Was ist ein echter Nabelschnurknoten?
Ein echter Nabelschnurknoten entsteht, wenn sich Dein Baby im Mutterleib so bewegt, dass es durch eine Schlaufe der eigenen Nabelschnur schwimmt. Stell es Dir wie einen einfachen Knoten in einem weichen Seil vor. Diese Knoten bilden sich meist schon früh in der Schwangerschaft, wenn noch viel Platz und Fruchtwasser für die kindlichen Turnübungen vorhanden ist.
Es ist wichtig, den echten Knoten von einem sogenannten falschen Knoten zu unterscheiden. Falsche Knoten sind lediglich Verdickungen oder Gefäßschlingen der Nabelschnur, die im Ultraschall wie ein Knoten aussehen können, aber medizinisch völlig unbedenklich sind.
Wie wird ein Nabelschnurknoten festgestellt?
Die Diagnose eines Nabelschnurknotens vor der Geburt ist oft ein Zufallsbefund während einer Ultraschalluntersuchung. Mit moderner Ultraschalltechnologie, insbesondere der Farbdoppler-Sonographie, kann der Blutfluss in der Nabelschnur sichtbar gemacht werden, was die Erkennung eines Knotens erleichtern kann.
Häufig wird ein Knoten aber erst nach der Geburt entdeckt, wenn die Nabelschnur in den Händen gehalten wird. Während der Geburt kann ein sich zuspannender Knoten zu Veränderungen im Herzschlag des Kindes führen, die auf dem CTG (Kardiotokogramm) als variable Dezelerationen sichtbar werden. Eine sorgfältige Überwachung ist daher entscheidend.
Welche Risiken birgt ein Nabelschnurknoten?
Die Entdeckung eines Nabelschnurknotens löst bei werdenden Eltern verständlicherweise Sorgen aus. Die gute Nachricht ist: Die allermeisten Knoten bleiben locker und haben keinerlei Auswirkungen auf Dein Baby oder die Geburt. Die Nabelschnur ist von einer schützenden, gallertartigen Substanz umgeben, der sogenannten Wharton-Sulze. Diese wirkt wie ein Polster und verhindert oft, dass sich der Knoten festzieht.
Ein Risiko entsteht nur dann, wenn sich der Knoten – meist während der Wehen und dem Tiefertreten des Kindes in den Geburtskanal – so festzieht, dass die Blutzufuhr und damit die Sauerstoffversorgung zum Kind beeinträchtigt wird. Dies ist ein seltenes Ereignis, aber es ist der Grund, warum Dein Geburtsteam bei bekanntem Knoten besonders wachsam sein wird. Eine engmaschige Überwachung mittels CTG ist in solchen Fällen Standard, um bei Anzeichen von fetalem Stress (z. B. einer drohenden fötalen Asphyxie) rechtzeitig reagieren zu können, etwa durch einen Kaiserschnitt.