Was ist eine Pessar-induzierte Kolpitis?
Eine Pessar-induzierte Kolpitis ist eine Entzündung der Scheidenwand (Vagina), die durch das Tragen eines Pessars verursacht wird. Es ist wichtig zu wissen, dass dies eine bekannte und meist gut behandelbare Begleiterscheinung der Pessar-Therapie ist. Du bist damit nicht allein, und es gibt wirksame Wege, die Beschwerden zu lindern.
Wie entsteht diese Entzündung?
Ein Pessar ist ein Fremdkörper in Deiner Scheide. Auch wenn es aus medizinischem, körperverträglichem Material besteht, kann es die empfindliche Umgebung beeinflussen. Die Hauptursachen für eine Kolpitis sind:
- Mechanische Reizung: Das Pessar kann durch Druck oder Reibung an der Scheidenwand leichte Irritationen hervorrufen. Dies tritt besonders häufig auf, wenn die Schleimhaut durch eine vaginale Atrophie (alters- oder hormonell bedingt) dünner und empfindlicher ist.
- Veränderung des Mikrobioms: Das Pessar kann das Gleichgewicht der natürlichen Bakterienflora (vaginales Mikrobiom) stören. Dies kann das Wachstum von unerwünschten Keimen begünstigen und zu einer Entzündungsreaktion führen.
- Sekretstau: In manchen Fällen kann der natürliche Abfluss des Scheidensekrets leicht behindert sein, was ebenfalls ein Milieu für Entzündungen schaffen kann.
Typische Symptome einer Pessar-induzierten Kolpitis
Wenn Du ein Pessar trägst, solltest Du aufmerksam auf Veränderungen sein. Folgende Anzeichen können auf eine Kolpitis hindeuten:
- Veränderter oder vermehrter vaginaler Ausfluss
- Unangenehmer Geruch
- Juckreiz oder ein brennendes Gefühl in der Scheide
- Leichte Schmierblutungen oder blutiger Ausfluss
- Wundgefühl oder leichter Schmerz im Vaginalbereich
Behandlung und was Du tun kannst
Das Wichtigste zuerst: Versuche bitte nicht, das Problem allein zu lösen oder das Pessar selbst zu entfernen, sofern es nicht dafür vorgesehen ist. Wende Dich an Deine Ärztin oder Deinen Arzt. Eine fachgerechte Untersuchung ist entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten.
Die Behandlung zielt darauf ab, die Entzündung zu heilen und die Vaginalflora zu stabilisieren. Häufige Maßnahmen sind:
- Professionelle Reinigung: Deine Ärztin/Dein Arzt wird das Pessar entfernen, überprüfen und professionell reinigen.
- Lokale Östrogenisierung: Um die Scheidenwand zu kräftigen und widerstandsfähiger zu machen, kann eine östrogenhaltige Creme oder ein Zäpfchen verschrieben werden.
- Antiseptische oder antibiotische Therapie: Bei Nachweis einer bakteriellen Infektion können spezielle Vaginalzäpfchen oder -cremes erforderlich sein.
- Anpassung der Pessarpflege: Deine Ärztin/Dein Arzt wird mit Dir besprechen, wie die regelmäßige Pflege optimiert werden kann, um zukünftigen Problemen vorzubeugen.
Eine Pessar-induzierte Kolpitis ist kein Grund zur Sorge, solange sie ärztlich betreut wird. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Dein Körper eine Anpassung in der Therapie benötigt.