Was ist eine Placenta bilobata?
Eine Placenta bilobata, auch als zweilappige Plazenta bezeichnet, ist eine seltene anatomische Variante des Mutterkuchens. Statt einer einzigen, runden Scheibe besteht die Plazenta hier aus zwei nahezu gleich großen Lappen. Diese sind durch einen dünnen Gewebesteg miteinander verbunden, durch den auch Blutgefäße verlaufen. Die Nabelschnur kann dabei an einem der beiden Lappen oder im verbindenden Gewebe ansetzen.
Auch wenn die Diagnose zunächst verunsichern kann, ist es wichtig zu wissen, dass die Funktion der Plazenta in den meisten Fällen völlig normal ist und dein Baby ausreichend versorgt wird. Es handelt sich primär um eine Form- und nicht um eine Funktionsstörung.
Wie wird eine zweilappige Plazenta festgestellt?
Eine Placenta bilobata wird in der Regel zufällig bei einer Routine-Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaft entdeckt. Ein erfahrener Sonographeur kann die beiden getrennten Plazentaanteile und die verbindenden Gefäße oft gut darstellen. Eine Doppler-Sonographie kann zusätzlich helfen, den Blutfluss zwischen den Lappen und zur Nabelschnur genau zu beurteilen und mögliche Risiken wie eine Vasa praevia (tiefliegende Gefäße) frühzeitig zu erkennen.
Welche Bedeutung hat eine Placenta bilobata für Schwangerschaft und Geburt?
Für den Verlauf der Schwangerschaft hat eine Placenta bilobata meist keine negativen Auswirkungen. Die Überwachung wird jedoch oft etwas engmaschiger gestaltet, um das Wachstum des Kindes und die Plazentafunktion sicherzustellen. Die eigentliche Aufmerksamkeit gilt der Nachgeburtsphase, also dem Moment nach der Geburt deines Kindes.
Hier bestehen spezifische Risiken, über die dein Geburtsteam informiert sein muss:
- Unvollständige Plazenta: Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass nach der Geburt nur ein Lappen ausgestoßen wird, während der andere in der Gebärmutter verbleibt.
- Postpartale Hämorrhagie (PPH): Verbleibende Plazentareste können starke Nachblutungen verursachen, da sich die Gebärmutter nicht richtig zusammenziehen kann.
- Reißen der Verbindungsgefäße: Während der Geburt des Mutterkuchens können die Gefäße zwischen den Lappen reißen und ebenfalls zu Blutungen führen.
Wie wird die Geburt bei einer Placenta bilobata betreut?
Die Kenntnis dieser Diagnose ist entscheidend für ein sicheres Geburtsmanagement. Das Geburtsteam wird die Nachgeburtsphase besonders sorgfältig begleiten. Nach der Geburt der Plazenta wird diese akribisch untersucht, um sicherzustellen, dass beide Lappen und alle Eihäute vollständig sind. Fehlende Teile deuten auf verbliebenes Gewebe in der Gebärmutter hin, was eine manuelle oder instrumentelle Entfernung (Curettage) notwendig machen kann, um Blutungen zu stoppen.
Mit der richtigen Vorbereitung und einem wachsamen Team stellt eine Placenta bilobata in der Regel kein Hindernis für eine sichere und positive Geburtserfahrung dar.