Was ist das Placenta Accreta Spektrum (PAS)?
Das Placenta Accreta Spektrum, kurz PAS, beschreibt eine Gruppe von ernsthaften Schwangerschaftskomplikationen, bei denen die Plazenta (der Mutterkuchen) ungewöhnlich fest und tief in der Wand der Gebärmutter verankert ist. Normalerweise löst sich die Plazenta nach der Geburt deines Kindes von selbst. Bei PAS ist diese Verbindung jedoch so stark, dass eine normale Ablösung nicht möglich ist, was zu schweren Blutungen führen kann.
Es ist verständlich, wenn eine solche Diagnose bei dir Sorgen auslöst. Wisse aber, dass du mit einer frühzeitigen Erkennung und einem spezialisierten Team an deiner Seite bestmöglich betreut wirst. Das Spektrum unterteilt sich in drei Schweregrade:
- Placenta accreta: Die Plazentazotten haften direkt am Gebärmuttermuskel (Myometrium) an, dringen aber nicht in ihn ein. Dies ist die häufigste Form.
- Placenta increta: Die Zotten wachsen bereits tiefer in den Gebärmuttermuskel hinein.
- Placenta percreta: Die Zotten durchdringen die gesamte Gebärmutterwand und können sogar in benachbarte Organe wie die Harnblase einwachsen. Dies ist die seltenste und schwerste Form.
Das Hauptrisiko des Placenta Accreta Spektrums ist die massive postpartale Hämorrhagie (PPH), eine lebensbedrohliche Blutung nach der Geburt, die beim Versuch entsteht, die Plazenta manuell zu lösen. Aus diesem Grund wird bei einer bekannten PAS-Diagnose die Geburt sorgfältig geplant, meist als Kaiserschnitt, bei dem in vielen Fällen auch die Gebärmutter entfernt wird (Hysterektomie), um die Blutung sicher zu kontrollieren.
Die häufigste Ursache für die Entstehung von PAS sind Narben in der Gebärmutter, beispielsweise durch vorangegangene Kaiserschnitte oder andere gynäkologische Operationen. Eine frühzeitige Diagnose mittels Ultraschall ist entscheidend, um die Geburt sicher zu planen und dich und dein Baby zu schützen.