Peripartale Psychose

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Julia Ronnenberg (Hebamme)

Ich bin Julia Ronnenberg, seit über 15 Jahren Hebamme und die Autorin der Artikel auf Mammacita.de

Ich gebe dir Hilfestellung und stehe mit Rat bei allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby zur Seite.

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Was ist eine Peripartale Psychose?

Liebe Leserin, die peripartale Psychose, oft auch als postpartale Psychose oder Wochenbettpsychose bezeichnet, ist die schwerste Form einer psychischen Erkrankung, die im direkten Anschluss an eine Geburt auftreten kann. Es handelt sich hierbei um einen psychiatrischen Notfall, der sofortige medizinische Hilfe erfordert. Sie ist deutlich seltener als die postpartale Depression (Wochenbettdepression), aber aufgrund ihrer Symptome und des Risikos für Mutter und Kind besonders ernst zu nehmen.

Diese Erkrankung tritt typischerweise sehr plötzlich auf, meist innerhalb der ersten Tage bis Wochen nach der Entbindung. Es ist entscheidend zu verstehen, dass eine peripartale Psychose nichts mit deiner Stärke als Mutter oder deiner Liebe zu deinem Kind zu tun hat. Sie ist eine ernsthafte medizinische Erkrankung, die durch die extremen hormonellen und körperlichen Veränderungen rund um die Geburt ausgelöst werden kann.

Die Symptome einer Peripartalen Psychose

Die Anzeichen einer peripartalen Psychose sind intensiv und können für dich und deine Angehörigen sehr beängstigend sein. Sie gehen weit über die Symptome einer Depression hinaus und umfassen oft:

  • Halluzinationen: Du siehst, hörst oder fühlst Dinge, die nicht real sind.
  • Wahnvorstellungen: Du hast irrationale, feste Überzeugungen, die nicht der Realität entsprechen (z. B. paranoide Gedanken über dein Baby oder andere Menschen).
  • Starke Stimmungsschwankungen: Ein schneller Wechsel zwischen extremer Euphorie (Manie) und tiefer Verzweiflung.
  • Verwirrung und Desorientierung: Du weißt nicht, wo du bist, welcher Tag ist, oder du hast Schwierigkeiten, klare Gedanken zu fassen.
  • Schlaflosigkeit: Oftmals besteht über Tage hinweg kein Schlafbedürfnis.
  • Unruhe und Agitiertheit: Ein Gefühl von innerer Getriebenheit und die Unfähigkeit, still zu sitzen.

Sofortiges Handeln ist entscheidend

Wenn du bei dir selbst oder einer Angehörigen solche Symptome bemerkst, ist es unverzichtbar, sofort professionelle Hilfe zu suchen. Eine peripartale Psychose ist ein medizinischer Notfall. Wende dich umgehend an:

  • Den ärztlichen Notdienst (112 oder 116117)
  • Die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses, idealerweise mit psychiatrischer Abteilung
  • Deine Hebamme, deinen Gynäkologen oder Hausarzt, die dich sofort weiterverweisen werden.

Mit der richtigen und schnellen Behandlung ist die Prognose für eine vollständige Genesung sehr gut. Zögere niemals, Hilfe zu holen. Du und dein Baby verdienen Sicherheit und Unterstützung.

Quellenangaben

  • Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): S3-Leitlinie Peripartale psychische Störungen.
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF): Patienteninformationen zur psychischen Gesundheit nach der Geburt.
  • Schatten & Licht e.V. – Initiative für peripartale psychische Erkrankungen.

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Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht ersetzt keinen medizinischen Rat; konsultiere bei Problemen bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt.