Paraurethrale Zyste (weiblich)

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

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Paraurethrale Zyste (weiblich): Was verbirgt sich dahinter?

Eine paraurethrale Zyste ist ein kleiner, gutartiger und mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, der sich direkt neben der Harnröhrenöffnung (Urethra) bildet. Vielleicht hast Du beim Abtasten eine kleine, oft schmerzlose Schwellung bemerkt. Diese Zysten entstehen meist aus den sogenannten Skene-Drüsen, die entlang der Harnröhre liegen. Wenn der Ausgang einer dieser Drüsen blockiert, staut sich die Flüssigkeit an und eine Zyste bildet sich. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Zysten in der Regel harmlos sind, aber dennoch Beschwerden verursachen können.

Welche Symptome können auf eine paraurethrale Zyste hinweisen?

Viele paraurethrale Zysten bleiben klein und unbemerkt. Wenn sie jedoch wachsen oder sich entzünden, können verschiedene Symptome auftreten, die Deinen Alltag beeinträchtigen. Vielleicht erkennst Du eines oder mehrere dieser Anzeichen bei Dir wieder:

  • Tastbare Schwellung: Ein kleiner, oft weicher Knoten oder eine Beule nahe der Harnröhrenöffnung.
  • Schmerzen oder Druckgefühl: Ein unangenehmes Gefühl im Genitalbereich, besonders beim Sitzen oder Gehen.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie): Die Zyste kann durch Druck während des Sex schmerzhaft sein.
  • Blasenentleerungsstörungen: Probleme beim Wasserlassen, wie ein schwacher Harnstrahl, Nachträufeln oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können.
  • Wiederkehrende Harnwegsinfekte: Die Zyste kann ein Reservoir für Bakterien sein und so Infektionen begünstigen.

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Wenn Du eine Veränderung bei Dir feststellst, ist der erste und wichtigste Schritt ein Gespräch mit Deiner Gynäkologin oder Deinem Gynäkologen. Die Diagnose wird meist durch eine einfache körperliche Untersuchung gestellt. Manchmal ist eine Ultraschalluntersuchung oder eine Zystoskopie (Blasenspiegelung) nötig, um die Zyste genau zu beurteilen und von anderen Strukturen wie einem Harnröhrendivertikel abzugrenzen.

Die Behandlung hängt stark von Deinen Symptomen ab:

  • Beobachten und Abwarten: Wenn die Zyste klein ist und keine Beschwerden verursacht, ist oft keine Behandlung erforderlich. Regelmäßige Kontrollen reichen aus.
  • Entleerung (Aspiration): Die Zyste kann mit einer feinen Nadel punktiert und die Flüssigkeit abgesaugt werden. Dies bringt oft schnelle Linderung, die Zyste kann sich aber erneut füllen.
  • Marsupialisation: Bei diesem kleinen chirurgischen Eingriff wird die Zyste geöffnet und der Rand so vernäht, dass ein permanenter, kleiner Abfluss entsteht und sich keine Flüssigkeit mehr ansammeln kann.
  • Chirurgische Entfernung (Exzision): Die vollständigste Methode ist die operative Entfernung der gesamten Zyste. Dies hat die höchste Erfolgsrate, um ein Wiederauftreten zu verhindern.

Es ist verständlich, dass eine solche Diagnose verunsichern kann. Sprich offen mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin über Deine Sorgen und die für Dich beste Behandlungsoption. Du musst das nicht alleine durchstehen.

Quellenangaben

  • Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe (11. Auflage, 2022). Elsevier GmbH.
  • Pschyrembel Online. Paraurethralzyste. Abrufdatum: Aktuelles Datum.
  • Shah, S. R., & Nitti, V. W. (2022). Benign Obstruction and Urinary Retention in Women. In: Campbell-Walsh-Wein Urology (12th ed.).

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