Operative Vaginalentbindung

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

Neben der Webseite biete ich auch verschiedene Kurse rund um Schwangerschaft und Rückbildung an, von denen du viele kostenlos testen kannst.

Was ist eine operative Vaginalentbindung?

Vielleicht hast du diesen Begriff schon einmal gehört und er hat dich verunsichert. Lass uns gemeinsam und in Ruhe betrachten, was er bedeutet. Eine operative Vaginalentbindung, auch assistierte vaginale Geburt genannt, ist eine Form der Geburtshilfe, bei der dein Geburtsteam am Ende der Austreibungsphase gezielt nachhilft, um dein Baby sicher auf die Welt zu bringen. Dies geschieht mithilfe spezieller Instrumente wie der Saugglocke (Vakuumextraktor) oder der Geburtszange (Forceps).

Es ist wichtig zu verstehen, dass dies kein Notkaiserschnitt ist, sondern eine Methode, um eine vaginale Geburt erfolgreich und sicher für dich und dein Kind abzuschließen, wenn ein wenig Unterstützung benötigt wird.

Wann wird eine operative Vaginalentbindung notwendig?

Die Entscheidung für eine assistierte Geburt wird niemals leichtfertig getroffen. Dein Ärzteteam wird diesen Schritt nur in Betracht ziehen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind und es die sicherste Option für dich oder dein Baby darstellt. Die häufigsten Gründe sind:

  • Geburtsstillstand: Wenn der Kopf deines Babys trotz starker Wehen und deiner vollen Pressleistung nicht weiter durch das Becken tritt.
  • Erschöpfung der Mutter: Nach einer langen und anstrengenden Geburt kann es sein, dass dir die Kraft für die letzten, entscheidenden Presswehen fehlt. Das ist absolut verständlich und kein Versagen deinerseits.
  • Auffällige Herztöne des Kindes (fetale Notsituation): Zeigt das CTG, dass der Stress für dein Baby zu groß wird und es schnell geboren werden muss, kann eine operative Vaginalentbindung den Prozess beschleunigen.

Welche Methoden gibt es?

Es gibt zwei etablierte Verfahren, die von erfahrenen Geburtshelferinnen und Geburtshelfern durchgeführt werden:

Vakuumextraktion (Saugglockengeburt): Hierbei wird eine kleine, weiche Kunststoff- oder Metallglocke auf den Hinterkopf deines Babys gesetzt. Durch einen sanften Unterdruck saugt sich die Glocke fest. Während einer Wehe presst du mit und der Arzt oder die Ärztin zieht synchron dazu, um den Weg deines Babys zu lenken und zu erleichtern.

Forceps-Entbindung (Zangengeburt): Die Geburtszange besteht aus zwei löffelartigen, abgerundeten Blättern, die präzise und sanft um den Kopf deines Babys gelegt werden. Sie umschließen den Kopf sicher, ohne ihn zu quetschen. So kann der Geburtshelfer die Bewegung des Kindes durch den Geburtskanal führen. Oft ist bei einer operativen Vaginalentbindung auch ein Dammschnitt (Episiotomie) notwendig, um Platz zu schaffen und unkontrollierte Risse zu vermeiden.

Was bedeutet das für dich und dein Baby?

Der Gedanke an Instrumente kann beängstigend sein, aber sei versichert: Dein medizinisches Team ist für diese Situationen bestens geschult. Die oberste Priorität ist immer die Gesundheit und Sicherheit von euch beiden. Nach einer operativen Vaginalentbindung kann der Kopf deines Babys eine vorübergehende Schwellung oder kleine Abdrücke aufweisen, die sich jedoch in der Regel schnell zurückbilden. Dein Beckenboden wurde möglicherweise stärker beansprucht, weshalb eine gute Nachsorge und Rückbildungsgymnastik besonders wichtig sind. Vertraue auf dein Geburtsteam – es ist an deiner Seite, um dir zu einer sicheren Geburt zu verhelfen.

Quellenangaben

  • AWMF-Leitlinie S2k: Vaginal-operative Entbindungen. Registernummer 015/083 (2020).
  • Goerke, K., Steller, J., & Valet, A. (Eds.). (2019). Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe. Elsevier, Urban & Fischer.
  • Schneider, H., Husslein, P., & Schneider, K. T. M. (Eds.). (2016). Die Geburtshilfe. Springer.

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