schützende Barriere, die Dein Baby mit Nährstoffen versorgt. In manchen Fällen können jedoch Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten aus Deinem Blutkreislauf diese Schranke überwinden und auf Dein Kind übergehen.

Wie kommt es zu einer transplazentaren Infektion?

Eine solche Infektion entsteht, wenn Du während der Schwangerschaft eine aktive Infektion hast, die sich im Blut ausbreitet (systemische Infektion). Die Erreger zirkulieren dann in Deinem Körper und können die sogenannte Plazentaschranke durchdringen. Dieser Übertragungsweg unterscheidet sich von aufsteigenden Infektionen, die aus der Scheide zur Gebärmutter wandern, oder Infektionen, die während der Geburt auftreten.

Welche Erreger sind besonders relevant? (TORCH-Komplex)

In der Medizin wird oft der Begriff TORCH verwendet, um die wichtigsten Erreger zusammenzufassen, die transplazentar übertragen werden können. Dieses Akronym steht für:

  • Toxoplasmose
  • Others (Andere Erreger wie Syphilis, Varizella-Zoster-Viren/Windpocken, Parvovirus B19/Ringelröteln)
  • Röteln
  • Cytomegalievirus (CMV)
  • Herpes-simplex-Virus (HSV)

Viele dieser Infektionen verlaufen bei Dir als werdender Mutter oft mild oder sogar unbemerkt, können aber für die Entwicklung Deines Kindes ernsthafte Folgen haben.

Mögliche Folgen für Dein Baby

Die Auswirkungen einer fetalen Infektion hängen stark vom Erreger und dem Zeitpunkt der Ansteckung in der Schwangerschaft ab. Mögliche Folgen können eine intrauterine Wachstumsrestriktion (IUGR), Fehlbildungen an Organen, neurologische Schäden oder eine Frühgeburt sein. Deshalb sind die Vorsorgeuntersuchungen und das Screening auf bestimmte Antikörper in Deinem Blut so wichtig. Sie helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Sprich offen mit Deinem ärztlichen Team über Deine Sorgen – sie sind da, um Dich zu unterstützen und zu beraten.

Quellenangaben

  • AWMF-Leitlinie 093-001: Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen. Stand: 31.08.2021.
  • Robert Koch-Institut (RKI): Ratgeber zu den jeweiligen Infektionskrankheiten (z. B. Zytomegalie, Röteln).
  • Pschyrembel Online: Fetale Infektionen. Abruf: 2023.
  • Goerke, K., Steller, J., & Valet, A. (2019). Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe. Elsevier, Urban & Fischer.

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