Kolposkopie (postpartal)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Was ist eine Kolposkopie (postpartal)?

Eine postpartale Kolposkopie ist eine spezielle gynäkologische Untersuchung des Gebärmutterhalses, der Scheide und der äußeren Genitalien, die in den Wochen oder Monaten nach einer Geburt durchgeführt wird. Dabei verwendet Deine Ärztin oder Dein Arzt ein sogenanntes Kolposkop – im Grunde eine Art hochauflösendes Mikroskop –, um die Gewebeoberflächen vergrößert und detailliert betrachten zu können. Diese Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und dient der Abklärung auffälliger Befunde, um Dir Sicherheit zu geben.

Warum wird eine Kolposkopie nach der Geburt empfohlen?

Der häufigste Grund für eine Kolposkopie nach der Entbindung ist ein auffälliger Befund beim Pap-Abstrich (Krebsvorsorge), der während der Schwangerschaft festgestellt wurde. In der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen das Gewebe am Gebärmutterhals beeinflussen und die Beurteilung erschweren. Daher wird eine genauere Untersuchung oft auf die Zeit nach der Geburt verschoben, wenn sich der Körper wieder normalisiert hat.

  • Abklärung unklarer Befunde: Sie ermöglicht eine genaue Beurteilung von Zellveränderungen, die beim Pap-Test entdeckt wurden.
  • Sicherheit und Vorsorge: Die Untersuchung dient dazu, harmlose Veränderungen von behandlungsbedürftigen Vorstufen (Dysplasien) zu unterscheiden.
  • Beobachtung: Manchmal wird sie auch zur Kontrolle von bereits bekannten, unauffälligen Gewebeveränderungen nach den Belastungen der Geburt angesetzt.

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein auffälliger Pap-Abstrich nicht automatisch Krebs bedeutet. Meist handelt es sich um gut behandelbare Zellveränderungen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die postpartale Kolposkopie fühlt sich sehr ähnlich an wie eine normale gynäkologische Vorsorgeuntersuchung und dauert in der Regel nur 10 bis 15 Minuten.

  • Vorbereitung: Du nimmst auf dem gynäkologischen Stuhl Platz. Zunächst wird ein Spekulum (Scheidenspiegel) eingeführt, um den Gebärmutterhals sichtbar zu machen.
  • Betrachtung: Das Kolposkop wird vor die Scheide positioniert, berührt Deinen Körper aber nicht. Die Ärztin oder der Arzt betrachtet die Oberfläche des Gebärmutterhalses genau.
  • Anfärben des Gewebes: Um auffällige Areale besser sichtbar zu machen, wird oft eine verdünnte Essigsäurelösung aufgetupft. Dies kann kurz kribbeln oder sich kühl anfühlen. Auffällige Zellen färben sich dabei weiß.
  • Biopsie (falls nötig): Sollte ein Bereich unklar aussehen, kann eine winzige Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden. Dies kann sich wie ein kurzes Zwicken oder ein leichtes Ziehen anfühlen. Die Probe wird anschließend im Labor untersucht.

Was solltest Du nach der Untersuchung beachten?

Wurde keine Biopsie entnommen, kannst Du Deinen Tag wie gewohnt fortsetzen. Nach einer Biopsie sind leichte Schmierblutungen oder ein bräunlicher Ausfluss für einige Tage normal. Deine Ärztin oder Dein Arzt wird Dir empfehlen, für eine kurze Zeit auf Geschlechtsverkehr, Tampons und Vollbäder zu verzichten, um die kleine Wundstelle zu schonen und Infektionen vorzubeugen. Nimm Dir die Ruhe, die Du brauchst – Dein Körper hat bereits Großes geleistet.

Quellenangaben

  • Arbeitsgemeinschaft für Zervixpathologie und Kolposkopie (AG-CPC): S3-Leitlinie Prävention des Zervixkarzinoms.
  • DGGG, OEGGG, SGGG (Hrsg.): Leitlinien, Empfehlungen, Stellungnahmen für Klinik und Praxis.

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